Hammwöhner, Rainer and Wolff, Christian (2009) Gesellschaftliche und interdisziplinäre Aspekte der Informatik. In: Henninger, Michael and Mandl, Heinz, (eds.) Handbuch Medien- und Bildungsmanagement. Beltz-Pädagogik. Beltz, Weinheim, pp. 272-287. ISBN 978-3-407-83162-0.
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Abstract
Methoden und Techniken der Informatik durchdringen mittlerweile nahezu sämtli-che Sphären der westlichen Industriegesellschaften (Wellman/Haythornthwaite 2002). Sowohl betriebliche Abläufe als auch der private Alltag sind in hohem Maße durch die Nutzung von Informations- und Planungssystemen, computerbasierte Netzwerk- und Kommunikationstechnologien bestimmt. Kognitionswissenschaftler bemühen Modelle der theoretischen Informatik (universelle Turingmaschinen) zur Beschreibung kognitiver Prozesse (Johnson-Laird 1983), Genetiker und Immunolo-gen (Tarakanov/Skormin/Sokolova 2003) greifen in ihrer Modelbildung auf infor-mationstheoretische Konzepte zurück (Roederer 2005), Physiker entwickeln eine Wissenschaftssprache, welche die Interaktion der grundlegenden Bausteine der Welt als Berechnungen erfasst (von Baeyer 2005). Umgekehrt wird auch die Informatik von Ergebnissen anderer Disziplinen nachhaltig beeinflusst. Zu nennen wären neue Berechnungsmodelle im Neuro- (Churchland/Sejnowski 1994) oder Quantencom-puting (Nielsen/Chuan 2000). Gemeinsam ist diesen zum Teil disparaten wissen-schaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen, dass einem verallgemeinerten Informationsbegriff eine große heuristische Kraft zugesprochen wird. Aus wissen-schaftstheoretischer Sicht wird diese Fokussierung auf Information als erklärende Größe teils heftig kritisiert, teils als zukunftsweisend vorangetrieben. Janich etwa spricht informationstheoretischen Modellen der Genetik jegliche eigenständige Er-klärungsfähigkeit ab (Janich 2006) – während andererseits Floridi die Forderung nach einer eigenständigen Informationsphilosophie (Floridi 2003) erhebt. Diese sehr weit gespannte Debatte kann an dieser Stelle nicht nachvollzogen werden. Vielmehr soll hier eine Konzentration auf die Fragestellungen im Zusammenhang mit der Produktion, Distribution und Rezeption von Information erfolgen, welche die Gesellschaft, die sich derzeit als Informations- oder Wissensgesellschaft (Bittlingmayer/Bauer 2006; Kübler 2005; Kuhlen 2004) begreift, systematisch unter normativen Gesichtspunkten diskutiert. Im Zentrum des Interesses steht im Folgen-den nicht der Computer als Berechnungswerkzeug sondern das Computernetzwerk als Medium zur Erarbeitung und Vermittlung von Wissen und Information.
| Item Type: | Book Section | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Institutions: | Languages and Literatures > Institut für Information und Medien, Sprache und Kultur (I:IMSK) > Lehrstuhl für Informaionswissenschaft Languages and Literatures > Institut für Information und Medien, Sprache und Kultur (I:IMSK) > Lehrstuhl für Medieninformatik | ||||||||
| Classification: |
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| Keywords: | Informationsethik; Informatik und Gesellschaft; Informationskompetenz | ||||||||
| Subjects: | 000 Computer science, information & general works > 020 Library & information sciences 300 Social sciences > 370 Education 100 Philosophy & psychology > 100 Philosophy 000 Computer science, information & general works > 004 Computer science | ||||||||
| Status: | Published | ||||||||
| Refereed: | Yes, this version has been refereed | ||||||||
| Created at the University of Regensburg: | Yes | ||||||||
| Owner: | Prof. Dr. Christian Wolff | ||||||||
| Deposited On: | 05 Oct 2009 13:50 | ||||||||
| Last Modified: | 20 Jul 2011 23:27 | ||||||||
| Item ID: | 6759 |
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