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Inanspruchnahme der Schwangerenvorsorge in Bayern (2000 bis 2020)
Knümann, Jutta (2025) Inanspruchnahme der Schwangerenvorsorge in Bayern (2000 bis 2020). Dissertation, Universität Regensburg.Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 24 Sep 2025 11:00
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.77799
Zusammenfassung (Deutsch)
Die vorliegende Studie betrachtet schwangere Frauen im Freistaat Bayern, die im Beobachtungszeitraum 2000 bis 2015/20 in einer örtlichen Geburtsklinik oder -abteilung versorgt wurden, basierend auf den Datensätzen aus den Perinatalerhebungen der Bayerischen Arbeitsgemeinschaft für Qualitätssicherung. Betrachtet wurden hierbei die Schwangeren, die in einem Perinatalzentrum Level 1 versorgt wurden ...
Die vorliegende Studie betrachtet schwangere Frauen im Freistaat Bayern, die im Beobachtungszeitraum 2000 bis 2015/20 in einer örtlichen Geburtsklinik oder -abteilung versorgt wurden, basierend auf den Datensätzen aus den Perinatalerhebungen der Bayerischen Arbeitsgemeinschaft für Qualitätssicherung. Betrachtet wurden hierbei die Schwangeren, die in einem Perinatalzentrum Level 1 versorgt wurden vs. die Schwangeren, die in einer Geburtsklinik oder -abteilung niedrigerer Versorgungsstufe versorgt wurden. Zudem erfolgte die zusätzliche Betrachtung der Schwangeren, die im L1-Perinatalzentrum Klinik St. Hedwig Krankenhaus Barm. Brüder Regensburg versorgt wurden, separat von den übrigen in einem L1-Perinatalzentren versorgten Schwangeren.
Die Studie dokumentiert für die zweite Hälfte des Beobachtungszeitraums (2010 bis 2020) einen Anstieg der von einem niedrigen Niveau aus und ohne, dass durch den Geburtenanstieg der Bevölkerungsstand dadurch gesichert würde. Sie dokumentiert einen Rückgang des Anteils der jüngeren Schwangeren und einen Zuwachs der älteren Erst- und sowie Mehrgebärenden. Dabei wird der größte Zuwachs in der Alterskategorie der 35- bis 39-jährigen Schwangeren registriert. Die Studie zeigt damit einen dramatischen Anstieg bei den altersbedingten Risikoschwangerschaften auf. Außer dem Alter >35 Jahre identifiziert die Studie a) Adipositas, b) Z.n. Sectio/ vaginaler operativer Entbindung und c) Mehrlingsschwangerschaft als stark zunehmende (a, b) bzw. häufige (c) Schwangerschaftsrisiken. Insgesamt stellt die Studie eine vergleichbare Zunahme der Risikoschwangerschaften in allen Geburtskliniken und -abteilungen fest, wobei der Anteil an Risikoschwangerschaften bei den Barm. Brüdern konstant besonders hoch ist.
Bezüglich der Schwangerschaftsvorsorge belegt die Studie eine zunehmende und sich zeitlich nach vorne verschiebende Inanspruchnahme der gesetzlich garantierten Leistungen und von Selbstzahler-Leistungen. Zudem belegt die Studie eine frühzeitige Kontaktaufnahme der Schwangeren mit ihrer zukünftigen Entbindungsklinik. Diese ist immer häufiger ein L1-Perinatalzentrum, ohne dass hierbei eine Maximalversorgung nach den Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschuss geboten wäre. Die Studie belegt somit ein hohes Gesundheitsbewusstsein und ein hohes Interesse an Gesundheitsprophylaxe. Bei den Barm. Brüder ist ein geringerer Anteil an alleinstehenden und/ oder berufstätigen Schwangeren als in den übrigen L1- Perinatalzentren festzustellen. Zudem zeigt sich ein geringerer Anteil an Mehrlingsschwangerschaften und ein höherer Anteil an Schwangeren mit weniger als drei Ultraschalluntersuchungen, ohne dass die Ursachen hierzu geklärt werden konnten.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
This study looks at pregnant women in the Free State of Bavaria who were treated at a maternity clinic or hospital department during the observation period from 2000 to 2015/20, based on data from the perinatal surveys conducted by the Bavarian Working Group for Quality Assurance. The study compared pregnant women who were treated in a Level 1 perinatal center with those who were treated in a ...
This study looks at pregnant women in the Free State of Bavaria who were treated at a maternity clinic or hospital department during the observation period from 2000 to 2015/20, based on data from the perinatal surveys conducted by the Bavarian Working Group for Quality Assurance. The study compared pregnant women who were treated in a Level 1 perinatal center with those who were treated in a maternity clinic or department with a lower level of care. In addition, pregnant women who were treated at the L1 perinatal center at St. Hedwig clinic of Barm. Brüder Regensburg were considered separately from the other pregnant women treated at L1 perinatal centers.
The study documents an increase in the second half of the observation period (2010 to 2020) from a low level and without the population being secured by the rise in births. It documents a decline in the proportion of younger pregnant women and an increase in older first-time and multiple births. The largest increase is recorded in the 35 to 39 age group of pregnant women. The study thus shows a dramatic increase in age-related high-risk pregnancies. In addition to age >35, the study identifies a) obesity, b) previous cesarean section/vaginal operative delivery, and c) multiple pregnancies as rapidly increasing (a, b) or frequent (c) pregnancy risks. Overall, the study found a comparable increase in high-risk pregnancies in all maternity clinics and departments, with the proportion of high-risk pregnancies at Barm. Brüder remaining consistently high.
With regard to prenatal care, the study shows an increase in the use of legally guaranteed services as well as self-pay services, with this use occurring earlier in the pregnancy. The study also shows that pregnant women are contacting their future maternity hospital at an early stage. This is increasingly often an L1 perinatal center, without maximum care being required according to the guidelines of the "Gemeinsamer Bundesausschuss". The study thus demonstrates a high level of health awareness and a high level of interest in preventive health care. The Barm. Brüder hospital has a lower proportion of single and/or working pregnant women than other L1 perinatal centers. In addition, there is a lower proportion of multiple pregnancies and a higher proportion of pregnant women with fewer than three ultrasound examinations, without the causes for this being clarified.
Beteiligte Einrichtungen
Details
| Dokumentenart | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
| Datum | 24 September 2025 |
| Begutachter (Erstgutachter) | Prof. Dr. Birgit Seelbach-Göbel |
| Tag der Prüfung | 9 September 2025 |
| Institutionen | Medizin > Lehrstuhl für Frauenheilkunde und Geburtshilfe (Schwerpunkt Geburtshilfe) |
| Stichwörter / Keywords | Schwangerschaftsvorsorge, Vorsorgeuntersuchung, Schwangerschaft, Mutterpass, Mutterschaftsrichtlinien, Perinatalzentrum |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin |
| Status | Veröffentlicht |
| Begutachtet | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden | Ja |
| URN der UB Regensburg | urn:nbn:de:bvb:355-epub-777995 |
| Dokumenten-ID | 77799 |
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