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Hierl, Julia

Postoperatives Outcome operativ stabilisierter Wirbelsäulenfrakturen bei geriatrischen Patienten

Hierl, Julia (2012) Postoperatives Outcome operativ stabilisierter Wirbelsäulenfrakturen bei geriatrischen Patienten. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 12 Jul 2012 09:10
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.25308


Zusammenfassung (Deutsch)

Fragestellung: Bei steigender Lebenserwartung und häufigerem Auftreten von Wirbelsäulenverletzungen bei alten Menschen war es Ziel dieser retrospektiven Studie (Evidenzgrad IV) zu untersuchen, ob operative Stabilisierungen der Wirbelsäule den speziellen Ansprüchen älterer Menschen gerecht werden unter dem Gesichtspunkt der Lebensqualität, der Pflegebedürftigkeit und des radiologischen sowie ...

Fragestellung: Bei steigender Lebenserwartung und häufigerem Auftreten von Wirbelsäulenverletzungen bei alten Menschen war es Ziel dieser retrospektiven Studie (Evidenzgrad IV) zu untersuchen, ob operative Stabilisierungen der Wirbelsäule den speziellen Ansprüchen älterer Menschen gerecht werden unter dem Gesichtspunkt der Lebensqualität, der Pflegebedürftigkeit und des radiologischen sowie klinischen Outcomes.
Patienten und Methode: Von 2004 bis 2008 (5-Jahrezeitraum) erlitten 62 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 73,3 Jahren (Spanne 65 – 88) eine traumatisch bedingte Wirbelsäulenfraktur (HWK 3 – LWK 5) und wurden in der Abteilung für Unfallchirurgie des Universitätsklinikums Regensburg operativ stabilisiert. Entsprechend der AO-Klassifikation lagen bei 26 Patienten (42%) eine Typ A3 Verletzung vor, bei 30 Patienten (48%) eine Typ B Verletzung und bei 6 Patienten (10%) eine Typ C Verletzung.
Zwischen März und Dezember 2009 kontaktierten wir diese 62 Patienten oder deren Angehörige und 44 von 62 Patienten (71%) konnten im Durchschnitt 27,3 Monate postoperativ (Spanne 12 – 60 Monate) nachuntersucht werden. Die Lebensqualität wurde von diesen 44 Patienten mittels des Fragebogens SF 12 und des SSE Spine Tango Fragebogens gemessen und konventionelle Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule in 2 Ebenen angefertigt.
Die 18 Patienten, die nicht nachuntersucht werden konnten, wurden telefonisch bezüglich ihrer Pflegebedürftigkeit und Mobilität befragt.
Ergebnisse: Die körperliche Summenskala des SF 12 war zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung signifikant reduziert im Vergleich zu einer altersentsprechenden Referenzpopulation. Radiologisch zeigte sich ein signifikanter Repositionsverlust des Grund- und Deckplattenwinkels und der Höhe der Wirbelkörpervorderkante. Bezüglich Bein- und Gesäßschmerzen betrug die Visuelle Analog Skala zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung durchschnittlich einen Punktewert von 2,0 (Spanne 0 – 8) und für Rückenschmerzen von 3,0 (Spanne 0 – 10). Es konnte keine signifikante Korrelation zwischen dem Repositionsverlust und den Ergebnissen des SF 12 oder der Visuellen Analog Skala gefunden werden.
Alle 62 Patienten hatte eine Komplikationsrate von 18 %, wobei 15% operativ revidiert wurden. Die Mobilität und die Einstufung in eine Pflegestufe verschlechterte sich im Durchschnitt 27,3 Monate postoperativ signifikant im Vergleich zur Situation vor der Operation.
Schlussfolgerung: Traumatisch bedingte Wirbelsäulenfrakturen mit einhergehender operativer Stabilisierung haben einen signifikanten Einfluss auf die postoperative Lebensqualität und Pflegebedürftigkeit bei geriatrischen Patienten.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

Object: As the aged population increases and traumatic spinal fractures more often occur in geriatric patients, the purpose of this investigation was to evaluate the health related quality of life, radiological findings and complications in the elderly after an operative stabilization of the spine. Methods: From 2004 to 2008 sixty-two patients with an average age of 73,3 years (range 65 – 88 ...

Object: As the aged population increases and traumatic spinal fractures more often occur in geriatric patients, the purpose of this investigation was to evaluate the health related quality of life, radiological findings and complications in the elderly after an operative stabilization of the spine.
Methods: From 2004 to 2008 sixty-two patients with an average age of 73,3 years (range 65 – 88 years) suffered from a traumatic spinal fracture and underwent an operative instrumentation of the spine (C3 – L5) at the department of trauma surgery at the university hospital of Regensburg. According to the AO-classification type A3 fracture occurred in 26 patients (42%), type B fracture in 30 patients (48%) and type C fracture in 6 patients (10%).
Between March and December 2009 the patients or their relatives were contacted and 44 of the 62 patients (71%) could be followed up at a mean of 27,3 months postoperative (range 12 – 60 months). These patients completed the SF 12 questionnaire and the SSE Spine Tango questionnaire. Additional spinal radiographs were performed.
Those patients, who could not be followed up, were interviewed on the phone about their mobility and need of nursing care after the surgery.
Results: For the 44 followed up patients the physical component score of the SF 12 was significantly reduced in comparison to an age-matched reference group. In the radiographs the sagittal local Cobb-angle and the anterior vertebral body height showed a significant loss of correction after the surgery. The mean visual analogue scale for back pain was 3,0 (range 0 – 10) and for leg pain 2,0 (range 0 – 8) at a mean of 27,3 months after the operation. There was no significant correlation found between the loss of correction in the radiographs and the results of the SF 12 or the visual analogue scale.
In all 62 patients, 11 (18%) intra- or postoperative complications were noticed, 9 (15%) required reoperation. During the follow up, mobility was significantly reduced and the need of nursing care significantly increased for the 62 patients in comparison to the situation before the trauma.
Conclusion: Traumatic spinal injuries with consecutive operative stabilization has an important impact on the health related quality of life in geriatric patients.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum12 Juli 2012
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Michael Nerlich und PD Dr. Jürgen Schlaier
Tag der Prüfung18 Juni 2012
InstitutionenMedizin > Lehrstuhl für Unfallchirurgie
Stichwörter / Keywordspostoperatives Outcome, Wirbelsäulenfrakturen, geriatrische Patienten
Dewey-Dezimal-Klassifikation600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-253089
Dokumenten-ID25308

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