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Schelker, Erich

Operationen an der Aorta ascendens und Aortenbogen im Kreislaufstillstand und tiefer Hypothermie mit antegrader Hirnperfusion, Ergebnisse und Verlauf unter besonderer Berücksichtigung der Lebensqualität

Schelker, Erich (2010) Operationen an der Aorta ascendens und Aortenbogen im Kreislaufstillstand und tiefer Hypothermie mit antegrader Hirnperfusion, Ergebnisse und Verlauf unter besonderer Berücksichtigung der Lebensqualität. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 06 Apr 2010 06:17
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.13357


Zusammenfassung (Deutsch)

Aneurysmen der aufsteigenden Aorta bzw. des Aortenbogens und Typ-A-Dissektionen sind potentiell lebensbedrohliche Erkrankungen. Deren definitive und erfolgreiche Behandlungen können nur chirurgisch erfolgen. Dies wurde erst durch die Entwicklung der extrakorporalen Zirkulation mithilfe der Herz-Lungen-Maschine in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts möglich. Die initial hohe Mortalität dieser ...

Aneurysmen der aufsteigenden Aorta bzw. des Aortenbogens und Typ-A-Dissektionen sind potentiell lebensbedrohliche Erkrankungen. Deren definitive und erfolgreiche Behandlungen können nur chirurgisch erfolgen. Dies wurde erst durch die Entwicklung der extrakorporalen Zirkulation mithilfe der Herz-Lungen-Maschine in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts möglich. Die initial hohe Mortalität dieser Operation konnte durch chirurgische und technische Fortschritte im Verlauf der Jahrzehnte erheblich gesenkt werden. Insbesondere die hohe Zahl an neurologischen Komplikationen konnte durch die Entwicklung von neuroprotektiven Maßnahmen bei Operationen am Aortenbogen im Kreislaufstillstand erheblich vermindert werden. Vor allem ermöglicht die isolierte Hirnperfusion in der Phase des Kreislaufstillstands zum einen ein übersichtliches Operationsfeld, zum anderen können die Kreislaufstillstandszeiten für die notwendigen chirurgischen Maßnahmen deutlich verlängert werden.
Die derzeit bekannten Ergebnisse bezüglich Mortalität und Morbidität sind akzeptabel.
Wenig untersucht ist die postoperative gesundheitsbezogene Lebensqualität bei Patienten nach diesen komplexen Eingriffen. Daher war es Ziel dieser Studie, neben der Ermittlung der chirurgischen Ergebnisse, die Lebensqualität von Patienten, die einem so komplexen Eingriff unterzogen wurden, zu erfassen.
Im untersuchten Patientenkollektiv lag die 30-Tage-Letalität bei 17,7% (n=14). Im Langzeitverlauf sind weitere acht Patienten (10,1%) gestorben; die Überlebensrate nach 10 Jahren beträgt 72,2%.
Vier Patienten (5,1%) erlitten einen perioperativen Schlaganfall. Alle vier wurden notfallmäßig und aufgrund einer Dissektion operiert.
Renale Komplikationen spielten im untersuchten Kollektiv eine wichtige Rolle. Dreizehn Patienten mussten postoperativ dialysiert werden. Fünf davon (38,5%) sind innerhalb der ersten 30 Tage gestorben. Bei diesen 13 Patienten hielt der intraoperative Kreislaufstillstand signifikant länger an, verglichen mit den Patienten, die postoperativ nicht dialysiert werden mussten. Die Ischämiezeit der Niere birgt somit ein hohes Risiko auf einen letalen Ausgang.
Die Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität erfolgte mit einem generischen Fragebogen, dem Sickness Impact Profile. Die dabei erzielten medianen Scores (Werte) dieser Studie sind sowohl für den gesamten Fragebogen (4,7), als auch für die physische (2,5) und psychosoziale (3) Dimension niedrig. Für acht von zwölf Kategorien ergab sich ein medianer Score von 0. Dies ist Ausdruck einer unbeeinträchtigten Lebensqualität.
Patienten, die einen perioperativen Schlaganfall erlitten haben, erzielten signifikant höhere Scores. Dies gilt für den Gesamt-Score, für beide Dimensionen und für neun von zwölf Kategorien.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Patienten im Allgemeinen über eine sehr hohe Lebensqualität berichteten. Somit hat der komplexe chirurgische Eingriff an der Aorta einen geringen Einfluss auf das alltägliche Leben im Langzeitverlauf.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

Aneurysms of the aorta ascendens and the aortic arch as well was type A aortic dissections are potentially life-threatening diseases. Their definitive and successful treatments can only be carried out surgically. This was only made possible through the development of extracorporeal circulation with the aid of the heart-lung machine in the 1950s. This operation’s initial high mortality could be ...

Aneurysms of the aorta ascendens and the aortic arch as well was type A aortic dissections are potentially life-threatening diseases. Their definitive and successful treatments can only be carried out surgically. This was only made possible through the development of extracorporeal circulation with the aid of the heart-lung machine in the 1950s. This operation’s initial high mortality could be considerably reduced through surgical and technical advances in the following decades. Especially the high number of neurological complications could be drastically lowered through the development of neuroprotective procedures during operations on the aortic arch with circulatoy arrest. It is particularly the selective cerebral perfusion during circulatory arrest which allows a blood-free operative area on the one hand. On the other hand the circulatory arrest periods for surgical interventions could be clearly prolonged.
The up-to date known mortality and morbidity rates are acceptable. The postoperative health related quality of live after these complex operations has hardly been matter of subject. Therefore an aim of this clinical trial was to estimate patients’ quality of life after complex surgical interventions besides clinical outcome.
In our patient collective the 30-day-mortality rate was 17,7% (n=14). In the long term another 8 patients (10,1%) died; the survival rate after 10 years is 72,2%.
Four patients (5,1%) received a perioperative stroke. All of them were operated beacause of a dissection and in case of emergency.
In the examined collective renal complications played an important role. Thirteen patients had to be dialysed postoperatively. Five of them (38,5%) died within the first 30 days. These thirteen patients recieved a significantly longer intraoperative circulatory arrest compared to patients who didn’t have to be dialysed postoperatively. Thus the kidney’s ischemic period exhibits a high risk for a lethal outcome.
Health related quality of life was acquisited with a generic questionnaire, the Sickness Impact Profile. The maintained median scores were very low. This applies to the complete questionnaire (4,7) as well as to the physic (2,5) and the psychosocial (3) dimensions. For eight out of twelve categories the median score was 0. This indicates an unimpaired quality of life.
Patients who suffered from a perioperative stroke achieved significantly higher scores for the complete questionnaire, both dimensions and nine out of twelve categories.
In summary we can report about an in general very high quality of life. Consequently the complex surgical intervention on the aorta has a low impact on daily life in the long term.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum6 April 2010
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Christof Schmid
Tag der Prüfung5 März 2010
InstitutionenMedizin > Lehrstuhl für Herz-, Thorax- und herznahe Gefäßchirurgie
Stichwörter / KeywordsAortenaneurysma, Aortendissektion, hypothermer Kreislaufstillstand, selektive antegrade Hirnperfusion, Lebensqualität, Sickness Impact Profile
Dewey-Dezimal-Klassifikation600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-133576
Dokumenten-ID13357

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