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Einfluss des Tragzeitalters bzw. der Schwangerschaftsprolongation sowie schwangerschaftsspezifischer Parameter auf das fetal outcome bei Frühgeburtsbestrebungen unter 28 SSW unter besonderer Berücksichtigung einer Tokolyse mit Indomethacin
Braun, Janina (2011) Einfluss des Tragzeitalters bzw. der Schwangerschaftsprolongation sowie schwangerschaftsspezifischer Parameter auf das fetal outcome bei Frühgeburtsbestrebungen unter 28 SSW unter besonderer Berücksichtigung einer Tokolyse mit Indomethacin. Dissertation, Universität Regensburg.Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 15 Jun 2011 06:23
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.21147
Zusammenfassung (Deutsch)
In der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine retrospektive Kohorten-Studie, in der alle Fälle von Schwangerschaften mit Frühgeburtsbestrebungen und einer Aufnahme <28+0 SSW in die St. Hedwigs-Klinik innerhalb des Zeitraumes von 2000-2007 erfasst wurden. Die Ergebnisse der deskriptiven Statistik wiesen hinsichtlich der Schwangerschaftsparameter (wie Alter der Mutter, Muttermundstatus bei ...
In der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine retrospektive Kohorten-Studie, in der alle Fälle von Schwangerschaften mit Frühgeburtsbestrebungen und einer Aufnahme <28+0 SSW in die St. Hedwigs-Klinik innerhalb des Zeitraumes von 2000-2007 erfasst wurden. Die Ergebnisse der deskriptiven Statistik wiesen hinsichtlich der Schwangerschaftsparameter (wie Alter der Mutter, Muttermundstatus bei Aufnahme, Gravidität und Parität, Entbindungsmodus und Mehrlingsanzahl) keine Unterschiede zwischen den Gruppen mit und ohne Indomethacin-Exposition auf. Indomethacin wurde vor allem bei solchen Frauen additiv eingesetzt, bei denen die Standardtokolyse erfolglos geblieben war. Diese Frauen stellten ein besonderes Risikokollektiv aufgrund einer signifikant niedrigeren Tragzeit bei Aufnahme, einem signifikant niedrigeren Tragzeitalter bei Entbindung, einem höheren Vorkommen eines vorzeitigen Blasensprunges, einem häufigeren Einsatz einer Antibiose sowie höheren mütterlichen CRP-Werten dar. In der univariaten Analyse der Kinder-Daten zeigten eine durchgeführte RDS-Prophylaxe, ein höheres Tragzeitalter bei Geburt sowie ein höheres Geburtsgewicht ebenso eine positive Auswirkung auf die Morbiditäts- als auch die Mortalitätsrate. Durch diese Ergebnisse relativierte sich eine vermeintliche Assoziation einer antenatalen Indomethacin-Exposition mit einer signifikant höheren Inzidenz von NEC, IVH (insbesondere Grad III-IV), RDS, BPD und PDA unter den Neugeborenen. Zudem schien die Dauer der Indomethacin-Gabe keinen Einfluss auf die Morbiditäts-/Mortalitätsraten zu haben.
Das retrospektive Format unserer Kohorten-Studie war anfällig für Störgrößen. In der Gruppe mit Indomethacin-Exposition lag ein größeres Gesamtrisiko für eine Frühgeburt und die damit assoziierten neonatalen Komplikationen vor. Daher vermuten wir, dass wohl eher zufällige Effekte bei der Auswahl des Datenkollektivs, insbesondere die Tragzeit, und damit die besondere Indikationsstellung für den Einsatz von Indomethacin den eigentlich entscheidenden Risikofaktor für das Auftreten fetaler/neonataler Komplikationen darstellten, als dass die Applikation von Indomethacin selbst das Outcome der Kinder negativ beeinflusst hätte. Da der Einfluss, den die Indikation auf die Ergebnisse nahm, nur schwer kontrolliert werden konnte, sollten die höhere Morbiditätsrate in unserem Indomethacin-exponierten Kollektiv also unter Berücksichtigung der Umstände bewertet und kann nicht dem alleinigen Einfluss von Indomethacin zugeschrieben werden. Für eine genauere, statistisch haltbare Aussage müsste jedoch ein deutlich größeres Datenkollektiv zur Verminderung des Einflusses der genannten Störgrößen untersucht werden. In Anbetracht nicht sicher nachgewiesener fetaler/neonataler Nebenwirkungen steht die durch Indomethacin erreichbare Schwangerschaftsprolongation bei sehr frühen Frühgeburtsbestrebungen mit ihrem positiven Effekt auf die neonatale Mortalität und Morbidität deutlich im Vordergrund.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
We tried to determine whether indomethacin tocolysis given in cases of high risk for premature delivery is associated with any increased complications in neonates. We performed a retrosprective cohort study, which determined all cases of pregnancies between 2002 and 2007 with the risk for premature delivery and an intake into hospital (St. Hedwig hospital Regensburg) before 28 weeks of ...
We tried to determine whether indomethacin tocolysis given in cases of high risk for premature delivery is associated with any increased complications in neonates. We performed a retrosprective cohort study, which determined all cases of pregnancies between 2002 and 2007 with the risk for premature delivery and an intake into hospital (St. Hedwig hospital Regensburg) before 28 weeks of gestinational age. Indomethacin was given especially to women with failure of the standard tokolysis. These women had a higher risk for preterm delivery because of a shorter gestinational age at delivery, higher risk for PROM and ascending infections and higher levels of the maternal CRP. The results of the retrospective statistic analysis didn´t offer any differences in terms of age of the mother, mode of delivery, nor the number of multiples between the group with indomethacin exposure and the one without. Children with surfactant treatment, higher gestational age at delivery and higher birth weight both showed a lower range of neonatal morbidity and mortality. So we concluded that the incidence of neonatal complications including respiratory distress syndrome, patent ductus arteriosus, bronchopulmonary dysplasia, necrotizing enterocolitis, intraventricular hemorrhage, sepsis, and neonatal mortality didn´t appear because oft he exposure to indomethacin but because of the lower grade of antenatal maturity.
Beteiligte Einrichtungen
Details
| Dokumentenart | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
| Datum | 15 Juni 2011 |
| Begutachter (Erstgutachter) | Prof. Dr. Birgit Seelbach-Göbel und PD Dr. Ludwig Deml |
| Tag der Prüfung | 10 Juni 2011 |
| Institutionen | Medizin > Lehrstuhl für Frauenheilkunde und Geburtshilfe (Schwerpunkt Geburtshilfe) |
| Stichwörter / Keywords | Indomethacin, Tokolyse, Frühgeburtlichkeit, neonatale Komplikationen |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin |
| Status | Veröffentlicht |
| Begutachtet | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden | Ja |
| URN der UB Regensburg | urn:nbn:de:bvb:355-epub-211472 |
| Dokumenten-ID | 21147 |
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