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Bachner, Christian

Das Vordringen des zaristischen Rußlands nach Zentralasien und der Aufbau der russischen Verwaltung von 1865 bis 1890

Bachner, Christian (2006) Das Vordringen des zaristischen Rußlands nach Zentralasien und der Aufbau der russischen Verwaltung von 1865 bis 1890. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 08 Aug 2006 07:48
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.10454


Zusammenfassung (Deutsch)

Getrieben von militärischem Abenteurertum, von Streben nach Landgewinn, der Erschließung von Ressourcen und Rohstoffen, der Erweiterung und Eröffnung neuer Märkte, dem Landweg nach Indien und nicht zuletzt einem schier ungebrochenen Glauben an den Fortschritt westlich geprägter Zivilisation drang das zaristische Reich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in militärischen Eroberungszügen ...

Getrieben von militärischem Abenteurertum, von Streben nach Landgewinn, der Erschließung von Ressourcen und Rohstoffen, der Erweiterung und Eröffnung neuer Märkte, dem Landweg nach Indien und nicht zuletzt einem schier ungebrochenen Glauben an den Fortschritt westlich geprägter Zivilisation drang das zaristische Reich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in militärischen Eroberungszügen nach Zentralasien vor, das hier als Gebiet der fünf zentralasiatischen Staaten, Kasachstan, Turkmenistan, Uzbekistan, Tadzikistan und Kirgizien bzw. Kyrgystan, angenommen wurde. Dort trafen sie auf eine ethnisch eigenständige und in der Lebensweise inhomogene, teils seßhafte, teils nomadisierende Bevölkerung, die vorwiegend turksprachlich und überwiegend muslimischen Glaubens war.
Dieses geographisch von der Hauptstadt St. Petersburg entlegene und deshalb schwer zu beherrschende Gebiet und die neu hinzugewonnenen, multiethnischen Untertanen wurden dem zaristischen Reich auf drei Ebenen - administrativ, politisch und ökonomisch - angegliedert. Dieses Vorhaben und die Umsetzung in Form einer direkten und indirekten Herrschaftsausübung erwies sich im Laufe der Jahre als durchaus erfolgreich. Die neu eroberten Gebiete schlossen später mit Rußland eine Zollunion und der Emir von Buchara, der formal selbständig und auch Staatsoberhaupt blieb, finanzierte während des russisch-japanischen Krieges 1904/05 Rußland ein Torpedoboot für die zaristische Marine, um seiner Ergebenheit und Loyalität für das Zarenreich Ausdruck zu verleihen.

Wie sich die Eingliederung der Gebiete unmittelbar nach deren militärischer Eroberung darstellte, welche Aspekte berücksichtigt werden mußten und an welcher Stelle die Eingliederung nicht oder nur teilweise gelang, dafür steht beispielhaft, wie gezeigt werden konnte, der Aufbau der Verwaltung. Er wurde zum Gradmesser und zum Spiegelbild des schrittweisen Vorgehens Rußlands auf allen drei Ebenen und für die Probleme, auf die die Russen stießen, die sie zu lösen hatten - räumliche Distanz von der Hauptstadt, die vielfältige ethnische Zugehörigkeit der einheimischen Bevölkerung, ihre Lebensweise und ihre Religionszugehörigkeit, die klimatischen Bedingungen sowie die Größe des eroberten Territoriums - und die anhand der Organisation und Etablierung administrativer Einrichtungen gezeigt und ebenso Schritt für Schritt nachvollzogen werden konnten.

Grundlage und Ausgangspunkt der Untersuchung bildeten die Erlasse des zaristischen Reiches in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts für Zentralasien, den Turkestanskij Kraj und den Zakaspijskij Kraj, die anhand der Sammlung Polnoe Sobranie Zakonov Rossijskoj Imperii (PSZ) ausgewertet wurden sowie die Analyse der Verträge mit den eroberten Staatswesen Buchara, Chiva und Khokand.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

Tsarist Russia advanced by military means from the 1860's on towards Muslim Central Asia, which was a vast and -from a European perspective -uncivilised territory. After using military force to conquer the tribal states, especially the chanates of Khokand, Chiva and the ancient emirate of Buchara, Russia showed quite a talent for fraternizing with its new inhabitants. Administrative measures ...

Tsarist Russia advanced by military means from the 1860's on towards Muslim Central Asia, which was a vast and -from a European perspective -uncivilised territory. After using military force to conquer the tribal states, especially the chanates of Khokand, Chiva and the ancient emirate of Buchara, Russia showed quite a talent for fraternizing with its new inhabitants.
Administrative measures were taken: the judicial system and the tax collecting system were organized according to traditional Russian standards, which showed a number of parallels with contemporary European standards. An early 'Clash of Civilisations' did not take place in general.
The biggest part of the new territories became provinces of the Tsarist Empire.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum7 August 2006
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Ekkehard Völkl
Tag der Prüfung24 Juni 2002
InstitutionenPhilosophie, Kunst-, Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften > Institut für Geschichte > Geschichte Ost- und Südosteuropas - Prof. Dr. Ulf Brunnbauer
Stichwörter / KeywordsZentralasien , Verwaltung , Russland , Geschichte 1865-1890 , , Central Asia , Administration
Dewey-Dezimal-Klassifikation900 Geschichte und Geografie > 940 Geschichte Europas
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-opus-6936
Dokumenten-ID10454

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