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Hautmann, Simone Katharina

Kognitive Funktionsstörungen nach aortokoronarer Bypass-Operation: Vergleich Off-Pump vs. MECC

Hautmann, Simone Katharina (2010) Kognitive Funktionsstörungen nach aortokoronarer Bypass-Operation: Vergleich Off-Pump vs. MECC. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 26 Mai 2010 09:57
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.14997


Zusammenfassung (Deutsch)

Hintergrund: Patienten, die sich einer aorto-koronaren Bypass Operation unterziehen, leiden im postoperativen Kurz- und Langzeitverlauf in 40-70 % der Fälle an kognitiven Funktionsstörungen (POCD). Die Ätiologie dieses Funktionsverlustes ist vielseitig. Eine der diskutierten Ursachen ist die Verwendung des kardiopulmonalen Bypasses. Es stellt sich die Frage, ob Patienten von den beiden ...

Hintergrund: Patienten, die sich einer aorto-koronaren Bypass Operation unterziehen, leiden im postoperativen Kurz- und Langzeitverlauf in 40-70 % der Fälle an kognitiven Funktionsstörungen (POCD). Die Ätiologie dieses Funktionsverlustes ist vielseitig. Eine der diskutierten Ursachen ist die Verwendung des kardiopulmonalen Bypasses. Es stellt sich die Frage, ob Patienten von den beiden alternativen Verfahren - MECC und Off-Pump-Technik - profitieren und welche der beiden OP-Methoden den größeren Benefit hinsichtlich des Erhalts der kognitiven Funktion bietet.

Methoden: Im Zeitraum Oktober 2005 bis März 2007 wurden 81 Patienten mit der Indikation zur elektiven Bypass-Operation in unsere Studie eingeschlossen und auf zwei Gruppen, MECC (39) und OFF-Pump (42), verteilt. Alle 81 Patienten durchliefen unsere neuropsychologische Testbatterie (8 kognitive Domänen) zu drei definierten Zeitpunkten (Präoperativ, Postoperativ, 9 Monate). Als kognitives Defizit definierten wir einen Abfall der Leistung um mindestens eine Standardabweichung zum präoperativen Ergebnis. Es wurden sowohl Teilbereiche der kognitiven Funktion untersucht als auch die Gesamtleistung.

Ergebnisse: In allen drei von uns getesteten Teilbereichen der kognitiven Funktion (verbales Gedächtnis, psychomotorische Koordination und Aufmerksamkeit und Konzentration) sowie in der Gesamtleistung gab es bezüglich der erzielten Mittelwerte zu keinem Zeitpunkt signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen. Innerhalb der einzelnen Gruppen fand sich im Verlauf in der Off-Pump-Gruppe in einem Bereich (Aufmerksamkeit und Konzentration) ein signifikanter Leistungsabfall zum Zeitpunkt „postoperativ“ (p=0,05). In der Gesamtleistung zeigte sich innerhalb der MECC-Gruppe ein signifikanter Leistungsabfall (p=0,025) zum Zeitpunkt „postoperativ“. Im Bereich Aufmerksamkeit und Konzentration hatten etwa dreimal soviele Patienten und damit signifikant (p=0,04) mehr Patienten aus der Off-Pump-Gruppe (34 %) per definitionem ein kognitives Defizit postoperativ als MECC-Patienten (12%).

Schlussfolgerung: Der Unterschied bzgl. des Erhalts der kognitiven Funktion nach einer aortokoronaren Bypass-Operation zwischen MECC- und Off-Pump-Gruppe ist geringer als erwartet. Es zeigten sich lediglich in Teilbereichen klinisch relevante Differenzen. Der alleinige Verzicht auf eine extrakorporale Zirkulation kann kognitive Defizite nicht vollständig verhindern. In unserer Studie konnte diesbezüglich kein eindeutiger Vorteil für eine der beiden Methoden gefunden werden. Die Wahl des günstigeren Verfahrens muss sehr individuell auf den einzelnen Patienten angepasst werden und kann nicht allgemeingültig formuliert werden. Größere, randomisierte Studien mit mehr statistischer Power und einem längerem Follow-Up wären wünschenswert, um die Inzidenz und den Verlauf der kognitiven Defizite weiter zu verfolgen und die Ursachen für die POCD besser zu erforschen.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

Background: POCD often occurs in patients undergoing coronary artery bypass grafting (40-70%). The use of the cardio-pulmonary bypass is believed to be an important etioligic factor of POCD. In this study we examined whether one of the two alternative surgical procedures – Off-Pump and MECC- is able to bring a benefit concerning the preservation of cognitive function. Methods: 81 patients were ...

Background: POCD often occurs in patients undergoing coronary artery bypass grafting (40-70%). The use of the cardio-pulmonary bypass is believed to be an important etioligic factor of POCD. In this study we examined whether one of the two alternative surgical procedures – Off-Pump and MECC- is able to bring a benefit concerning the preservation of cognitive function.

Methods: 81 patients were enrolled in this prospective cohort study with a term of october 2005 to March 2007. 39 patients underwent CABG surgery with the MECC and 42 underwent off-pump surgery. A special edition of a neuropsychological test battery that included 8 cogntive domains was administered at baseline, as well as a few days and 9 months after surgery. POCD was defined as a decrease of at least one standard-deviation regarding the preoperative result. We examined the subdomains of cognitive function as well as the overall performance.

Results: In all three subdomains of cognitive function (verbal memory, psychomotoric coordination, attention and concentration) as well as in the overall performance there were no significant differences between both groups (Off-Pump and MECC) concerning the mean values. Within the Off-Pump Group there was a significant (p=0.05) decrease in performance regarding the subdomain „ attention and concentration“ at the timepoint „postoperative“. Within the MECC-Group there was a significant (p=0.025) decrease in performance regarding the overall performance at the timepoint „postoperative“.
Concerning the subdomain „attention and concentration“ there were nearly three times as much patients (34% to 12%) out of the Off-Pump Group who showed a cognitive deficit postoperatively. This difference was also significant (p=0.04).

Conclusion: The difference concerning the preservation of cognitive function after coronary artery bypass grafting between Off- Pump and MECC group was less then expected. We were unable to detect that only avoiding extracorporal circulation can prevent cognitive deficits. In order of choosing the appropriate surgical method we should consider the individuality of each patient.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum26 Mai 2010
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Michael Bucher und PD Dr. Michael Hilker
Tag der Prüfung17 Mai 2010
InstitutionenMedizin > Lehrstuhl für Anästhesiologie
Medizin > Lehrstuhl für Herz-, Thorax- und herznahe Gefäßchirurgie
Stichwörter / KeywordsOFF-Pump, MECC
Dewey-Dezimal-Klassifikation600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-149975
Dokumenten-ID14997

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