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Die molekulare Rolle von Fibronektin im Auge und in der Niere
Seibold, Silke Anna Maria (2020) Die molekulare Rolle von Fibronektin im Auge und in der Niere. Dissertation, Universität Regensburg.Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 07 Okt 2020 11:02
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.40855
Zusammenfassung (Deutsch)
Fibronektin ist ein ubiquitär exprimiertes Glykoprotein und zentraler Bestandteil der fibrillären extrazellulären Matrix (ECM) der trabekulären Abflusswege für das Kammerwasser im vorderen Auge. Der Widerstand in den Abflusswegen ist verantwortlich für die Entstehung des intraokulären Drucks, des entscheidenden Risikofaktors für axonale Degeneration beim Glaukom. Um die Rolle von Fibronektin bei ...
Fibronektin ist ein ubiquitär exprimiertes Glykoprotein und zentraler Bestandteil der fibrillären extrazellulären Matrix (ECM) der trabekulären Abflusswege für das Kammerwasser im vorderen Auge. Der Widerstand in den Abflusswegen ist verantwortlich für die Entstehung des intraokulären Drucks, des entscheidenden Risikofaktors für axonale Degeneration beim Glaukom. Um die Rolle von Fibronektin bei der Aufrechterhalung des introkularen Drucks zu untersuchen, wurde Fibronektin konditionell und induziert im gesamten Organismus durch Anwendung des Tamoxifen-induzierbaren Cre / loxP-Systems in Fn fl/fl Mäusen mit gefloxten Allelen des Fibronektingens ab dem postnatalen Tag 1 deletiert. Zusätzlich kamen Fn fl/fl Mäuse zur Anwendung, in denen durch Kreuzung mit Connective Tissue Growth Factor-überexprimierenden Mäusen die Synthese von Fibronektin in den trabekulären Abflusswegen erhöht war. Quantitative ultrastrukturelle Untersuchungen zeigten, dass die Deletion von Fibronektin zu einer ausgeprägten Reduktion an fibrillärer ECM in den trabekulären Abflusswegen führte, wobei zusätzlich zu Fibronektin auch andere fibrilläre Proteine betroffen waren, wie Kollagen I. Die Reduktion führte nicht zu signifikanten Änderungen des intraokulären Drucks was darauf hindeutet, dass die fibrilläre ECM nicht für den trabekulären Abflusswiderstand verantwortlich ist.
Die Deletion von Fibronektin ging zudem mit einer Bildung von renalen Zysten an der Rinden-Markgrenze einher, die bereits wenige Tage nach Behandlung auftraten und zum weitgehenden Verlust des Nierenparenchyms wenige Wochen nach der Geburt führten. Eine Aufweitung des tubulären und vaskulären Systems als Ursache für die Zystenentstehung wurde ausgeschlossen. Stattdessen zeigten Serien von Semidünnschnitten sowie die immunhistochemische Färbung gegen PDGFR-β eine Auflockerung des renalen Interstitiums. Die pathologischen Veränderungen, die in späteren Phasen auch eine Fibrose einschlossen, wurden nur beobachtet bei einer induzierten Fibronektindefizienz während der ersten Lebenswoche (P 1 oder P 5), nicht jedoch zu einem späteren Zeitpunkt (P 10 oder später) was auf eine wichtige Rolle von Fibronektin in den finalen, nachgeburtlichen Phasen der Entwicklung des renalen Interstitiums hindeutet. Inwieweit Fibronektin und seine Signalwege bei zystischen Nierenerkrankungen des erwachsenen Organismus eine Rolle spielen, muss in weiteren Untersuchungen geklärt werden.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
Fibronectin (Fn) is an ubiquitous glycoprotein and component of the fibrillar extracellular matrix (ECM) in the trabecular meshwork outflow pathways. The most critical risk factor for primary open angle glaucoma is an increase in intraocular pressure (IOP) caused by impaired outflow of aqueous humor. To show the impact of Fn on IOP, we deleted it in mutant mice postnatally and ubiquitously via ...
Fibronectin (Fn) is an ubiquitous glycoprotein and component of the fibrillar extracellular matrix (ECM) in the trabecular meshwork outflow pathways. The most critical risk factor for primary open angle glaucoma is an increase in intraocular pressure (IOP) caused by impaired outflow of aqueous humor. To show the impact of Fn on IOP, we deleted it in mutant mice postnatally and ubiquitously via the Tamoxifen-inducible Cre/loxP-system. Furthermore, Fn was deleted in mice with an increased Fn expression in the trabecular meshwork (βB1-CTGF mice). Quantitative and ultrastructural analyses showed that the deletion of Fn results in a substantial reduction of other fibrillar ECM proteins like collagen I. Interestingly, no significant alterations in IOP were observed, indicating that the fibrillar ECM has no or only minor effects on aqueous humor outflow.
Furthermore, the ubiquitous deletion of Fn resulted in cyst development at the corticomedullary border of the kidney. Enlargement of the tubular and vascular system could be excluded, whereas serial sections and immunhistochemical staining against PDGFR-β indicated an enlargement of the interstitium as likely cause of cyst formation. Cyst formation was observed when Fn was deleted at postnatal days (P) 1 and 5, but not at P 10 or later. Fn appears to be important for the structural identity of the kidney interstitium in newborn mice.
Beteiligte Einrichtungen
Details
| Dokumentenart | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
| Datum | 7 Oktober 2020 |
| Begutachter (Erstgutachter) | Prof.Dr. Ernst R. Tamm |
| Tag der Prüfung | 7 Oktober 2019 |
| Institutionen | Biologie und Vorklinische Medizin > Institut für Anatomie Biologie und Vorklinische Medizin > Institut für Anatomie > Lehrstuhl für Humananatomie und Embryologie Biologie und Vorklinische Medizin > Institut für Anatomie > Lehrstuhl für Humananatomie und Embryologie > Prof. Dr. Ernst Tamm |
| Stichwörter / Keywords | Fibronektin, Auge, Niere |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation | 500 Naturwissenschaften und Mathematik > 570 Biowissenschaften, Biologie |
| Status | Veröffentlicht |
| Begutachtet | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden | Ja |
| URN der UB Regensburg | urn:nbn:de:bvb:355-epub-408551 |
| Dokumenten-ID | 40855 |
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