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Lukin, Dmitrii

Penetrationen des Hirnschädels mit festen Fremdkörpern. Inzidenz, klinischer Verlauf und Outcome an der neurochirurgischen Klinik des Universitätsklinikums Regensburg von 1999-2019

Lukin, Dmitrii (2025) Penetrationen des Hirnschädels mit festen Fremdkörpern. Inzidenz, klinischer Verlauf und Outcome an der neurochirurgischen Klinik des Universitätsklinikums Regensburg von 1999-2019. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 15 Jul 2025 05:04
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.77132


Zusammenfassung (Deutsch)

1. Ziel Nicht-militärische, niedrigenergetische penetrierende Hirnverletzungen sind in der Bevölkerung entwickelter Länder selten, stellen jedoch auch in großen neurochirurgischen Zentren ein erhebliches klinisches Problem dar. Grund dafür sind das Fehlen evidenzbasierter Empfehlungen sowie die hohe Variabilität individueller Traumamuster. Derartige Verletzungen verursachen erhebliche primäre ...

1. Ziel
Nicht-militärische, niedrigenergetische penetrierende Hirnverletzungen sind in der Bevölkerung entwickelter Länder selten, stellen jedoch auch in großen neurochirurgischen Zentren ein erhebliches klinisches Problem dar. Grund dafür sind das Fehlen evidenzbasierter Empfehlungen sowie die hohe Variabilität individueller Traumamuster. Derartige Verletzungen verursachen erhebliche primäre und sekundäre Schäden des Hirnparenchyms, wobei insbesondere Spätkomplikationen wie Infektionen oder vaskuläre Läsionen das Outcome maßgeblich beeinflussen können. Da Studien zu diesem Thema nur spärlich vorhanden sind, wollten wir mit einer der größten Fallserien Europas zur Erweiterung der wissenschaftlichen Datenlage beitragen und unsere klinischen Erfahrungen darstellen. Im Fokus standen dabei insbesondere:
-Epidemiologie und Traumamechanismus
-Art und Zeitpunkt der Diagnosestellung
-Behandlungsstrategien
-Management von Komplikationen
-Outcome

2.Methoden
Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine retrospektive Datenanalyse von Patienten, die zwischen 1999 und 2019 an dem Universitätsklinikum Regensburg behandelt wurden und Kriterien für die Diagnose einer penetrierenden Hirnverletzung erfüllten. Das Outcome wurde anhand der Skalen GOS und mRS bewertet. Die Ergebnisse wurden mit der verfügbaren Literatur verglichen.

3.Ergebnisse
In die Studie wurden 13 Patienten eingeschlossen (Durchschnittsalter 46 Jahre, überwiegend männlich, zwei Kinder). Die häufigsten Ursachen waren Freizeitunfälle und Stürze. Am häufigsten erfolgte die Penetration über die Orbita. Initial wurden CCT und CTA durchgeführt. Bei Verdacht auf einen hölzernen Fremdkörper kam zusätzlich die MRT zum Einsatz. Alle Patienten wurden operativ versorgt. Ein Patient entwickelte eine vaskuläre Komplikation (Dissektion der A. carotis interna) und musste radiologisch-interventionell behandelt werden. Die maximale Nachbeobachtungszeit betrug 7 Jahre.

4.Schlussfolgerung
Das Gesamtergebnis in unserer Patientengruppe war insgesamt günstig. Eine adäquate, zeitnahe Versorgung sowie eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit sind entscheidend. Die Rolle der Angiographie wurde diskutiert. Bezüglich des therapeutischen Vorgehens bevorzugten wir eine frühzeitige operative Entfernung des Fremdkörpers sowie ggf. eine Blutstillung. Postoperativ ist eine engmaschige Überwachung auf entzündliche und vaskuläre Komplikationen essenziell.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

1.Objective Low-energy non-military penetrating brain injuries are rare in the population of developed countries, but represent a significant clinical problem even in large neurosurgical hospitals due to a lack of evidence-based recommendations and highly variable individual trauma patterns. Such injuries cause significant primary and secondary damage of brain parenchyma, whereby delayed ...

1.Objective
Low-energy non-military penetrating brain injuries are rare in the population of developed countries, but represent a significant clinical problem even in large neurosurgical hospitals due to a lack of evidence-based recommendations and highly variable individual trauma patterns. Such injuries cause significant primary and secondary damage of brain parenchyma, whereby delayed complications such as infection or vascular lesions can significantly affect the outcome. Since studies on this topic are sparse, we wanted to contribute to expanding the scientific data pool with one of the largest case series in Europe and present our own experience. The following aspects are particularly in our focus:
-Epidemiology and trauma genesis
-Type and time of diagnosis
-Treatment approach
-Management of complications
-Outcome

2. Methods
The present study a retrospective data analysis of patients who were treated at the university hospital Regensburg between 1999 and 2019 and who met criteria for a diagnosis of penetrating brain injury. The outcome was classified according to GOS and mRS. The results were compared with the available data.

3.Results
Thirteen patients were included in the study (mean age 46 years, male preponderance, two children). The trauma was mostly caused by recreational accidents as well as falls. The most common entry point was the orbit. CT and CTA were initially performed. If a wooden foreign body was suspected, MRI was performed. All patients underwent surgery. One patient developed vascular complications (dissection of the internal carotid artery) and required radiological intervention. Three patients also developed inflammatory complications. The maximum follow-up was 7 years.

4.Conclusion
Overall outcome in our group was favorable. Adequate, timely management and close interdisciplinary cooperation are essential. The role of angiography was discussed. Regarding treatment tactics, we preferred prompt surgical removal of the foreign body as well as haemorrhage if present. Postoperatively, close monitoring for possible inflammatory and vascular complications is crucial.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum15 Juli 2025
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Karl-Michael Schebesch
Tag der Prüfung30 Juni 2025
InstitutionenMedizin > Lehrstuhl für Neurochirurgie
Stichwörter / KeywordsPenetrating brain injury; Skull penetration; Solid foreign bodies; Neurotrauma; Neurosurgical treatment; Low-energy penetrating brain injury; Traumatic brain injury; Vascular complications; Infectious complications; Clinical outcome; Epidemiology of brain injuries; Case series. Penetrierende Hirnverletzung; Penetration des Schädels; Feste Fremdkörper; Neurotrauma; Neurochirurgische Behandlung; Niederenergetische Schädelpenetrationen; Traumatische Hirnverletzung; Vaskuläre Komplikationen; Entzündliche Komplikationen; Klinisches Outcome; Epidemiologie von Hirnverletzungen; Fallserie.
Dewey-Dezimal-Klassifikation600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-771323
Dokumenten-ID77132

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