Xerostomie und Lebensqualität bei Plattenepithelkarzinomen der Kopf-Hals-Region
Maurer, Julia (2010) Xerostomie und Lebensqualität bei Plattenepithelkarzinomen der Kopf-Hals-Region. Dissertation, Universität Regensburg.Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 11 Okt 2010 11:51
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.16762
Zusammenfassung (Deutsch)
Hintergrund: Die Xerostomie gilt als der wichtigste determinierende Faktor der Lebensqualität (LQ) nach Bestrahlung (RT) der Kopf-Hals-Region. In aktuellen Studien hatte aber auch die RT-induzierte Dysphagie einen wesentlichen Einfluss auf die Lebensqualität. In dieser Arbeit wurde sowohl der Einfluss dieser beiden Parameter, als auch weiterer Faktoren wie Alter, Geschlecht und Gabe einer ...
Hintergrund: Die Xerostomie gilt als der wichtigste determinierende Faktor der Lebensqualität (LQ) nach Bestrahlung (RT) der Kopf-Hals-Region. In aktuellen Studien hatte aber auch die RT-induzierte Dysphagie einen wesentlichen Einfluss auf die Lebensqualität. In dieser Arbeit wurde sowohl der Einfluss dieser beiden Parameter, als auch weiterer Faktoren wie Alter, Geschlecht und Gabe einer simultanen Chemotherapie auf die Lebensqualität untersucht.
Material und Methodik: 35 Patienten mit Plattenepithelkarzinomen der Kopf-Hals-Region wurden in die prospektive Studie eingeschlossen. Die RT erfolgte 3D-CT-geplant in 3D-konformaler bzw. IMRT-Technik. 28 Pat. (80%) erhielten eine simultane Chemotherapie. Die Evaluation der LQ (EORTC QLQ C30), der Toxizitäten (H&N C-35, CTC 2.0) und der weiteren Parameter erfolgte vor Beginn, während und im Anschluss an die RT, sowie im weiteren Verlauf bis zu 12 Monaten nach Abschluss der Therapie. Zur Objektivierung der Speicheldrüsenfunktion wurde an drei Zeitpunkten eine Speicheldrüsenszintigraphie durchgeführt.
Ergebnisse: Unter Bestrahlung zeigte sich eine signifikante Verschlechterung der Lebensqualität, die jedoch im Verlauf bis 12 Monate nach Therapieabschluss wieder in etwa Ausgangsniveau erreichte. Weiterhin schlechtere Werte ergaben sich im Verlauf jedoch insbesondere für die Xerostomie. Weiterhin litten mehr als ein Drittel der Patienten unter mäßiger bis schwerer Xerostomie, hinsichtlich mäßiger bis schwerer Dysphagie 15%. Beide diese Toxizitäten zeigten einen Einfluss auf einige Parameter der Lebensqualität, wobei die globale Lebensqualität insbesondere durch die Dysphagie beeinflusst wurde. Zudem zeigte sich bezüglich der Dysphagie kein Gewöhnungseffekt im Langzeitverlauf im Vergleich zur Xerostomie. Jüngere Patienten hatten zu allen Zeitpunkten eine bessere Lebensqualität als ältere Patienten. Desweiteren zeigte sich bei älteren Patienten eine höhere Inzidenz und Schwere von Xerostomie und Dysphagie. Die Gabe einer simultanen Chemotherapie beeinflusste im Wesentlichen die Inzidenz und Stärke der auftretenden Dysphagie und führte somit zu verstärkten Ernährungsproblemen. Eine Auswirkung der Chemotherapie auf Mukositis und Xerostomie lies sich nicht nachweisen. Ein Zusammenhang zwischen applizierter Dosis auf die Parotiden und Exkretionsmuster in der Speicheldrüsenszintigraphie sowie Xerostomie konnte in vorliegender Arbeit nicht gefunden werden.
Schlussfolgerung: Die Ergebnisse folgender Arbeit sollten Anlass dafür sein, zukünftig einer strukturierten Diagnostik, Therapie und Rehabilitation von Schluckstörungen mehr Bedeutung zukommen zu lassen und insbesondere bei der Bestrahlungsplanung nicht nur Wert auf die Schonung der Parotiden, sondern auch auf die der am Schluckakt beteiligten Strukturen wie z.B. der retropharyngealen Muskulatur zu legen.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
Background: Xerostomia is one of the most important determining factors of quality of life (LQ) after radiotherapy (RT) of the head neck region. In topical studies RT-induced Dysphagia had an essential influence on the quality of life. In this paper the influence of these both parameters on LQ, as well as other factors like age, gender and simultaneous chemotherapy, were examined. Methods: 35 ...
Background: Xerostomia is one of the most important determining factors of quality of life (LQ) after radiotherapy (RT) of the head neck region. In topical studies RT-induced Dysphagia had an essential influence on the quality of life. In this paper the influence of these both parameters on LQ, as well as other factors like age, gender and simultaneous chemotherapy, were examined.
Methods: 35 patients with squamous cell carcinoma of the head neck region were enclosed in the prospective study. The patients were treated by the use of 3 dimensional conformal radiotherapy (3D CRT) or OMRT-technology. 28 Pat. (80%) simultaneously received chemotherapy. The evaluation of LQ (EORTC QLQ C30), toxicities (H&N C-35, CTC 2.0) and other parameters were assessed at the beginning, during and after the RT, as well as in follow up up to 12 months after the end of therapy. To the objectify the function of the salivary glands a scintigraphy was carried out three times.
Results: During radiotherapy a significant deterioration of quality of life occurred. Nevertheless, in the follow up up to 12 months after the end of therapy it again reached its base level. Furthermore heavy xerostomia arose in the course of treatment. More than one third of the patients suffered from moderate through heavy xerostomia, 15% of the patients showed moderate through heavy dysphagia. Both toxicities showed an influence on some parameters of quality of life. Global quality of life was particular influenced in by dysphagia. No habituation effect occured with regard to dysphagia in the long time run compared to xerostomia. Younger patients showed a better quality of life than older patients at all times. Moreover, older patients showed a higher incidence and severity of xerostomia and dysphagia. Simultaneous chemotherapy influenced the incidence and severity of dysphagia. This caused increased feeding problems. Chemotherapy had no effect on mucositis and xerostomia. This paper could not find a correlation between the exhibited dose on the parotids and the scintigraphic result of the parotid glands, as well as xerostomia.
Conclusion: The findings of this study give more importance to structured clinical diagnostics, therapy and rehabilitation of deglutition problems. This means in particular not only to spare the paritods while planning the irradiation, but also to keep an eye on the important structures for deglutition, like the retropharyngeal muscles.
Beteiligte Einrichtungen
Details
| Dokumentenart | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
| Datum | 11 Oktober 2010 |
| Begutachter (Erstgutachter) | Prof. Dr. Oliver Kölbl und Prof. Dr. Dr. Torsten Reichert |
| Tag der Prüfung | 21 September 2010 |
| Institutionen | Medizin > Lehrstuhl für Strahlentherapie |
| Themenverbund | Nicht ausgewählt |
| Stichwörter / Keywords | Strahlentherapie, Xerostomie, Dysphagie, Lebensqualität, Speicheldrüsen |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin |
| Status | Veröffentlicht |
| Begutachtet | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden | Ja |
| URN der UB Regensburg | urn:nbn:de:bvb:355-epub-167621 |
| Dokumenten-ID | 16762 |
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