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Strenge, Felix Johannes

Hämodynamische Effekte der Oberkörperhochlagerung bei beatmeten Intensivpatienten

Strenge, Felix Johannes (2018) Hämodynamische Effekte der Oberkörperhochlagerung bei beatmeten Intensivpatienten. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 27 Sep 2018 13:05
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.37766


Zusammenfassung (Deutsch)

Die Beatmungs- bzw. Ventilator-assoziierte Pneumonie (VAP) ist die häufigste nosokomiale Infektion beatmeter Intensivpatienten. Die Inzidenz unter beatmeten Patienten beträgt etwa 10-15 % und es kommen 5-10 Fälle auf 1000 Beatmungstage. Für die betroffenen Patienten hat die VAP einen verlängerten Intensivaufenthalt, einen verlängerten Krankenhausaufenthalt und eine erhöhte Mortalität zur ...

Die Beatmungs- bzw. Ventilator-assoziierte Pneumonie (VAP) ist die häufigste nosokomiale Infektion beatmeter Intensivpatienten. Die Inzidenz unter beatmeten Patienten beträgt etwa 10-15 % und es kommen 5-10 Fälle auf 1000 Beatmungstage.
Für die betroffenen Patienten hat die VAP einen verlängerten Intensivaufenthalt, einen verlängerten Krankenhausaufenthalt und eine erhöhte Mortalität zur Folge.
Außerdem stellt sie einen erheblichen Kostenfaktor dar.
Ein entscheidender Faktor in der Pathogenese ist die Aspiration kontaminierten Mageninhaltes. Als eine der evidenzbasierten Präventionsmaßnahmen hat sich die Lagerungstherapie in Oberkörperhochlagerung etabliert. Jedoch wird diese in der
Praxis und auch in zahlreichen Studien nicht streng in der empfohlenen 30-45°-Lagerung durchgeführt und einige Experten und Fachgesellschaften betonen, dass die Lagerung nicht uneingeschränkt für alle beatmeten Patienten empfohlen werden kann. Grund hierfür sind unklare Auswirkungen der Lagerung, zum Beispiel auf die Hämodynamik.
Unsere prospektive Studie hatte zum Ziel, die Effekte der Oberkörperhochlagerung auf die hämodynamische Stabilität genauer zu untersuchen, wofür wir 200 Patienten jeweils drei Minuten in der 0°-, 30°- und 45°-Position lagerten und die Blutdruckwerte sowie die zentralvenöse Sauerstoffsättigung ermittelten und analysierten.
Dabei war die 45°-Oberkörperhochlagerung mit einem signifikanten Abfall des mittleren arteriellen Blutdrucks und der zentralvenösen Sauerstoffsättigung bei beatmeten Patienten assoziiert. Sedierte Patienten, welche Druck-kontrolliert beatmet wurden, Patienten mit höherem SAPS-II-Wert, sowie Patienten, welche ein höheres PEEP-Level sowie höhere Dosierungen von Noradrenalin benötigten, waren besonders gefährdet, eine Hypotension in der 45°-Position zu erleiden. Die genannten Variablen stellten in unserem Kollektiv unabhängige Risikofaktoren dar.
Eine standardmäßige Oberkörperhochlagerung beatmeter Patienten scheint somit nicht (mehr) für alle Patienten uneingeschränkt empfehlenswert. Wir identifizierten Risiko-Patienten, die von einer abgeschwächten Oberkörperhochlagerung profitieren könnten, um den negativen Einfluss der Oberkörpererhöhung auf die hämodynamische Stabilität zu kompensieren. Diese Aussage bzw. Empfehlung betrifft aufgrund des untersuchten Kollektivs vor allem Patienten in der Frühphase der intensivmedizinischen Behandlung.
Die genannten Ergebnisse fanden in der aktuellen S2e-Leitlinie "Lagerungstherapie und Frühmobilisation zur Prophylaxe oder Therapie von pulmonalen Funktionsstörungen" von 2015 Berücksichtigung.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

The 45° semirecumbent position is recommended for mechanically ventilated critically ill patients, as it has been shown to reduce the incidence of ventilator-associated pneumonia. Although the benefits to the respiratory system are clear, it is unknown whether elevating the head of the bed results in hemodynamic instability. We investigated the factors that influence mean arterial pressure (MAP) ...

The 45° semirecumbent position is recommended for mechanically ventilated critically ill patients, as it has been shown to reduce the incidence of ventilator-associated pneumonia. Although the benefits to the respiratory system are clear, it is unknown whether elevating the head of the bed results in hemodynamic instability. We investigated the factors that influence mean arterial pressure (MAP) and central venous oxygen saturation (ScvO2) when patients were positioned at 0°, 30° and 45°.The 45° semirecumbent position was associated with significant decreases in MAP and ScvO2 in mechanically ventilated patients. Pressure-controlled ventilation, increasing SAPS II score, sedation, high catecholamine and PEEP requirements were identified as risk factors for hypotension after backrest elevation.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum27 September 2018
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Thomas Bein
Tag der Prüfung24 September 2018
InstitutionenMedizin > Lehrstuhl für Anästhesiologie
Stichwörter / KeywordsIntensivmedizin; Lagerungstherapie; Oberkörperhochlagerung; Semirecumbent position;
Dewey-Dezimal-Klassifikation600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-377664
Dokumenten-ID37766

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