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Hütz, Taveta

Kein Hinweis auf eine persistierende cMRSA Besiedlung in einer zentraleuropäischen Kohorte

Hütz, Taveta (2013) Kein Hinweis auf eine persistierende cMRSA Besiedlung in einer zentraleuropäischen Kohorte. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 08 Apr 2013 15:54
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.27967


Zusammenfassung (Deutsch)

In unserer Follow-up Studie wurde ein Patientenkollektiv untersucht bei dem durchschnittlich 32.6 Monate zuvor eine cMRSA Infektion bzw. -Besiedlung nachgewiesen worden war. Der überwiegende Teil der Patienten gab im Rahmen der Befragung an, unter cMRSA typischen Abzessen gelitten zu haben. Bis auf 2 Patienten waren die Abzesse zum Zeitpunkt der Befragung vollständig abgeklungen. Da bisher wenig ...

In unserer Follow-up Studie wurde ein Patientenkollektiv untersucht bei dem durchschnittlich 32.6 Monate zuvor eine cMRSA Infektion bzw. -Besiedlung nachgewiesen worden war. Der überwiegende Teil der Patienten gab im Rahmen der Befragung an, unter cMRSA typischen Abzessen gelitten zu haben. Bis auf 2 Patienten waren die Abzesse zum Zeitpunkt der Befragung vollständig abgeklungen.

Da bisher wenig über eine nachhaltig erfolgreiche Therapieform bei cMRSA bekannt ist wurde versucht, den Verlauf der Infektion bzw. den Therapieerfolg zu eruieren. Im Rahmen der Befragung wurde ebenfalls versucht, Risikofaktoren ausfindig zu machen die möglicherweise mit einer cMRSA Infektion bzw. –Besiedlung in Verbindung gebracht werden können. Dabei ergab sich dass bei lediglich 20% der Probanden eine für cMRSA effektive medikamentöse Therapie vermutet werden konnte, nachdem eine medikamentöse Therapie zum jetzigen Zeitpunkt durch klinische Studien nicht eindeutig zu belegen ist (160). Somit ist der Behandlungserfolg entweder auf eine für cMRSA effektive Therapie zurückzuführen oder die Abszessleiden sind bei einem intakten Immunsystem als selbst limitierend zu bewerten, da sich keine Grunderkrankung nachweisen ließ. Eine Abzessspaltung bei einem durch cMRSA verursachten Abzessleiden bleibt nach wie vor Therapie der Wahl.

Ferner ließ sich herauskristallisieren dass bei einer zuvor mit cMRSA infizierten bzw. besiedelten Kohorte bis auf 4 Probanden keine weitere cMRSA Besiedlung des Nasenvorhofs sich nachweisen ließ. Dieses könnte darauf hinweisen dass eine cMRSA Infektion trotz fehlender Besiedlung des Nasenvorhofs stattfinden kann was auf eine, im Vergleich zu MRSA, erhöhte Virulenz hindeutet. In diesem Zusammenhang ist auch zu berücksichtigen, dass sich eine Besiedlung mit cMRSA auch an anderen Körperstellen nachweisen lässt wie z.B. in der Leistengegend, in den Achselhöhlen, im perianalen Bereich oder an Wunden. Die vorliegenden Ergebnisse sind nur im Rahmen der durchgeführten Nasenabstriche zu werten. Bei in Frage kommenden Patienten wäre die Untersuchung einer Besiedlung anderer Körperteile mit cMRSA für die Überwachung der aktuellen cMRSA Ausbreitung von wesentlicher Bedeutung.

Hinsichtlich möglicher Risikofaktoren für eine cMRSA Infektion oder Besiedlung war der hohe Anteil der Heimtierhaltung bei nahezu zwei Drittel der Probanden des untersuchten Patientenkollektivs auffällig. Eine Korrelation zwischen Heimtierhaltung und cMRSA Besiedlung erscheint daher möglich. Studien belegen, dass Heimtiere als ein potentielles Reservoir für cMRSA Infektionen gesehen werden können.

Möglicherweise ist auch davon auszugehen, dass cMRSA Infektionen inzwischen sowohl inner- wie auch außerhalb von Krankenhäusern erfolgen können da in der untersuchten Kohorte cMRSA infizierte Patienten am häufigsten im Gesundheitswesen tätig waren. Somit muss von einer allgegenwärtigen Infektionsgefährdung ausgegangen werden. Da eine entsprechende cMRSA Prophylaxe einen erheblichen finanziellen Aufwand erfordert, ist bei sinkenden finanziellen Ressourcen im Gesundheitssystem eine allgemeine Zunahme von cMRSA Infektionen und -Besiedlungen zu befürchten.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

103 patients previously tested positive for cMRSA were followed up for a mean time of 32.6 months. 80 patients had a history of skin or soft tissue infection; the remainder were mostly asymptomatic carriers. Out of 103 patients, only one reported ongoing symptoms with abscess formation. Out of 81 nasal swabs available, 30.9% were positive for S. aureus but only 4 were PVL-positive MRSA. In ...

103 patients previously tested positive for cMRSA were followed up for a mean time of 32.6 months. 80 patients had a history of skin or soft tissue infection; the remainder were mostly asymptomatic carriers. Out of 103 patients, only one reported ongoing symptoms with abscess formation. Out of 81 nasal swabs available, 30.9% were positive for S. aureus but only 4 were PVL-positive MRSA. In summary, we were unable to find persistent health issues or nasal colonization with cMRSA in a cohort of previously cMRSA infected/colonized patients.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum2013
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Bernd Salzberger und PD Dr. Wulf Schneider
Tag der Prüfung15 März 2013
InstitutionenMedizin > Lehrstuhl für Innere Medizin I
Stichwörter / KeywordscMRSA, MRSA, S.aureus
Dewey-Dezimal-Klassifikation600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-279679
Dokumenten-ID27967

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