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Fröhler, Thomas

Wertigkeit und klinische Relevanz bildgebender Verfahren in der Detektion und Diagnostik von fokalen Milzläsionen: ein retrospektiver Vergleich mit der Histologie (1996 - 2003)

Fröhler, Thomas (2008) Wertigkeit und klinische Relevanz bildgebender Verfahren in der Detektion und Diagnostik von fokalen Milzläsionen: ein retrospektiver Vergleich mit der Histologie (1996 - 2003). Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 20 Nov 2008 16:36
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.10798


Zusammenfassung (Deutsch)

Die Diagnostik von strukturellen und funktionellen Veränderungen des Milzparenchyms erfordert zumeist den Einsatz zahlreicher invasiver und nicht invasiver Untersuchungsverfahren, da das Organ anamnestisch und in der klinischen Untersuchung nur schwer zu erfassen ist. Zudem existieren keine milzspezifischen Laborparameter, die eine suffiziente klinische Diagnostik von fokalen Veränderungen des ...

Die Diagnostik von strukturellen und funktionellen Veränderungen des Milzparenchyms erfordert zumeist den Einsatz zahlreicher invasiver und nicht invasiver Untersuchungsverfahren, da das Organ anamnestisch und in der klinischen Untersuchung nur schwer zu erfassen ist. Zudem existieren keine milzspezifischen Laborparameter, die eine suffiziente klinische Diagnostik von fokalen Veränderungen des Milzparenchyms durch maligne oder benigne Grunderkrankungen ermöglichen würden.
Ziel der klinisch-retrospektiven Studie war es, die Wertigkeit und klinische Relevanz der nicht invasiven Bildgebungsverfahren Sonographie, Computertomographie, Magnetresonanztomographie und der nuklearmedizinischen bildgebenden Diagnostik in der Abklärung des genuinen und pathologisch alterierten Milzparenchyms zu beschreiben und die Grenzen dieser Bildgebungsverfahren in der Detektion und Diagnostik von fokalen Milzläsionen aufzuzeigen. Dazu wurden retrospektiv in einem Untersuchungszeitraum von achten Jahren (Januar 1996 bis einschließlich Dezember 2003) an der Universitätsklinik Regensburg insgesamt 138 histologische Gutachten mit Diagnosen von fokalen und diffusen pathologischen Milzveränderungen aus Milzexstirpaten und Probebiopsien des Milzparenchyms mit den korrespondierenden bildgebenden Untersuchungen bezüglich deren Übereinstimmung/Nicht-Übereinstimmung in der Detektion und (art-)diagnostischen Charakterisierung dieser Milzläsionen verglichen. Die Verifizierung und Falsifizierung der aus den Bildgebungsverfahren erstellten Verdachts- und Artdiagnosen erfolgte ausschließlich anhand der histologischen Diagnosesicherung als Gold-/Referenzstandard.
Die nicht-invasive bildgebende Routinediagnostik erfolgt heutzutage weitestgehend unter Einsatz der Real-Time-Sonographie, der farbkodierten Doppler- und Duplexsonographie sowie der Computertomographie. Beide Untersuchungsmodalitäten haben sich seit langem in der Milzdiagnostik etabliert. Mit ihnen ist eine akzeptable Detektion und weiterführende diagnostische Abklärung von fokalen Milzveränderungen möglich. In der vorliegenden Studie wurde hierfür eine durchschnittliche Sensitivität von 80 � 85 % ermittelt. 84,6 % der von der Sonographie detektierten fokalen Raumforderungen wurden dabei ungeachtet eines Kontrastmitteleinsatzes korrekt artdiagnostiziert.
In neuerer Zeit erfolgt durch die Weiterentwicklung und Etablierung von immer besseren und schnelleren Bildsequenzen eine zunehmende Fokussierung der Diagnostik von Milzveränderungen auf die Kernspintomographie, zum Beispiel durch Verwendung solcher SPIO-gestützter Bildsequenzen. Durch den hohen, methodeninhärenten Weichteilkontrast lagen die Werte für die Sensitivität und Spezifität der kernspintomographischen Diagnostik für fokale Milzprozesse in der vorliegenden Studie bei nahezu 100 %. Eine exakte Artdiagnostik von sonographisch und computertomographisch bereits detektierten Läsionen der Milz durch dieses moderne Schnittbildverfahren scheint dagegen nur in ausgewählten Fällen, zum Beispiel bei Hämangiomen, signifikant verbessert zu werden.
Ein routinemäßiger funktioneller Einsatz der nuklearmedizinischen Bildgebungsverfahren in der Milzdiagnostik war in der vorliegenden Studie auf wenige Anwendungen beschränkt. Die Positronen-Emissions-Tomographie wurde selten in der Diagnostik von fokalen Milzraumforderungen und additiv zur Funktionsdiagnostik einer Reihe von systemischen Grunderkrankungen mit potentieller Milzbeteiligung eingesetzt. So spielte diese zum Nachweis einer pathologisch erhöhten Pooling-Rate von Erythrozyten in der Milz bei Hyperspleniesyndrom, zur Detektion von Nebenmilzen und intraperitoneal autotransplantiertem Restmilzgewebe nach Trauma oder operativen Engriffen (Splenose)sowie zur Lokalisationsdiagnostik des Abbaus von Thrombozyten beim M. Werlhof eine Rolle. Zur Artdiagnostik fokaler Milzveränderungen hat dieses bildgebende Verfahren dagegen aufgrund seiner geringen Ortsauflösung und Artspezifität keinen wesentlichen Stellenwert erlangt. Eine Verbesserung der anatomisch-topographischen Zuordnung von pathologischen Veränderungen des Oberbauches zur Milz als Ort einer verstärkten (i. e. pathologischen) Nuklidanreicherung erhofft man sich durch die neu entwickelte komplementäre CT/PET-Diagnostik, die die Vorteile beider Untersuchungsmodalitäten zu vereinen scheint.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

The aim of this retrospective study was to describe and estimate the value and clinical relevance of non-invasive sonography, CT, MRI and PET in detection and diagnostic power towards focal lesions of the spleen, which were exstirpated or biopted in the Universitätsklinikum Regensburg within a period of time of eight years (1996 - 2003). Therefore 138 histological findings of these focal splenic ...

The aim of this retrospective study was to describe and estimate the value and clinical relevance of non-invasive sonography, CT, MRI and PET in detection and diagnostic power towards focal lesions of the spleen, which were exstirpated or biopted in the Universitätsklinikum Regensburg within a period of time of eight years (1996 - 2003). Therefore 138 histological findings of these focal splenic lesions were compared with the results of diagnostic imiging. Histolocical finding was standard of reference in securing against diagnosis in diagnostic imaging.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum19 November 2008
Begutachter (Erstgutachter)Klaus (Prof. Dr.) Schlottmann
Tag der Prüfung6 November 2008
InstitutionenMedizin > Lehrstuhl für Innere Medizin I
Stichwörter / KeywordsMilz , Splenektomie , Milzverletzung , Bildgebendes Verfahren , Histopathologie , fokale Milzläsionen , histologischer Goldstandard , Bildgebungsverfahren , Validitätsparameter , Wertigkeit , focal splenic lesions , histological standard of referency , diagnostic imaging , value of diagnostic imaging
Dewey-Dezimal-Klassifikation600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-opus-10921
Dokumenten-ID10798

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