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Versorgungsstruktur und -qualität von Patientinnen mit Ovarialkarzinom in den Regionen Oberpfalz und Niederbayern – Umsetzung der Empfehlungen zur pelvinen und paraaortalen Lymphonodektomie und deren Einfluss auf das Überleben
Erhard, Hannah Theresa (2025) Versorgungsstruktur und -qualität von Patientinnen mit Ovarialkarzinom in den Regionen Oberpfalz und Niederbayern – Umsetzung der Empfehlungen zur pelvinen und paraaortalen Lymphonodektomie und deren Einfluss auf das Überleben. Dissertation, Universität Regensburg.Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 20 Mrz 2025 09:29
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.75062
Zusammenfassung (Deutsch)
Lange Zeit wurde die systematische pelvine und paraaortale LNE bei Frauen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom (FIGO IIB-IV) im Anschluss an eine vollständige makroskopische Resektion des Tumors durchgeführt. Grund war ein vermeintlicher Überlebensvorteil durch die Reduktion von Tumorlast, da Lymphknotenmetastasen bei mehr als der Hälfte der Patientinnen festgestellt wurden. Die Ergebnisse der ...
Lange Zeit wurde die systematische pelvine und paraaortale LNE bei Frauen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom (FIGO IIB-IV) im Anschluss an eine vollständige makroskopische Resektion des Tumors durchgeführt. Grund war ein vermeintlicher Überlebensvorteil durch die Reduktion von Tumorlast, da Lymphknotenmetastasen bei mehr als der Hälfte der Patientinnen festgestellt wurden. Die Ergebnisse der LION-Studie beendeten die Diskussion über die systematische LNE beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom, indem sie zeigte, dass kein Überlebensvorteil nachgewiesen werden konnte. Im Gegenteil, die Patientinnen litten im Anschluss an die umfangreichere Operation häufiger an Komplikationen. In unserer bevölkerungsbezogenen Studie konnte nachgewiesen werden, dass die Lymphadenektomieraten der 444 Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom seit der Erstveröffentlichung der LION-Studie im Jahr 2017 signifikanten sanken. Zudem zeigten die multivariablen Überlebensanalysen keinen signifikanten Einfluss der systematischen LNE auf das rezidivfreie Überleben, das Gesamtüberleben oder die kumulative Rezidivrate im fortgeschrittenen Stadium. Bei den 291 Frauen mit frühem Ovarialkarzinom (FIGO I IIA) konnte eine geringere aber ebenfalls signifikante Reduktion der LNE-Raten seit 2017 beobachtet werden, obwohl es hierfür bisher keine rechtfertigende Evidenz gibt. Die Resektion der Lymphknoten ist im frühen Stadium vielmehr als Teil des Stagings anzusehen und nicht als reine Therapie, da der Befund von positiven Lymphknoten zu einem Upstaging und einer erweiterten Systemtherapie führen kann. Das Gesamtüberleben nach einer LNE war in den FIGO-Stadien I bis IIA signifikant höher als ohne den Eingriff. Beim rezidivfreien Überleben zeigte sich lediglich eine nicht signifikante Tendenz zu einem besseren Outcome für die Patientinnen, wohingegen kein Unterschied bei der kumulativen Rezidivrate festgestellt werden konnte. Insgesamt scheint die systematische LNE unseren Daten zufolge das Überleben der Patientinnen im frühen Stadium zu verlängern und die zusätzliche Belastung sollte in Kauf genommen werden, wenn es im individuellen Patientenfall möglich ist. Manche Subgruppen, wie das frühe muzinöse Ovarialkarzinom, scheinen jedoch eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit für Lymphknotenmetastasen zu haben, daher werden Studien mit größeren Fallzahlen benötigt, um diese Untergruppen zu identifizieren und einen Verzicht auf die systematische LNE ohne Nachteil für die Patientin zu ermöglichen.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
For a long time, women with advanced ovarian cancer (FIGO IIB-IV) underwent systematic pelvic and para-aortic LNE after complete macroscopic resection of the tumour. This was based on a presumed survival benefit by reducing tumour burden, as lymph node metastases were found in more than half of the patients. The results of the LION trial put an end to the debate about systematic LNE in advanced ...
For a long time, women with advanced ovarian cancer (FIGO IIB-IV) underwent systematic pelvic and para-aortic LNE after complete macroscopic resection of the tumour. This was based on a presumed survival benefit by reducing tumour burden, as lymph node metastases were found in more than half of the patients. The results of the LION trial put an end to the debate about systematic LNE in advanced ovarian cancer by showing no survival benefit of the procedure. On the contrary, the patients suffered more frequently from complications following the more extensive surgery. In our population-based study including 444 patients with advanced ovarian cancer we showed that the rate of systematic LNE has decreased significantly since these data were published in 2017. We also found no effect of systematic LNE on recurrence-free survival, overall survival or the cumulative recurrence rate in patients with advanced ovarian cancer in a multivariate analysis. However, our data from 219 women with early-stage ovarian cancer (FIGO I-IIA) showed, that the rate of these patients undergoing LNE has also decreased significantly since 2017, although there is no evidence to support for omitting systematic LNE in this case. In early-stage ovarian cancer systematic lymphadenectomy is considered as part of the diagnostic staging procedure and not just treatment. Therefore, positive lymph nodes may lead to upstaging and an extended systemic therapy. In our cohort, systematic LNE led to a significant increase in overall survival in patients with early ovarian cancer. For recurrence-free survival, there was only a non-significant trend towards a benefit with systematic LNE, while no difference in the cumulative recurrence rate could be found. Overall, our data suggest that we can prolong survival with systematic LNE in women with early ovarian cancer and that the additional burden should be accepted if it is reasonable. However, some subgroups, such as early mucinous ovarian cancer, appear to have a very low likelihood of lymph node metastasis, so further larger studies should follow to identify these subtypes and justify omitting systematic LNE in these cases without risking a disadvantage for patients.
Beteiligte Einrichtungen
Details
| Dokumentenart | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
| Datum | 20 März 2025 |
| Begutachter (Erstgutachter) | Prof. Dr. Susanne Schüler-Toprak |
| Tag der Prüfung | 29 Januar 2025 |
| Institutionen | Medizin > Lehrstuhl für Frauenheilkunde und Geburtshilfe (Schwerpunkt Frauenheilkunde) |
| Stichwörter / Keywords | Ovarialkarzinom, paraaortal, pelvin, Lymphonodektomie, Lymphadenektomie, LNE, Versorgungsstruktur |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin |
| Status | Veröffentlicht |
| Begutachtet | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden | Ja |
| URN der UB Regensburg | urn:nbn:de:bvb:355-epub-750625 |
| Dokumenten-ID | 75062 |
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