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Relevanz geburtshilflicher Parameter für das Auftreten postpartaler Beckenbodeninsuffizienz 18 – 24 Monate nach der Geburt des ersten Kindes unter Einbeziehung der 3D-Perinealsonographie
Wilm, Anna (2014) Relevanz geburtshilflicher Parameter für das Auftreten postpartaler Beckenbodeninsuffizienz 18 – 24 Monate nach der Geburt des ersten Kindes unter Einbeziehung der 3D-Perinealsonographie. Dissertation, Universität Regensburg.Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 08 Mai 2014 16:27
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.29863
Zusammenfassung (Deutsch)
Ziel dieser prospektiven klinischen Studie war es, biometrische Messungen des M. levator ani zwei Jahre nach der ersten Entbindung zu erheben und diese in Bezug zu setzen zu verschiedenen anamnestischen Variablen. Außerdem wurden die Messwerte mit den zwei Tage pp erhobenen Werten verglichen. Das initiale Studienkollektiv bestand aus 130 Primiparae, die Rücklaufquote beim Follow-up betrug 59,2% ...
Ziel dieser prospektiven klinischen Studie war es, biometrische Messungen des M. levator ani zwei Jahre nach der ersten Entbindung zu erheben und diese in Bezug zu setzen zu verschiedenen anamnestischen Variablen. Außerdem wurden die Messwerte mit den zwei Tage pp erhobenen Werten verglichen. Das initiale Studienkollektiv bestand aus 130 Primiparae, die Rücklaufquote beim Follow-up betrug 59,2% (n=77), der durchschnittliche Untersuchungszeitpunkt lag 21,4 Monate pp. Es erfolgte eine 3D-Perinealsonographie sowie eine gynäkologische Untersuchung zur Evaluation eines Descensus uteri und vaginae, jeweils in Ruhe und während eines Valsalva-Manövers. Beckenbodenfunktionsstörungen wurden mithilfe eines Fragebogens erfasst.
18-24 Monate pp fanden sich bei den vaginal entbundenen Frauen im Vergleich zu den per Sectio entbundenen Frauen signifikant größere Werte des Levatorspalts. Außerdem bestanden signifikante Korrelationen zwischen dem Alter und dem BMI der Primiparae mit den sonographisch erfassten Parametern.
Insgesamt berichteten 36,8% der Frauen beim Follow-up über eine Belastungsinkontinenz, 42,1% über eine Drangsymptomatik, 27,3% über eine regelmäßige Nykturie, 6,5% über eine Stuhlinkontinenz und 25,0% über eine Dyspareunie. Der seitliche und der a.-p. Durchmesser des Levatorhiatus sowie die Levatorfläche zeigten einen signifikanten Zusammenhang mit dem Auftreten einer Belastungsinkontinenz. Desweiteren bestand auch ein statistisch signifikanter Zusammenhang mit dem Auftreten eines Descensus vaginae vom Typ der Zystozele.
Schwangerschaftsinkontinenz war ebenso wie ein mütterliches Alter über 30 Jahre und ein BMI über 30kg/m2 signifikant mit dem Erleben von Belastungsinkontinenz assoziiert. Die Dauer der Austreibungsperiode war bei den Frauen, die eine Inkontinenz entwickelt hatten, signifikant kürzer als bei den Frauen ohne Belastungsinkontinenz.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass geburtsbedingte Veränderungen der Beckenbodenarchitektur sowohl direkt pp als auch noch zwei Jahre später mit der 3D- Perinealsonographie einfach visualisiert werden können. Die prädiktive Wertigkeit der Beckenbodensonographie für funktionelle Beckenbodenstörungen unmittelbar pp lässt sich aus den erhobenen Daten jedoch nicht abschließend beurteilen.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
Aim of this prospective clinical study was to biometrically measure the length of the levator ani muscle in women 2 years after their first childbirth and to relate these measurements with the anamnestic variables given by the patients. These data were then compared with the measurements taken 2 days after the first childbirth. The study group consisted of 128 primiparae, the response rate at ...
Aim of this prospective clinical study was to biometrically measure the length of the levator ani muscle in women 2 years after their first childbirth and to relate these measurements with the anamnestic variables given by the patients. These data were then compared with the measurements taken 2 days after the first childbirth. The study group consisted of 128 primiparae, the response rate at follow-up was 59.2 % (n=77) and the mean examination time was 21.4 months after childbirth. 3D-perineal ultrasound and vaginal examinations were conducted to determine the possible presence of descensus uteri and vaginae, both at rest or during a Valsalva test. Pelvic floor function was assessed by means of a questionnaire.
18 to 24 months postpartum, the levator hiatus was significantly bigger in women after vaginal birth than women after caesarean section. Furthermore, a positive correlation existed between the age and BMI of the primiparae and the measurements of the levator muscle.
At follow-up, 36.8% of the women reported stress urinary incontinence, 42.1% urge urinary incontinence, 27.3% nocturia, 6.5% anal incontinence and 25.0% dyspareunia. The diameter as well as the area of the levator hiatus showed a significant correlation with the presence of stress urinary incontinence. Moreover, a statistic correlation was found with regard to the diagnosis of descensus vaginae, cystocele type.
The presence of stress urinary incontinence was significantly associated with urinary incontinence during pregnancy as well as maternal age over 30 years at first childbirth and a BMI higher than 30 kg/m2. The duration of the second stage of labour was significantly shorter in women who developed urinary incontinence than in women who did not.
In summary, any structural changes of the pelvic floor may be easily visualised by 3D-ultrasound scanning both 2 days after childbirth as well as 2 years after. However, the predictive significance of 3D-ultrasound scanning for detecting pelvic floor dysfunction early postpartum cannot yet be evaluated conclusively.
Beteiligte Einrichtungen
Details
| Dokumentenart | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
| Datum | 8 Mai 2014 |
| Begutachter (Erstgutachter) | Prof. Dr. Birgit Seelbach-Göbel und PD Dr. Sigrid Wittmann |
| Tag der Prüfung | 28 April 2014 |
| Institutionen | Medizin > Lehrstuhl für Frauenheilkunde und Geburtshilfe (Schwerpunkt Geburtshilfe) |
| Stichwörter / Keywords | 3D-Perinealsonographie, Beckenbodeninsuffizienz, Harninkontinenz |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin |
| Status | Veröffentlicht |
| Begutachtet | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden | Ja |
| URN der UB Regensburg | urn:nbn:de:bvb:355-epub-298633 |
| Dokumenten-ID | 29863 |
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