Auswirkungen von Nichtanlagen permanenter Zähne auf kraniofaziale Strukturen und das Wachstumsmuster

URN to cite this document: urn:nbn:de:bvb:355-epub-235670

Kreczi, Amelia Lisa (2012) Auswirkungen von Nichtanlagen permanenter Zähne auf kraniofaziale Strukturen und das Wachstumsmuster. PhD, Universität Regensburg

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Abstract (German)

Ziel dieser Studie war es, den Einfluss von Nichtanlagen permanenter Zähne auf die kraniofaziale Morphologie und das Wachstum aufzudecken. Speziell sollten auch Unterschiede, die sich ergeben, wenn Nichtanlagen nur im Oberkiefer, nur im Unterkiefer oder in beiden Kiefern auftreten, untersucht werden.
Wir bestimmten Daten von 33 weiblichen und 17 männlichen Patienten der Poliklinik für Kieferorthopädie des Universitätsklinikums in Regensburg. Die Personen waren zwischen 9 und 14 Jahre alt und hatten mindestens 2 Nichtanlagen in einem der beiden Kiefer. Die insgesamt 50 Kinder wurden in 3 Untergruppen unterteilt: Gruppe 1: Nichtanlagen im Oberkiefer; Gruppe 2: Nichtanlagen im Unterkiefer; Gruppe 3: Nichtanlagen in beiden Kiefern.
11 Winkel, 2 Index und 3 Streckenmessungen wurden an den Fernröntgenseitenbildern und Gipsmodellen berechnet. Alle Daten wurden statistisch ausgewertet und mit modifizierten Normwerten nach Segner et al. (1998) verglichen. Parameter, die in dieser Auswertung statistisch signifikante Abweichungen von den Normen zeigten, wurden in jeder Untergruppe erneut ausgewertet und mit denselben Normwerten verglichen.
In der Untersuchungsgruppe der Hypodontiepatienten wurden bimaxillärer Retrognathismus, eine Verkürzung der unteren vorderen Gesichtshöhe sowie ein vergrößerter vertikaler und sagittaler Frontzahnüberbiss festgestellt. Bei der Analyse der Untergruppen zeigte sich, dass eine signifikante Retrognathie nur in Kiefern mit Nichtanlagen permanenter Zähne zu beobachten war, während die vollbezahnten Gegenkiefer neutral eingelagert waren. Eine Verkürzung der unteren vorderen Gesichtshöhe sowie ein vergrößerter vertikaler Überbiss wurden in allen Untergruppen beobachtet.
Die strukturelle Wachstumsanalyse nach Björk (1969) ergab, dass neutrale und wenig extreme Wachstumsmuster bei Personen mit Hypodontie am häufigsten vorkommen. Ein eindeutiger Trend zum horizontalen oder zum vertikalen Wachstumstyp war nicht zu erkennen.
Die Ergebnisse dieser Studie bestätigen, dass Unterschiede in der kraniofazialen Morphologie zwischen Personen mit angeborenen Nichtanlagen permanenter Zähne und Personen mit Vollbezahnung bestehen. Ein Wachstumsdefizit der Kieferbasen und ein verkürztes Untergesicht mit tiefem Frontzahnüberbiss waren die gravierendsten Unterschiede. Diesen Besonderheiten sollte bei der Behandlung von Hypodontiepatienten Beachtung geschenkt werden.

Translation of the abstract (English)

This study was performed to examine craniofacial structures in persons with hypodontia and reveal any differences that may occur when agenetic teeth are only found in the maxilla, the mandible or in both jaws.

Data from 33 girls and 17 boys all patients of the orthodontic department of the university hospital in Regensburg were collected. The persons were aged between 9 and 14 years and had at least two agenetic teeth in one of the jaws. The 50 children were assigned to three subgroups. Group 1: upper jaw hypodontia. Group 2: lower jaw hypodontia. Group 3: hypodontia in both jaws.

Eleven angular, two index and three linear measurements were calculated from lateral encephalographs and dental blaster casts. All values were statistically analyzed, parameters with p<5% were investigated for each subgroup respectively. Modified standard values following norms established by Segner et al. (1998) served as controls.

In comparison with standards, our group showed reduced maxillary and mandibular prognathism and a reduction of the lower anterior facial height. Moreover both overbite and overjet significantly increased. Other values lay within the normal ranges. Analysis in the subgroups revealed, that retrognathism of a jaw was only found when there were aplastic teeth in that jaw.
Analysis according to Björk‘s structure signs revealed, that indifferent mandibular growth patterns are most common in hypodontia patients. Neither a vertical nor a horizontal pattern seemed to be dominant in the sample.

In specific dentofacial parameters differences between persons with hypodontia and such with full dentition exist. According to our findings, agenetic teeth may have a negative influence on the jaws vertical and saggital development and may be responsible for deep bite situations. This should receive attention in orthodontic treatment of hypodontia patients.

Item Type:Thesis of the University of Regensburg (PhD)
Referee:PD Dr. Andreas Faltermeier
Date of exam:13 March 2012
Institutions: Medicine > Lehrstuhl für Kieferorthopädie
Keywords:Kieferorthopädie, Nichtanlagen, FRS, Wachstumsmuster
Subjects:600 Technology > 610 Medical sciences Medicine
Status:Published
Refereed:Yes, this version has been refereed
Created at the University of Regensburg:Yes
Owner:Universitätsbibliothek Regensburg
Deposited On:16 Mar 2012 11:10
Last Modified:16 Mar 2012 11:10
Item ID:23567
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