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Antibiotikatherapie auf Intensivstationen - Häufigkeit, Entscheidungskriterien und Komplikationen beim Einsatz
Bandulik, Stefanie (2010) Antibiotikatherapie auf Intensivstationen - Häufigkeit, Entscheidungskriterien und Komplikationen beim Einsatz. Dissertation, Universität Regensburg.Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 16 Jul 2010 08:59
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.15624
Zusammenfassung (Deutsch)
In der hier vorgestellten Studie wurden die Häufigkeit, Dauer und Indikationen der antimikrobiellen Therapie auf den internistischen Intensivstationen der Universitätsklinik Regensburg untersucht. Zu diesem Zweck wurden prospektiv Daten aus den aktuellen Intensivkurven der Patienten erhoben, die im Zeitraum vom 01.06.2003 bis 30.11.2003 auf den Intensivstationen der Medizinischen Kliniken I und ...
In der hier vorgestellten Studie wurden die Häufigkeit, Dauer und Indikationen der antimikrobiellen Therapie auf den internistischen Intensivstationen der Universitätsklinik Regensburg untersucht. Zu diesem Zweck wurden prospektiv Daten aus den aktuellen Intensivkurven der Patienten erhoben, die im Zeitraum vom 01.06.2003 bis 30.11.2003 auf den Intensivstationen der Medizinischen Kliniken I und II behandelt wurden. Fehlende Daten wurden im Anschluss an den Erhebungszeitraum retrospektiv im Patientenarchiv der Universität Regensburg vervollständigt. Auf diese Weise konnten 143 Patienten erfasst werden, welche im Beobachtungszeitraum behandelt worden waren und die Studienkriterien erfüllten.
In unserer Studie wurden 90% der Patienten mit Antibiotika behandelt. Diese Zahl ist wesentlich höher als die Zahlen anderer Studien. Im Vergleich zwischen Patienten mit und ohne Antibiotikatherapie zeigt sich, dass 74% der mit Antibiotika behandelten Patienten intubiert waren, während nur 7,1% der nicht intubierten Patienten ein Antibiotikum benötigten. Der Vergleich der CRP-Werte und der Punktwerte im SOFA-Score ergab, dass die Patienten mit Antibiotikatherapie schon bei Aufnahme einen deutlich schlechteren Allgemeinzustand aufwiesen. Wir konnten die längere Verweildauer für Patienten mit Antibiotikatherapie, die in anderen Studien gefunden worden war, bestätigen; eine signifikant erhöhte Mortalität konnten wir jedoch nicht finden. 29 % der Patienten wurden länger als 14 Tage mit Antibiotika behandelt und 9 % sogar länger als 28 Tage. Zur Vermeidung zu langer Behandlungen, sollten in weiteren Studien Stopp-Regeln für Antibiotikatherapien klinisch evaluiert werden. Als Indikation für die Antibiotikatherapie bekamen in unserer Studie 66% der Patienten die Therapie aufgrund einer klinisch gesicherten Infektion. Wie in anderen Studien, war auch in unserer Studie die Pneumonie mit 45% die häufigste Infektion. In 16% der Fälle war ein Anstieg der Entzündungsparameter ausschlaggebend und in 9% lag bereits zu Therapiebeginn ein Antibiogramm vor.
Bei 44% der behandelten Patienten musste die antibiotische Therapie im Verlauf, meist schon innerhalb der ersten vier Tage, umgestellt werden. Gründe dafür waren in 22% ein erneuter Anstieg der Entzündungsparameter, in 15% keine klinische Verbesserung und in 9% der behandelten Patienten machte das Antibiogramm eine Umstellung nötig. In 4% der Fälle waren die Kriterien nicht mehr ermittelbar. Im Vergleich zu Patienten ohne Therapieumstellung zeigten die Patienten mit Umstellung der antibiotischen Therapie am vierten Tag nach Therapiebeginn deutlich höhere Entzündungswerte und Punktwerte im SOFA-Score. Sie mussten deutlich häufiger intubiert werden und auch signifikant länger auf der Intensivstation behandelt werden. Dieser Punkt zeigt, wie wichtig schon zu Therapiebeginn eine adäquate Antibiotikatherapie ist.
