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Einstellung des medizinischen Personals zur Organspende und Analyse politischer Debatten in den Parlamenten Deutschlands und Österreichs
Mittermayr, Petra (2021) Einstellung des medizinischen Personals zur Organspende und Analyse politischer Debatten in den Parlamenten Deutschlands und Österreichs. Dissertation, Universität Regensburg.Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 25 Okt 2021 12:17
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.50851
Zusammenfassung (Deutsch)
Hintergrund: Die Organspenderzahlen in Deutschland sind im internationalen Vergleich sehr niedrig. In Deutschland gilt die Entscheidungslösung als gesetzliche Regelung für Organ- und Gewebespende. In den meisten anderen europäischen Ländern, z.B. Österreich, wird die Widerspruchslösung angewandt. In dieser Arbeit wird die Einstellung des medizinischen Personals zur Organspende unter den beiden ...
Hintergrund:
Die Organspenderzahlen in Deutschland sind im internationalen Vergleich sehr niedrig. In Deutschland gilt die Entscheidungslösung als gesetzliche Regelung für Organ- und Gewebespende. In den meisten anderen europäischen Ländern, z.B. Österreich, wird die Widerspruchslösung angewandt. In dieser Arbeit wird die Einstellung des medizinischen Personals zur Organspende unter den beiden unterschiedlichen Gesetzessituationen verglichen. Als zweiten Teil der Arbeit werden die politischen Debatten in Deutschland und Österreich zur gesetzlichen Regelung der Organspende analysiert.
Methoden:
Eine systematische Literaturrecherche wurde durchgeführt und 27 passende Treffer konnten in die Arbeit inkludiert und verglichen werden. Die Archive der Plenarprotokolle wurden anhand definierter Begriffe durchsucht und die Ergebnisse quantitativ und qualitativ dargestellt.
Ergebnisse:
In Deutschland und Österreich besteht eine hohe positive Einstellung zur Organspende, in Österreich tendenziell noch höher. Zusammenfassend kann man sagen, dass aktuell in Deutschland die Mehrheit die Widerspruchslösung präferiert, ein großer Teil sich durch die Arbeit auf Intensivstationen negativ beeinflusst fühlt und deutlich mehr Fortbildungswünsche als in Österreich bestehen. Das sind alles Hinweise darauf, dass in Deutschland die Zufriedenheit des medizinischen Personals niedriger ist, als in Österreich unter dem Widerspruchssystem.
Die politischen Debatten zur Organspenderregelung waren in Deutschland länger, intensiver und mit viel mehr Emotionen belastet als in Österreich. Während in Deutschland viel über ethische Fragestellungen, u.a. die Wahrung der Selbstbestimmungsrechte, diskutiert wurde, wollte man in Österreich schnell einen sicheren gesetzlichen Rahmen für Ärzte schaffen und möglichst viele Spenderorgane für Patienten gewährleisten.
Folgerung:
Der Wechsel zur Widerspruchsregelung in Deutschland ist aus mehreren Gründen empfehlenswert, jedoch sicher nicht die Lösung aller Probleme. Abseits der gesetzlichen Regelung besteht großes Potential zur Steigerung der Organspenderzahlen bei der Förderung des medizinischen Personals durch gezielte Schulungen zum Organspenderablauf und Kommunikationstrainings für den Umgang mit Angehörigen.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
The number of organ donors in Germany is very low in comparison with international standards. In Germany, an extended opt-in system for organ and tissue donation has been implemented in accordance with statutory regulations. In most other European countries, e.g. Austria, the opt-out system is used. This thesis first compares the attitude of medical staff towards organ donation in consideration ...
The number of organ donors in Germany is very low in comparison with international standards. In Germany, an extended opt-in system for organ and tissue donation has been implemented in accordance with statutory regulations. In most other European countries, e.g. Austria, the opt-out system is used. This thesis first compares the attitude of medical staff towards organ donation in consideration of these two different legal situations. Second, the political debates in Germany and Austria about the statutory regulation of organ donation are analyzed.
Methods:
A systematic literature search was carried out and 27 matching hits could be included and compared in this thesis. The archives of the plenary minutes were searched using defined terms and the results were presented quantitatively and qualitatively.
Results:
In Germany and Austria there is a high positive attitude towards organ donation, which tends to be even higher in Austria. In summary, it can be said that in Germany, the majority currently prefers the opt-out system, a large part feels negatively influenced by work in intensive care units and there are significantly more training requests than in Austria. These are all indications that the satisfaction of medical staff in Germany is lower than in Austria, where the opt-out system is used.
The political debates about organ donation regulations in Germany were longer, more intense and more emotionally charged than in Austria. While in Germany there were a lot of discussions about ethical issues, including the protection of self-determination rights, Austria wanted to quickly create a secure legal framework for doctors and guarantee as many donor organs for patients as possible.
Conclusion:
Switching to the opt-out system in Germany is advisable for several reasons, but it will certainly not provide a solution to all problems. Apart from statutory regulations, there is great potential to increase the number of organ donors by providing targeted training on the organ donation process and communication training on dealing with relatives for medical staff.
Beteiligte Einrichtungen
Details
| Dokumentenart | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
| Datum | 25 Oktober 2021 |
| Begutachter (Erstgutachter) | Prof. Dr. Thomas Bein |
| Tag der Prüfung | 13 Oktober 2021 |
| Institutionen | Medizin > Lehrstuhl für Anästhesiologie |
| Stichwörter / Keywords | Organspende, Organtransplantation, Gesetzgebung, Widerspruchsregelung, Entscheidungslösung, Einstellung medizinisches Personal, Vergleich, politische Debatten, Deutschland, Österreich, attitude of medical staff, organ donation, organ transplantation, law, opt-in system, opt-out system, political debate, germany, austria |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin |
| Status | Veröffentlicht |
| Begutachtet | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden | Ja |
| URN der UB Regensburg | urn:nbn:de:bvb:355-epub-508517 |
| Dokumenten-ID | 50851 |
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