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Konzeption und Evaluation eines Qualitätsmanagementsystems im Bereich der Frühdefibrillation
Huber, Claudia (2009) Konzeption und Evaluation eines Qualitätsmanagementsystems im Bereich der Frühdefibrillation. Dissertation, Universität Regensburg.Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 17 Apr 2009 13:42
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.12260
Zusammenfassung (Deutsch)
Der plötzliche Herztod ist mit rund 80.000 Todesfällen die häufigste außerklinische Todesursache in Deutschland. Dabei kommt es zu Kammerflimmern, das im Verlauf in eine Asystolie übergeht. Die einzige effektive Therapie des Kammerflimmerns ist die elektrische Defibrillation. Da die Überlebenschance mit jeder Minute in der keine Defibrillation erfolgt um ca. 10 % sinkt, ist die möglichst frühe ...
Der plötzliche Herztod ist mit rund 80.000 Todesfällen die häufigste außerklinische Todesursache in Deutschland. Dabei kommt es zu Kammerflimmern, das im Verlauf in eine Asystolie übergeht. Die einzige effektive Therapie des Kammerflimmerns ist die elektrische Defibrillation. Da die Überlebenschance mit jeder Minute in der keine Defibrillation erfolgt um ca. 10 % sinkt, ist die möglichst frühe Reanimation und Defibrillation der entscheidenste prognostische Faktor. Der Ablauf der CPR ist durch den von der ILCOR herausgegebenen Algorithmus international standardisiert.
Um die Überlebenskette zu verkürzen wurden Frühdefibrillationsprogramme eingeführt, in deren Rahmen nichtärztliches medizinisches Personal und Laien die Defibrillation mit einem AED durchführen können. Dadurch konnten die Überlebensraten erhöht werden. Das Projekt SAMBa erfasst bayernweit Daten von Reanimationseinsätzen in einer Online-Datenbank um eine flächendeckende Auswertung aller Reanimationen zu ermöglichen.
Diese Arbeit soll die von 01.01.2005 bis 31.05.2006 in die Datenbank eingegebenen Reanimationen nach epidemiologischen, rettungsdienstlich-organsatorischen und medizinischen Gesichtspunkten auswerten. Insgesamt wurden 252 Einsätze analysiert, wovon 57,14% erfolglos waren, 29,76% primär erfolgreich und 13,10% der Patienten wurden unter laufender Reanimation übergeben.
Traf der Rettungsdienst innerhalb von 5 Minuten ein, gab es signifikant mehr Überlebende.
In 5 % der Fälle trat der Kreislaufstillstand erst nach Eintreffen des Rettungsdienstes ein. Hierbei konnte durch sofortige Therapie eine signifikant höhere Überlebensrate von 71 % erzielt werden.
Erfreulicherweise konnte eine Quote von 38,5 % für Reanimation durch Ersthelfer ermittelt werden. Mit Ersthelfer-Reanimation liegt die Überlebensrate mit 38% höher als ohne mit 27%.
Die erste Defibrillation erfolgte in knapp 50 % durch den Rettungsdienst, in 22 % durch einen Arzt.
Bei mindestens 1 Defibrillation ist die Überlebensrate signifikant höher als ohne Defibrillation.
In 27 % der Fälle wurden vom Rettungsdienstpersonal Maßnahmen in Notkompetenz durchgeführt. Bei Defibrillation in Notkompetenz lag die Rate der erfolgreichen Reanimationen mit 43 % höher als ohne mit 27 %.
Bei der ersten Diagnostik durch den Rettungsdienst waren 96 % der Patienten bewusstlos, drei Viertel hatten einen Atemstillstand und in 93 % der Fälle war kein Puls tastbar. Bei den Patienten mit tastbarem Puls war das Überleben signifikant höher. Der initiale EKG-Befund war in 39 % Asystolie, in 30 % Kammerflimmern und in 11 % pulslose elektrische Aktivität. Patienten mit Asystolie hatten eine höchst signifikant geringere Überlebenschance.
Diese Arbeit liefert die ersten Ergebnisse aus der SAMBa-Datenbank und bestätigt die Bedeutung früher BLS und Defibrillation. Methodische Probleme sollen in der Datenbank verbessert werden. Durch regelmäßiges Feedback mittels Auswerteroutinen soll der Anteil erfasster Reanimationen erhöht werden um ein aussagekräftiges Tool für das Qualitätsmanagement der Frühdefibrillation in Bayern zu erhalten.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
Sudden cardiac arrest is with about 80.000 deaths the most frequent out-of-hospital cause of death in Germany. It starts with ventricular fibrillation which turns into asystole. The only effective therapy of ventricular fibrillation is the electrical defibrillation. The chance to survive falls abaout 10% per minute without defibrillation. So early CPR and defibrillation are the most important ...
Sudden cardiac arrest is with about 80.000 deaths the most frequent out-of-hospital cause of death in Germany. It starts with ventricular fibrillation which turns into asystole. The only effective therapy of ventricular fibrillation is the electrical defibrillation. The chance to survive falls abaout 10% per minute without defibrillation. So early CPR and defibrillation are the most important prognostic factor. The run of CPR is standardized by the international ILCOR Guidelines. To shorten the chain of survival AED-programs have been introduced. Theese led to an increase of survival rates. The SAMBa-project records CPRs all over Bavaria in an online data bank to allow a global evaluation.
This dissertation evaluates all from 2005-01-01 to 2006-05-31 recorded CPRs for epidemiological, rescue-organizational and medical facts.
At all 252 cases have been evaluatet. 57,14% of them have been unsuccessful, 29,76 % successful and 13,10% of the patients have been given to the hospital during CPR. When the ambulance arrived within 5 minutes at the patient, the chance to survive was significant better. In 5% the cardiac arrest took place after the amulance arrived. In these cases a significant better survival rate could be achieved with 71%.
For bystander-CPR a rate of 38,5% of all cases could be reached. With bystander-CPR survival rate was with 38% higher than without (27%).
The first defibrillation was done in 50% by the ambulance-team, in 22% by a physician. With 1 or more defibrillations the survivalrate was significant higher than without defibrillation. When the EMDs defibrillated the patient before a physician arrived the survivalrate was with 43% higher than in the cases when the emergency phyiscian did the defibrillation with 27%.
On the arrival of the ambulance 96% of the patients have been unconscious, 75% did not breath and 93% did not have a pulse. The patients with a palpable pulse had a significant higher chance to survive. The ECG showed in 39% asystole, in 30% ventricular fibrillation an in 11% electro-mechanical dissociation. Patients with asystole hat a highest significant smaller survival rate. This dissertation shows the first results of the SAMBa-data bank and confirms the importance of early basic life support and defibrillation. Methodical problems should be corrected and the number of recorded CPRs should be raised in the future to improve the importance of the SAMBa-study an to get further information on the treatment of out-of-hospital cardiac arrest in Bavaria.
Beteiligte Einrichtungen
Details
| Dokumentenart | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
| Datum | 16 April 2009 |
| Begutachter (Erstgutachter) | Michael (Prof. Dr.) Nerlich |
| Tag der Prüfung | 3 April 2009 |
| Institutionen | Medizin > Lehrstuhl für Unfallchirurgie |
| Stichwörter / Keywords | Herzstillstand , Wiederbelebung , Defibrillation , Qualitätsmanagement , Frühdefibrillation , AED , out-of-hospital cardiac arrest , early defibrillation , AED |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin |
| Status | Veröffentlicht |
| Begutachtet | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden | Ja |
| URN der UB Regensburg | urn:nbn:de:bvb:355-opus-12174 |
| Dokumenten-ID | 12260 |
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