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Kögel, Julian Franz Jonas

Postoperative residuelle Curarisierung und neuromuskuläres Monitoring bei Kindern und Jugendlichen

Kögel, Julian Franz Jonas (2021) Postoperative residuelle Curarisierung und neuromuskuläres Monitoring bei Kindern und Jugendlichen. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 11 Nov 2021 08:47
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.50985


Zusammenfassung (Deutsch)

Postoperative residuelle Curarisierung (PORC) und daraus resultierende postoperative pulmonale Komplikationen stellen ein großes Problem in der täglichen anästhesiologischen Praxis dar. Quantitatives neuromuskuläres Monitoring kann die Inzidenz von PORC deutlich reduzieren. Zahlreiche Forschungsgruppen haben sich intensiv mit PORC bei erwachsenen Patienten auseinandergesetzt. Studien an Kindern ...

Postoperative residuelle Curarisierung (PORC) und daraus resultierende postoperative pulmonale Komplikationen stellen ein großes Problem in der täglichen anästhesiologischen Praxis dar. Quantitatives neuromuskuläres Monitoring kann die Inzidenz von PORC deutlich reduzieren. Zahlreiche Forschungsgruppen haben sich intensiv mit PORC bei erwachsenen Patienten auseinandergesetzt. Studien an Kindern und Jugendlichen wurden zu diesem Themenkomplex bisher nur sehr begrenzt durchgeführt.

Ziel dieser Erhebung war es, die Inzidenz von PORC, mögliche Einflussfaktoren und Auswirkungen in einem juvenilen Patientenkollektiv zu erfassen. Zudem sollte die Häufigkeit und Art der Anwendung von neuromuskulärem Monitoring untersucht werden.

In diese prospektive Beobachtungsstudie wurden Patienten im Alter von einem Monat bis zum 18. Lebensjahr, die eine Allgemeinanästhesie mit Intubationsnarkose unter Verwendung von Muskelrelaxanzien erhielten, eingeschlossen. Am Ende der Narkose wurde durch einen Beobachter der Grad der neuromuskulären Erholung quantitativ und unabhängig vom betreuenden Anästhesisten bestimmt. PORC wurde definiert als eine akzeleromyographisch bestimmte TOFR < 0,9. Es erfolgte eine Analyse der perioperativ und postoperativ erhobenen Daten.

Insgesamt konnten 89 Probanden eingeschlossen werden. Die PORC-Inzidenz im untersuchten Patientenkollektiv lag bei 10,1 %. Bei einem Kind wurde eine ausgeprägte neuromuskuläre Restblockade entsprechend einer TOFR < 0,7 ermittelt. PORC war signifikant assoziiert mit einer kürzeren Eingriffs- bzw. Anästhesiedauer (p=0,035 bzw. p=0,032) sowie einem kürzeren Zeitintervall zwischen letzter Relaxanziengabe und Extubation (p=0,033 bzw. p=0,048). In 29,2 % der Fälle erfolgte kein neuromuskuläres Monitoring durch die betreuenden Anästhesisten. Quantitatives neuromuskuläres Monitoring wurde von 65,2 % der Anästhesisten angewendet. Qualitatives neuromuskuläres Monitoring wurde in 5,6 % der Fälle angewendet und war signifikant mit dem Auftreten von PORC assoziiert (p=0,023).

PORC konnte mit einer Inzidenz von 10,1 % auch in einem juvenilen Patientenkollektiv nachgewiesen werden. Qualitatives neuromuskuläres Monitoring ist nicht präzise genug, um neuromuskuläre Restblockaden sicher zu erkennen. Die Anwendung von quantitativem neuromuskulärem Monitoring sollte noch konsequenter erfolgen. Die Erstellung einer Leitlinie zu PORC und neuromuskulärem Monitoring wäre wünschenswert.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

Postoperative residual block and possible adverse respiratory events are a common problem in daily clinical practice. The use of quantitative neuromuscular monitoring can reduce the incidence of residual block. There is much evidence of this problem in adults, but very little in paediatric patients. The aim of this study was to determine the incidence of residual block and possible influencing ...

Postoperative residual block and possible adverse respiratory events are a common problem in daily clinical practice. The use of quantitative neuromuscular monitoring can reduce the incidence of residual block. There is much evidence of this problem in adults, but very little in paediatric patients. The aim of this study was to determine the incidence of residual block and possible influencing factors in paediatric patients and to objectify the use of neuromuscular monitoring.

All children aged ≥1 month and <19 years who underwent general anaesthesia with neuromuscular blocking agents were included in this study. At the end of anaesthesia, the degree of neuromuscular blockade was measured quantitatively and independently of the anaesthesist. Residual blockade was defined as a TOF ratio < 0.9. Perioperative and postoperative data were evaluated.

Data from 89 patients were analysed. The incidence of residual block was 10.1%, with one case having severe residual block with a TOF ratio < 0.7. There was a significant correlation between the duration of anaesthesia or surgery and the occurrence of residual blockade (p = 0.035 and p = 0.032) and a short time interval between administration of a relaxant and extubation (p = 0.033 and p = 0.048). Neuromuscular monitoring was not used in 29.2% of the patients studied, quantitative neuromuscular monitoring was used in 65.2%, and qualitative neuromuscular monitoring was used in 5.6%. The use of qualitative neuromuscular monitoring was associated with residual blockade (p = 0.023).


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum11 November 2021
Begutachter (Erstgutachter)PD Dr. Thomas Metterlein
Tag der Prüfung25 Oktober 2021
InstitutionenMedizin > Lehrstuhl für Anästhesiologie
Stichwörter / KeywordsPostoperative residuelle Curarisierung; neuromuskuläres Monitoring; Restrelaxierung; TOF-Ratio; PORC; residual block; children; Kinder; neuromuscular monitoring; Anästhesie; anesthesia, Muskelrelaxans; Acetylcholinesterasehemmer; Neostigmin; Sugammadex; Reversierung; reversal; Fading; neuromuskuläre Übertragung; Kinderanästhesie; pediatric anesthesia; NMBA; RNMB; postoperative pulmonale Komplikationen; postoperative pulmonal complications; Mortalität; Morbidität; mortality; morbidity; residual curarization; incidence
Dewey-Dezimal-Klassifikation600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-509854
Dokumenten-ID50985

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