| Download ( PDF | 1MB) | Lizenz: Veröffentlichungsvertrag für Publikationen ohne Print on Demand |
Die Zystektomie als Therapie des fortgeschrittenen primären Urothelkarzinoms am Caritas-Krankenhaus St. Josef in Regensburg zwischen 1989 - 2006
Jobst, Maria (2008) Die Zystektomie als Therapie des fortgeschrittenen primären Urothelkarzinoms am Caritas-Krankenhaus St. Josef in Regensburg zwischen 1989 - 2006. Dissertation, Universität Regensburg.Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 08 Dez 2008 16:37
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.10809
Zusammenfassung (Deutsch)
Zwischen 1989 und 2006 wurde am Caritas-Krankenhaus St. Josef in Regensburg bei 284 Patienten aufgrund eines fortgeschrittenen primären Urothelkarzinoms die Harnblase operativ entfernt. Vorliegende Arbeit soll einen Gesamtüberblick über diese Zystektomien geben, indem insbesondere präoperative und Zystektomieassoziierte Parameter dieses Kollektivs erfasst und die Patienten einer Nachbeobachtung ...
Zwischen 1989 und 2006 wurde am Caritas-Krankenhaus St. Josef in Regensburg
bei 284 Patienten aufgrund eines fortgeschrittenen primären Urothelkarzinoms die
Harnblase operativ entfernt. Vorliegende Arbeit soll einen Gesamtüberblick über
diese Zystektomien geben, indem insbesondere präoperative und Zystektomieassoziierte
Parameter dieses Kollektivs erfasst und die Patienten einer
Nachbeobachtung unterzogen wurden. Vorrangiges Ziel war es auf Grundlage der
detaillierten Auswertung individueller Beobachtungszeiträume und Patientendaten
Prognosefaktoren für deren tumorspezifisches Überleben zu eruieren. Eine
zukünftige Erleichterung und Verbesserung der Beurteilbarkeit des individuellen
Risikos mit eventueller Anpassung der Therapieempfehlung und Aufklärung der
Patienten war erklärtes Ziel. Die spezifischen Anforderungen bezüglich Therapie und
Betreuung dieser Patientenklientel sowie Einfluss medizinischer Neuerungen
hinsichtlich Diagnostik und Therapie im Beobachtungszeitraum waren dabei
ebenfalls Gegenstand der Untersuchung.
Zusammenfassend wurden überwiegend männliche Patienten im Durchschnittsalter
von 67,0 Jahren aufgrund eines Urothelkarzinoms zur Zystektomie vorstellig. Die
anteilig größte Gruppe stellten die 70-79jährigen. Bei über der Hälfte lag zum
Zeitpunkt der Erstdiagnose mit durchschnittlich 65,6 Jahren bereits ein
muskelinvasives Karzinom vor. 72,9% wiesen noch keinen Lymphknotenbefall und
62,3% kein begleitendes Cis auf. Mit 86,3% waren beim überwiegenden Teil der
Patienten die chirurgischen Schnittränder frei von Tumorzellen und die Mehrzahl
zeigte zum Zeitpunkt der Zystektomie noch keine tumoröse Infiltration der Lymphoder
Blutgefäße. Über den Gesamtbeobachtungszeitraum von 1989 bis 2006 lag das
mittlere AJCC-Stadium bei 2,4. Die durchschnittliche Nachbeobachtungszeit betrug
37,8 Monate.
Die adäquate medizinische Betreuung eines derartigen Patientenkollektivs wird
aufgrund des zunehmenden Lebensalters bei Zystektomie und der damit häufigeren
Multimorbidität eine zukünftig noch engere interdisziplinäre Zusammenarbeit
erfordern.
Bei der getrennten Analyse der Patientendaten für die Zeitabschnitte 1989-1998 bzw.
1999-2006 ergaben sich keine wesentlichen Unterschiede hinsichtlich der
Indikationsstellung. Patienten mit Urothelkarzinom werden demzufolge heutzutage
nicht in einem früheren Tumorstadium der Zystektomie zugeführt als in den 90er
Jahren. Große Veränderungen gab es hingegen bei der Wahl der adäquaten Form
der Harnableitung. Hier ist seit 1998 ein eindeutiger Trend zur Neoblase am Caritas-
Krankenhaus St. Josef auszumachen.
