| Download ( PDF | 693kB) | Lizenz: Veröffentlichungsvertrag für Publikationen ohne Print on Demand |
Immunhistochemische Untersuchung des Ligamentum Flavum bei Patienten mit Spinalkanalstenose
Sprenger, Svenja (2020) Immunhistochemische Untersuchung des Ligamentum Flavum bei Patienten mit Spinalkanalstenose. Dissertation, Universität Regensburg.Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 03 Jul 2020 10:06
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.43443
Zusammenfassung (Deutsch)
Die lumbale Spinalkanalstenose (LSS) ist eine der häufigsten Erkrankungen der Wirbelsäule des älteren Menschen und daher oft besonders relevant für die Beeinträchtigung der Lebensqualität der Betroffenen. Das Leitsymptom Claudicatio spinalis äußert sich mit Rückenschmerzen und Ausstrahlung in die Extremitäten, Schweregefühl der Beine und Abnahme der Gehstrecke, bis hin zu neurologischen ...
Die lumbale Spinalkanalstenose (LSS) ist eine der häufigsten Erkrankungen der Wirbelsäule des älteren Menschen und daher oft besonders relevant für die Beeinträchtigung der Lebensqualität der Betroffenen. Das Leitsymptom Claudicatio spinalis äußert sich mit Rückenschmerzen und Ausstrahlung in die Extremitäten, Schweregefühl der Beine und Abnahme der Gehstrecke, bis hin zu neurologischen Ausfällen. Pathophysiologisch wurde bereits mehrfach eine wesentliche Beteiligung durch die Hypertrophie des Ligamentum Flavum beschrieben, wobei die Hintergründe dieser strukturellen Veränderungen bisher nicht hinreichend geklärt sind. Im Vergleich zu anderen Studien, die sich mit histologischen Veränderungen bei degenerativen Erkrankungen mit chronischen Schmerzzuständen befassten, vermuteten die Autoren ebenfalls eine sensorische Hyperinnervation mit nozizeptiven Nervenfasern sowie einen chronischen Entzündungsprozess im Ligamentum Flavum als Grund für die Hypertrophie bei LSS. Hierfür wurden verschiedene immunhistochemische Färbungen an Gewebeproben von 28 Patienten mit LSS und 8 Patienten mit lumbalen Bandscheibenvorfall, welche als Kontrollgruppe dienten, durchgeführt.
Hierbei zeigte sich ein deutliches Überwiegen der sensorischen Substanz P-positiven Nervenfasern im Flavum-Gewebe der LSS-Patienten im Vergleich zur Kontrollgruppe. Der Unterschied war bei einem p-Wert von 0,03 signifikant. Die angefärbten Strukturen zur Detektion von Entzündungsmarkern, einschließlich Makrophagen, Gefäße, Zelldichte und aktivierte Fibroblasten, zeigten dagegen keinen signifikanten Unterschied zwischen LSS- und Kontrollgruppe. Frauen mit LSS zeigten einen höheren Grad an Beinschmerz und Depression in der klinischen Datenauswertung, sowie eine höhere Dichte sensorischer Nervenfasern im Ligamentum Flavum im Vergleich zu Männern.
Die Ergebnisse bestätigen die Hypothese der Autoren, dass es auch im Ligamentum Flavum bei LSS zu einer sensorischen Hyperinnervation mit nozizeptiven Nervenfasern kommt. Diese wichtige Erkenntnis könnte eine Erklärung für den Beschwerderückgang bei Patienten nach operativer Dekompression und Flavektomie sein. Die fehlenden Unterschiede in Bezug auf die untersuchten Entzündungsparameter in beiden Gruppen sprechen gegen chronisch inflammatorische Prozesse als Grund für das verdickte Ligamentum Flavum. Durch Degeneration und Stauchung des Ligaments mit zunehmendem Alter könnte ebenfalls das Bild einer Hypertrophie im MRT entstehen. Eine stärker ausgeprägte Schmerzwahrnehmung bei Frauen mit LSS könnte mit der höheren Dichte nozizeptiver Nervenfasern zusammenhängen.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
The lumbar spinal canal stenosis (LSS) is one of the most common diseases of the spine in elderly patients and therefore often responsible for the large impact on life quality. Claudication as the main symptom results in low back and leg pain, radiculopathy, reduced walking distance and neurological deficits. The pathophysiology and involvement of the hypertrophied ligamentum flavum in LSS ...
The lumbar spinal canal stenosis (LSS) is one of the most common diseases of the spine in elderly patients and therefore often responsible for the large impact on life quality. Claudication as the main symptom results in low back and leg pain, radiculopathy, reduced walking distance and neurological deficits. The pathophysiology and involvement of the hypertrophied ligamentum flavum in LSS patients has been discussed but further research is necessary to investigate the origins of the structural changes in this ligament. In comparison to other studies which have analysed histologic changes in degenerative diseases with chronic pain conditions, the authors have assumed that one might also find sensory hyperinnervation with nociceptive nerve fibres and chronic inflammation in the ligamentum flavum in LSS patients as a possible explanation for hypertrophy. For this purpose immunostaining techniques were used to study tissue samples of 28 patients with lumbar spinal canal stenosis and 8 patients with lumbar disc herniation as a control group.
This study showed a significantly (p = 0,03) higher density of sensory substance P- positive nerve fibers in the flavum tissue of patients with LSS compared to controls. Concerning the investigated inflammation parameters, comprising macrophages, vessels, cellular density and activated fibroblasts, there was no difference to be found between LSS and control group. Women with LSS demonstrated more pain and depression in the clinical data evaluation, and also a higher density of sensory nerve fibres in the ligamentum flavum compared to men.
The results of this study confirm the hypothesis of the authors that there is sensory hyperinnervation with nociceptive nerve fibres in the ligamentum flavum in patients with LSS. This could be an explanation for the reduction of complaints in patients after decompression and flavectomy. The lack of difference in the histological findings of inflammatory signs between both groups are speaking against inflammation as a relevant component in the thickening of the ligamentum flavum in LSS. Degeneration and buckling of the ligament with age might as well contribute to the impression of hypertrophy in the MRI. A higher pain level in women compared to men with LSS can be explained by a higher density of nociceptive nerve fibres.
Beteiligte Einrichtungen
Details
| Dokumentenart | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
| Datum | 3 Juli 2020 |
| Begutachter (Erstgutachter) | PD Dr. Achim Benditz |
| Tag der Prüfung | 23 Juni 2020 |
| Institutionen | Medizin > Lehrstuhl für Orthopädie |
| Stichwörter / Keywords | Lumbale Spinalkanalstenose, Ligamentum Flavum, Sensorische Hyperinnervation / Lumbar spinal canal stenosis, ligamentum flavum, sensory hyperinnervation |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin |
| Status | Veröffentlicht |
| Begutachtet | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden | Ja |
| URN der UB Regensburg | urn:nbn:de:bvb:355-epub-434437 |
| Dokumenten-ID | 43443 |
Downloadstatistik
Downloadstatistik