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Einfluss von enteraler Ernährung und eines rektalen Einlaufs auf die Kolonmotilität von nicht-operativen, künstlich beatmeten Intensivpatienten
Pelta, Rudolf (2010) Einfluss von enteraler Ernährung und eines rektalen Einlaufs auf die Kolonmotilität von nicht-operativen, künstlich beatmeten Intensivpatienten. Dissertation, Universität Regensburg.Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 18 Mrz 2010 14:51
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.13029
Zusammenfassung (Deutsch)
Es verdichten sich immer mehr die Hinweise, dass eine frühzeitige enterale Ernährung bei nicht-operativen Intensivpatienten die Komplikationsrate senkt. Bisher fehlen objektive Daten über die Kolonmotilität sowohl im Nüchternzustand als auch unter enteraler Ernährung. Deshalb wurde die Kolonmotilität bei zwölf nicht-operativen, künstlich beatmeten Intensivpatienten im Alter zwischen 47 und 84 ...
Es verdichten sich immer mehr die Hinweise, dass eine frühzeitige enterale Ernährung bei nicht-operativen Intensivpatienten die Komplikationsrate senkt. Bisher fehlen objektive Daten über die Kolonmotilität sowohl im Nüchternzustand als auch unter enteraler Ernährung. Deshalb wurde die Kolonmotilität bei zwölf nicht-operativen, künstlich beatmeten Intensivpatienten im Alter zwischen 47 und 84 Jahren (Durchschnittsalter 62 Jahre) untersucht. Die Kolonmotilität wurde im Colon transversum, Colon descendens und im Rektosigmoid mittels Perfusionsmanometrie gemessen. Als Maß für die Kolonmotilität wurde die Berechnung der Area Under the Curve (AUC) mit der Maßeinheit "mmHg x min x 10³" verwendet. Alle drei gemessene Kolonabschnitte wurden gesondert ausgewertet. Zur Ernährung erhielten die Patienten eine polymere Diät über eine endoskopisch gelegte nasojejunale Ernährungssonde. Bei allen zwölf Patienten wurde die Kolonmotilität im Nüchternzustand sowie mit einer normokalorischen Ernährung (100 kcal/h) gemessen. Sechs der zwölf Patienten erhielten zusätzlich eine hochkalorische, fettreiche Ernährung (160 kcal/h). Nach der Ernährung bekamen alle Patienten einen rektalen Einlauf. Die gemessene Motilität der einzelnen Kolonabschnitte wurde nüchtern und während der unterschiedlichen Ernährungsphasen statistisch verglichen (Signifikanzniveau p < 0,05). Ebenso wurden in der Nüchternphase, den Ernährungsphasen und nach Applikation des rektalen Einlaufs die einzelnen Kontraktionstypen des Kolons (stationäre, pro- und retropulsive Kontaktionen sowie die GMC) visuell ausgezählt und statistisch verglichen.
Ergebnis: Bei Intensivpatienten war eine geringe bis fehlende Nüchternmotilität (AUC) im gesamten Kolon festzustellen. Eine jejunale Ernährung mit einer polymeren Diät induzierte eine Motilitätszunahme in allen drei untersuchten Kolonabschnitten. Ausdehnung und Stärke der Motilitätsanwort waren abhängig von der Kalorienzufuhr: eine hochkalorische Ernährung (160 kcal/h) mit einem absolut höheren Fettanteil bewirkte eine signifikante Motilitätszunahme in alle drei untersuchten Kolonsegmenten, während eine normokalorische Ernährung (100 kcal/h) nur im Rektosigmoid eine signifikante Motilitätssteigerung induzierte. Die verschiednen Kontraktionstypen nahmen während der beiden Ernährungsphasen zu, die Zunahme war jedoch in keinem der Kolonabschnitte signifikant. Nach der Applikation eines rektalen Einlaufs waren die meisten Giant Migrating Complexes (GMC) zu beobachten, es bestand aber keine statistisch signifikante Korrelation zwischen dem Auftreten von GMC und einer Defäkation.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
There is increasing evidence that an early enteral nutrition is reducing the complication rate of intensive care patients without operative tratment. So far, objective data concerning colonic motility both under fasted conditions and during the course of enteral nutrition is still missing. That´s why the colonic motility of twelve ventilated intensive care patients without operative treament, ...
There is increasing evidence that an early enteral nutrition is reducing the complication rate of intensive care patients without operative tratment. So far, objective data concerning colonic motility both under fasted conditions and during the course of enteral nutrition is still missing. That´s why the colonic motility of twelve ventilated intensive care patients without operative treament, aged 47 to 84 years (average age 62 years), was examined. The colonic motility was measured by means of perfused tube manometry in the transverse colon, the descending colon and the rectosigmoid. The calculation of the Area Under the Curve (AUC) with the unit of measurement "mmHg x min x 10³" was used as a measurement for colonic motility. All of the three measured segment of the colon were calculated separately. As nutrition, the patient received a polymeric diet via an endoscopically placed nasojejunal tube. The colonic motility was measured in all tweleve patients both under fasted conditions and under a normocaloric nutrition (100 kcal/h). Six of the twelve patients received additionally a highcaloric, fatty nutrition (160 kcal/h). After nutrition all patients get a rectal enema. The measured motility of the separate segments of the colon was statistcally compared under fasted conditions and during the different phases of nutrition (significance level at p < 0,05). Also the separate types of contraction of the colon (stationary, pro- and retropulsive contractions as well as the GMC) were visually counted and statistically compared under fasted conditions, in the phases of nutrition and after the rectal enema.
Results: In instenisve care patients a slight to missing motility in the whole colon was noticed under fasted conditions (AUC). A jejunal nutrition with a polymeric diet induced an increase in motility in all three examined segments of the colon. Extension and potency of the motility response were dependent on the caloric intake: A highcaloric nutrition (160 kcal/h) with absolutely higher fat caused a significant increase in motilitiy in all three examined segment of the colon, while a normocaloric nutrition (100 kcal/h) only induced a significant increase in motility in the rectosigmoid. The different types of contraction increased during both of the phases of nutrition, however, the increase was not significant in any of the segment of the colon. Most of the Giant Migrating Complexes (GMC) were observed after a rectal enema, but there was no statistically significant correlation between the appearence of GMC and defecation.
Beteiligte Einrichtungen
Details
| Dokumentenart | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
| Datum | 18 März 2010 |
| Begutachter (Erstgutachter) | Prof. Dr. Helmut Messmann und Prof. Dr. Dr. Edgar Mayr |
| Tag der Prüfung | 22 Februar 2010 |
| Institutionen | Nicht ausgewählt |
| Stichwörter / Keywords | Kolonmotilität, Kontraktionstypen, jejunale Ernährung, polymere Diät, rektaler Einlauf, colon motility, types of contraction, jejunal nutrition, polymeric diet, rectal enema |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin |
| Status | Veröffentlicht |
| Begutachtet | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden | Ja |
| URN der UB Regensburg | urn:nbn:de:bvb:355-epub-130291 |
| Dokumenten-ID | 13029 |
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