Methodenkritische Betrachtung zur Rheobasendiagnostik

Kochenstein, Paul (1982) Methodenkritische Betrachtung zur Rheobasendiagnostik. Geburtshilfe und Frauenheilkunde 42, pp. 361-366.

[img]
Preview

PDF - Requires a PDF viewer such as GSview, Xpdf or Adobe Acrobat Reader
1948Kb

Abstract

Die Verwendung eines Rheobasenwertes zur Abschätzung einer Frühgeburtsneigung erscheint uns zur Zeit noch nicht ausreichend gesichert. Die Bestimmung der Rheobase ist in jedem Einzelfall mit so vielen Schwierigkeiten verbunden, die Übertragbarkeit einer Erregbarkeit von der Skelettmuskulatur auf die glatte Muskulatur der vegetativ innervierten Organe so wenig theoretisch und empirisch bewiesen, daß wir in dieser Technik keinen wissenschaftlichen Fortschritt erblicken können. Diese Behauptungen werden zur Zeit durch weitere Untersuchungen an Schwangeren überprüft.
Die Verwendung eines Rheobasenwertes zur Erkennung einer drohenden Frühgeburt und zur Kontrolle der Effektivität einer tokolytischen Behandlung wird kritisch erörtert. Zahlreiche Erkenntnisse aus elektrodiagnostischen Untersuchungen schränken den Wert dieses Verfahrens in der Geburtshilfe von vornherein ein.
Offenkundige Unzulänglichkeiten bei der Rheobasen-Messung, insbesondere mangelnde Reliabilität sowie ein bisher nicht kontrollierter möglicher Versuchsleiter-Effekt mahnen zu einer vorsichtigen Dateninterpretation. Diese kritische Sichtweise wird mit Daten aus eigenen Experimenten illustriert.

Item Type:Article
Institutions: Psychology and Pedagogy > Institut für Psychologie > Lehrstuhl für Psychologie VI (Pädagogische Psychologie und Medienpsychologie) - Prof. Dr. Helmut Lukesch
Identification Number:
ValueType
10.1055/s-2008-1036776DOI
Subjects:100 Philosophy & psychology > 150 Psychology
Status:Published
Refereed:Yes, this version has been refereed
Created at the University of Regensburg:Yes
Owner:Marlis Reindl
Deposited On:25 Mar 2008 16:08
Last Modified:20 Jul 2011 23:12
Item ID:3087
Owner Only: item control page