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Junold, Natalie

Prothetische Rehabilitation von Kopf-Hals-Tumorpatienten mit Hilfe von enossalen Astra-Tech-Implantaten

Junold, Natalie (2019) Prothetische Rehabilitation von Kopf-Hals-Tumorpatienten mit Hilfe von enossalen Astra-Tech-Implantaten. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 11 Feb 2019 06:17
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.38299


Zusammenfassung (Deutsch)

Die kaufunktionelle Rehabilitation bei Patienten mit Kopf-Hals-Karzinomen ist ein wichtiger Therapieschritt. Implantatgestützte Versorgungen weisen gegenüber konventionellen Prothesen zahlreiche spezifische Vorzüge auf und stellen mittlerweile in vielen Fällen das Mittel der Wahl dar. Klinische Studien bestätigen, dass eine Implantation auch nach Bestrahlung oder Knochentransplantation möglich ...

Die kaufunktionelle Rehabilitation bei Patienten mit Kopf-Hals-Karzinomen ist ein wichtiger Therapieschritt. Implantatgestützte Versorgungen weisen gegenüber konventionellen Prothesen zahlreiche spezifische Vorzüge auf und stellen mittlerweile in vielen Fällen das Mittel der Wahl dar. Klinische Studien bestätigen, dass eine Implantation auch nach Bestrahlung oder Knochentransplantation möglich ist, dass jedoch mit schlechteren Erfolgsquoten als bei gesunden Patienten gerechnet werden muss.

Zur Untersuchung des Implantaterfolges und der Lebensqualität bei Kopf-Hals-Tumorpatienten wurde 2008 eine Studie in Zusammenarbeit mit der Firma ASTRA TECH (mittlerweile Dentsply Sirona) durch die Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Universitätsklinikums Regensburg initiiert. Die vorliegende Dissertation stellt das Endergebnis dar. 52 Patienten wurden in die Studie eingeschlossen. Die Endauswertung erfolgte mit den 39 Patienten welche am Ende des Beobachtungszeitraums von 2 Jahren nachuntersucht werden konnten. Von diesen 39 Patienten wurden 29 bestrahlt. 234 Implantate wurden inseriert. Der Implantaterfolg wurde nach unterschiedlichen Kriterien ausgewertet und es wurden verschieden Faktoren hinsichtlich ihres Einflusses auf den Implantaterfolg untersucht. Die Evaluation der Lebensqualität erfolgte anhand der Fragebögen EORTC QLQ-C30, EORTC QLQ-H&N35, OHIP-G 14 und „Zufriedenheit mit dem Zahnersatz“.

Da die Bewertung des Implantaterfolges in den unterschiedlichen Studien der Literatur nicht nach einem einheitlichen Standard durchgeführt wurde, ist ein Vergleich der berichteten Überlebens- und Erfolgsquoten mit den eigenen Ergebnissen nur bedingt möglich. In der vorliegenden Arbeit konnte gezeigt werden, dass sich die Erfolgsrate unter Hinzunahme zusätzlicher Bewertungskriterien verschlechtert. Bereits die Anwendung der für Tumorpatienten sehr strengen modifizierten Albrektsson-Kriterien führt gegenüber dem reinen Implantatüberleben nach 2 Jahren (92,31 %) zu einer deutlich schlechteren Erfolgsquote (78,63 %). Ursächlich ist hier vor allem ein marginaler Knochenabbau von mehr als 1,7 mm bei vielen Implantaten. Beim Heranziehen zusätzlicher parodontaler Parameter wie der Sondierungstiefe oder Blutungsindices verschlechtert sich die Erfolgsrate zusätzlich (70,35 %).

Für die Parameter „Nikotinkonsum“, „Bestrahlungsdosis > 60 Gy“ und „Knochentransplantat“ wurde ein signifikanter negativer Einfluss auf den Implantaterfolg nachgewiesen.

Den Patienten hilft die Implantatversorgung zurück in einen normalen Alltag zu finden. Die Verbesserung von ästhetischem Erscheinungsbild und Kaufunktion bringen vor allem im sozialen Bereich einen Benefit. Die Patienten fühlen sich wieder sicher in Zusammenhang mit ihren Zähnen und profitieren von einer erleichterten Nahrungsaufnahme, vor allem in Gesellschaft. Eine Steigerung der Lebensqualität durch den implantatgetragenen Zahnersatz konnte verzeichnet werden. Jedoch ist durch die Tumorerkrankung immer die Gefahr eines Rezidivs oder Zweitkarzinoms gegeben, was neben dem zunehmenden Alter der Patienten wieder zu einer schlechteren Bewertung der Lebensqualität führen kann.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

Functional masticatory rehabilitation in patients with head and neck cancer is an important therapeutic step. Implant-supported restorations have numerous specific advantages over conventional prostheses and are now in many cases the method of choice. Clinical studies confirm that implantation is also possible after radiation or bone transplantation, but that success rates are worse than in ...

Functional masticatory rehabilitation in patients with head and neck cancer is an important therapeutic step. Implant-supported restorations have numerous specific advantages over conventional prostheses and are now in many cases the method of choice. Clinical studies confirm that implantation is also possible after radiation or bone transplantation, but that success rates are worse than in healthy patients.

In 2008, a study was initiated by the Department of Oral and Maxillofacial Surgery at the University Hospital of Regensburg in cooperation with ASTRA TECH (now Dentsply Sirona) to investigate implant success and quality of life of head and neck cancer patients. This dissertation presents the final results. 52 patients were included in the study. The final evaluation was carried out with the 39 patients who could be examined at the end of the observation period of 2 years. Of these 39 patients 29 received radiation. 234 implants were placed. Implant success was evaluated according to different criteria and several factors were examined with regard to their influence on implant success. Quality of life was evaluated using the questionnaires EORTC QLQ-C30, EORTC QLQ-H&N35, OHIP-G 14 and “satisfaction with the dental prosthesis”.

Since the evaluation of implant success in the literature was not performed according to a uniform standard, a comparison of the reported survival and success rates with the own results is only possible to a limited extent. The present study shows that the success rate deteriorates with adding evaluation criteria. Already the application of the Albrektsson criteria with modifications, which are very strict for tumor patients, leads to a significantly worse success rate (78.63%) after 2 years compared to the pure implant survival (92.31%). This is mainly due to marginal bone loss of more than 1.7 mm. When additional periodontal parameters such as probing depth or bleeding indices are used, the success rate deteriorates further (70.35%).

For the parameters "smoking", "irradiation dose > 60 Gy" and "bone transplant", a significant negative influence on implant success was demonstrated.

The prosthetic implant-based rehabilitation helps patients to find their way back to everyday life. The improvement of esthetic appearance and chewing function is socially beneficial. Patients feel self-confident with their teeth again and benefit from easier food intake, especially in company. An enhancement of quality of life through implant-supported dentures was recorded. However, tumor disease always poses the risk of recurrence or secondary carcinoma, which, in addition to the increasing age of the patients, can also lead to a poorer assessment of quality of life.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum11 Februar 2019
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Dr. Tobias Ettl
Tag der Prüfung30 Januar 2019
InstitutionenMedizin > Lehrstuhl für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Stichwörter / KeywordsKopf-Hals-Tumor, Implantate, Implantaterfolg, Lebensqualität
Dewey-Dezimal-Klassifikation600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-382998
Dokumenten-ID38299

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