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Demirci, Cagla Nur

"Korrelieren früh-postoperativ erhöhte Blutdruckwerte bei herzchirurgischen Patienten mit erhöhtem Blutverlust über die Thoraxdrainagen?"

Demirci, Cagla Nur (2016) "Korrelieren früh-postoperativ erhöhte Blutdruckwerte bei herzchirurgischen Patienten mit erhöhtem Blutverlust über die Thoraxdrainagen?". Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 29 Apr 2016 04:58
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.33732


Zusammenfassung (Deutsch)

Rethorakotomie und erhöhter Transfusionsbedarf aufgrund postoperativer Nachblutung nach Herzoperationen sind relevante Komplikationen und Risikofaktoren für zum Beispiel Wundheilungsstörungen. Im klinischen Alltag wird häufig ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Einfluss postoperativer Hypertension auf die Blutungsmenge über Thoraxdrainagen angenommen. Diese Annahme ist jedoch bislang nicht ...

Rethorakotomie und erhöhter Transfusionsbedarf aufgrund postoperativer Nachblutung nach Herzoperationen sind relevante Komplikationen und Risikofaktoren für zum Beispiel Wundheilungsstörungen. Im klinischen Alltag wird häufig ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Einfluss postoperativer Hypertension auf die Blutungsmenge über Thoraxdrainagen angenommen. Diese Annahme ist jedoch bislang nicht analysiert worden. Mit Hilfe des Metavision Intensiv-Überwachungssystems wurden retrospektiv die früh-postoperativen Blutdruck-Werte herzchirurgischer Patienten mit den Blutverlusten über Thoraxdrainagen ausgewertet und hinsichtlich einer Korrelation untersucht. Bei 431 Patienten wurden die postoperativen mittleren Blutdruck-Werte während der ersten 45 Minuten nach Aufnahme auf der Intensivstation, sowie die Spitzen-Werte über 80mmHg und Blutverluste über die intraoperativ eingebrachten Thorax-Drainagen nach 60 Minuten nach Intensivaufnahme aufgezeichnet. Der definierte Zielblutdruckbereich lag bei 60-80mmHg. Begleitend wurde prä- und postoperative Blutgerinnung (INR, Thrombozytenzahl), Komorbidität (BMI, Serumkreatinin, Alter, COPD, pAVK) sowie präoperative Thrombozyten-Inhibition uvm. erfasst.
In die Studie wurde Patienten eingeschlossen, die einen herzchirurgischer Eingriff über Sternotomie erhielten und, die über mindestens 30 Blutdruck-Einzelwerte im Metavision verfügten. Ausgeschlossen wurden Patenten mit Herztransplantation oder VAD-Implantation, mit Thorax apertum oder Patienten, die prä- oder postoperative eine ECMO-Unterstützung brauchten.
Blutdruckwerte und Blutverlust wurden einer linearen Regressionsanalyse unter Berücksichtigung der Art des Eingriffs, perioperativer Gerinnungssituation und Komorbidität unterzogen. Es zeigte sich keine Korrelation zwischen Hypertension zu erhöhter Blutverlust im Gesamtkollektiv. Im Mittel lagen alle Patienten 12-mal über dem maximalen Ziel-Blutdruck von 80mmHg. Blutungsbedingt Rethorakotomierte und nicht-Rethorakotomierte Patienten zeigten bei höherer Blutungsmenge der Reinterventions-Gruppe eine vergleichbare Häufigkeit von Blutdruckspitzen >80 mmHg. Die einfache Regressionsanalyse erbrachte keine Korrelation postoperativer Hypertension mit erhöhter Blutungsmenge in Abhängigkeit von der Art des Eingriffs bei Koronar-Bypass-Operationen, Kombinations-, Notfall- und isolierten Klappeneingriffen. Lediglich bei Patienten nach Aorten-chirurgischen Eingriffen stellte sich ein Zusammenhang höheren Blutverlustes bei hypertensiven Blutdruckwerten dar. Die multiple Regressionsanalyse zeigte keinen Effekt postoperativer Hypertension, weder hinsichtlich der Häufigkeit des Blutdruckes >80 mmHg, noch hinsichtlich des maximalen Blutdruck-Wertes. Im Gegensatz dazu korrelierten postoperative INR-Werte >1.5 und Thrombozyten-Zahlen unter 100/ nl signifikant mit erhöhten Blutverlusten nach einer Herz-Operation.
Früh-postoperative Hypertension hat keinen nachteiligen Effekt auf die Blutungsmenge nach Herz-Operation – im Gegensatz zu Basis-Parametern der Blutgerinnung. Daher sollte postoperatives Management zur Blutungsreduktion einen physiologischen Blutgerinnungsstatus und weniger normotensive Blutdruck-Werte anstreben.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

Background: Increased blood loss after cardiac surgery is a severe complication and a risk factor for higher morbidity and mortality. Guidelines for hemodynamic management recommend normotensive blood pressure to avoid increased chest drain volumes. In this analysis correlation of early postoperative hypertension and chest drain volumes has been evaluated in patients after cardiac surgery. ...

Background: Increased blood loss after cardiac surgery is a severe complication and a risk factor for higher morbidity and mortality. Guidelines for hemodynamic management recommend normotensive blood pressure to avoid increased chest drain volumes. In this analysis correlation of early postoperative hypertension and chest drain volumes has been evaluated in patients after cardiac surgery. Methods: Postoperative mean blood pressure values during first 45 minutes and chest drain volumes during first 60 minutes of 431 patients after cardiac surgery have been analyzed by an intensive care monitoring system after intensive care admission. Correlation between blood pressure and blood loss has been calculated by simple and multiple linear regression analysis. Results: In the entire patient cohort and in various subgroup analyses (body-mass-index, type of surgery, comorbidity, emergency, preoperative anticoagulation) no association between early mean blood pressure > 80 mmHg and increased blood loss was evident in simple regression analysis. Merely, after aortic surgery a correlation of hypertension and blood loss was found. Multiple regression revealed postoperative INR values > 1.5 and thrombocyte counts < 100.000/ nL to impact blood loss in contrast to postoperative hypertension. Conclusion: Evidence for strict blood pressure management to reduce blood loss after cardiac surgery is scarce. Instead, in face of a higher INR and low thrombocytes raising postoperative blood loss, achievement and maintenance of a physiological coagulation state is essential.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum29 April 2016
Begutachter (Erstgutachter)PD Dr. Bernhard Flörchinger
Tag der Prüfung1 April 2016
InstitutionenMedizin > Lehrstuhl für Herz-, Thorax- und herznahe Gefäßchirurgie
Stichwörter / Keywordsblood pressure, blood loss, cardiac surgery, coagulation, Blutdruck, Blutverlust, Herzchirurgie, Antikoagulation.
Dewey-Dezimal-Klassifikation600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-337325
Dokumenten-ID33732

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