Hinsichtlich der weiteren Prognose für die an dieser Klinik zystektomierten Patienten
erwiesen sich das Tumorstadium, der Lymphknotenstatus und der Status der
lymphovaskulären Infiltration als unabhängige Indikatoren in der multivariaten
Analyse. Generell scheint auch ein Tumorbefall der Blutgefäße bedeutsam für das
Überleben zu sein. Genau wie ein begleitendes Cis, Tumorbefall der
Resektionsränder und die Indikation erwies sich dieser allerdings nicht als
unabhängiger Prognosefaktor für das tumorspezifische Überleben. Als einziger der
von uns untersuchten Faktoren war das Alter bei Zystektomie auch in der univariaten
Analyse ohne Einfluss auf die Prognose.
Insgesamt kann gesagt werden, dass die Ergebnisse dieser retrospektiven
Untersuchung weitgehend mit den Erkenntnissen aus teils wesentlich größeren
Patientenkollektiven übereinstimmen.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
Between 1989 and 2006 284 patients were treated with cystectomy due to advanced primary urothelial carcinoma of the bladder at Caritas-Hospital St. Josef in Regensburg. Several preoperative and cystectomy-associated variables were analyzed and longterm cancer-specific outcome was evaluated. This study is supposed to improve the assessment of individual patients risk and medical and surgical ...
Between 1989 and 2006 284 patients were treated with cystectomy due to advanced
primary urothelial carcinoma of the bladder at Caritas-Hospital St. Josef in
Regensburg.
Several preoperative and cystectomy-associated variables were analyzed and longterm
cancer-specific outcome was evaluated. This study is supposed to improve the
assessment of individual patients risk and medical and surgical therapies. The
possibility to inform patients better about their prognosis was also an aim. The
special needs of our patients and the influences of new medical developments were
also evaluated.
Mostly men at the average age of 67 years underwent cystectomy at Caritas-Hospital
St. Josef. At the time of first diagnosis average age was 65,6 years and 55,8% of the
carcinomas had already become muscle-invasive. 72,9% of the patients had lymphnode
negative tumors and 62,3% no concomitant cis. 86,3% of them also did not
have positive surgical margins and most of them had no vascular and lymphatic
invasion. For the time between 1989 and 2006 the average AJCC-stage was 2,4.
Average followup was 37,8 months.
In the future adequate medical and surgical treatment will require even more
intensive interdisciplinary cooperation because of the increasing age and comorbidity
of patients with advanced urothelial cancer.
There were no significant differences in the tumor stage at the time of cystectomy
between the periods 1989-1999 and 1999-2006. But there were big changes in the
choice of urinary diversion after cystectomy. Since 1998 the neobladder is the first
choice for urinary diversion at Caritas-Hospital St. Josef if possible.
Pathological stage, lymphovascular invasion and lymph node metastases turned out
to be prognostic factors for advanced urothelial carcinoma treated with cystectomy in
multivariate analysis. Vascular invasion also seems to be important. But like
concomitant cis, positive surgical margins and indication for cystectomy it did not turn
out to be an independent prognostic indicator. Only the evaluated variable age at
cystectomy did not even turn out to be of influence for disease specific outcome in
univariate analysis.
The results of this study are comparable to those of much larger groups of patients.
Beteiligte Einrichtungen
Details
| Dokumentenart | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
| Datum | 7 Dezember 2008 |
| Begutachter (Erstgutachter) | Maximilian (PD Dr.) Burger |
| Tag der Prüfung | 27 November 2008 |
| Institutionen | Medizin > Lehrstuhl für Urologie |
| Stichwörter / Keywords | Zystektomie , Urothelkrebs , , cystectomy , urothelial carcinoma |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin |
| Status | Veröffentlicht |
| Begutachtet | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden | Ja |
| URN der UB Regensburg | urn:nbn:de:bvb:355-opus-11035 |
| Dokumenten-ID | 10809 |
Downloadstatistik
Downloadstatistik