Um neue Strategien zum Einsatz von Antibiotika auf den Intensivstationen zu entwickeln, wäre es hilfreich weitere Studien dieser Art durchzuführen und dabei auch die chirurgischen Fachgebiete in die Betrachtung mit einzubeziehen. Außerdem wäre es für ähnliche Studien sinnvoll die Gründe, welche zur Antibiotikatherapie führen genauer in den Patientenakten zu dokumentieren, um dadurch die Entscheidungswege nachvollziehbar zu machen. Nur so können neue Therapiealgorithmen für den Einsatz von Antibiotika entwickelt werden.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
In this study the frequency, duration and indications for antimicrobial therapy in the medical ICUs of the University Hospital in Regensburg were analysed. For this purpose data were taken prospectively from the current documents of patients who were treated in the period from 01/06/2003 until 30/11/2003 in the ICUs of the medical clinics I and II. Missing data were supplemented with patient ...
In this study the frequency, duration and indications for antimicrobial therapy in the medical ICUs of the University Hospital in Regensburg were analysed. For this purpose data were taken prospectively from the current documents of patients who were treated in the period from 01/06/2003 until 30/11/2003 in the ICUs of the medical clinics I and II. Missing data were supplemented with patient files of the University of Regensburg in retrospect after the enquiry period. Thus 143 patients who had been treated at the ICUs during the enquiry period and who fulfilled the criteria of our study could be included.
In our study 90% of the patients were treated with antibiotics. This number is considerably higher than the numbers found in other studies. A comparison between patients with and without antibiotics treatment shows that 74% of the intubated patients had to be treated with antibiotics as opposed to 7,1% of the non-intubated patients. A comparison of CRP results and the SOFA score proved that patients who were treated with antibiotics had already been in a worse general condition when admitted to the ICU. We were able to confirm the longer hospital stays of patients treated with antibiotics, found in other studies, but we did not detect a significantly higher mortality rate of those patients, however. 29% of the patients were treated longer than 14 days with antibiotics and 9% even longer than 28 days. To avoid overlong treatments, further studies should clinically evaluate stop-rules for antibiotics treatment. Indications for an antibiotics therapy were in 66% of all cases a clinically proven infection; in 45% because of pneumonia, like seen in other studies. 16% had an increase of inflammational signs and in 9% of the cases there was an antibiogram available before treatment.
In 44% of all cases an adjustment of the antimicrobial therapy was necessary, most of the time already during the first four days of treatment. In 22% of the cases a recurring increase of inflammatory signs, in 15% no clinical improvement and in 9% the antibiogram made such an adjustment necessary. In 4% of the cases the reasons could not be detected. Unlike patients without an adjustment of the antimicrobial therapy those patients with such an adjustment showed higher inflammatory signs and higher SOFA scores on the fourth day of treatment. They had to be intubated significantly more often and had a significantly longer treatment at the ICU. This shows how important an adequate antibiotics therapy is even at the beginning of a therapy.
To generate new strategies for using antibiotics at the ICU, it could be helpful to organise more such studies and to also incorporate surgical patients. Furthermore it seems sensible that further studies document the underlying reasons for the antimicrobial therapy in the patient files to make therapeutical decisions traceable. This approach is essential for the development of alternative algorithms for antimicrobial therapies.
Beteiligte Einrichtungen
Details
| Dokumentenart | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
| Datum | 16 Juli 2010 |
| Begutachter (Erstgutachter) | Prof. Dr. Bernd Salzberger |
| Tag der Prüfung | 17 Juni 2010 |
| Institutionen | Medizin > Lehrstuhl für Innere Medizin I |
| Themenverbund | Nicht ausgewählt |
| Stichwörter / Keywords | Intensivstation, Antibiotika, Antibiotikatherapie, Resistenz, ICU, Antibiotics, Antibiotics therapy, resistance |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin |
| Status | Veröffentlicht |
| Begutachtet | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden | Ja |
| URN der UB Regensburg | urn:nbn:de:bvb:355-epub-156246 |
| Dokumenten-ID | 15624 |
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