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Häufigkeit von Arrhythmien und Embolien nach Ablation von typischem Vorhofflattern im Langzeitverlauf
Buchmann, Lena (2025) Häufigkeit von Arrhythmien und Embolien nach Ablation von typischem Vorhofflattern im Langzeitverlauf. Dissertation, Universität Regensburg.Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 18 Dez 2025 08:30
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.78351
Zusammenfassung (Deutsch)
Für Patienten mit typischem isthmusabhängigem Vorhofflattern stellt die Katheterablation des Cavotrikuspidalen Isthmus als First-Line-Therapie ein effektive Behandlungsmöglichkeit dar. Dennoch finden sich in der Literatur zum Teil deutliche Abweichungen bezüglich der Häufigkeit von Vorhofflatterrezidiven sowie dem Neuauftreten von Vorhofflimmern nach Ablation. Letzteres erweist sich im klinischen ...
Für Patienten mit typischem isthmusabhängigem Vorhofflattern stellt die Katheterablation des Cavotrikuspidalen Isthmus als First-Line-Therapie ein effektive Behandlungsmöglichkeit dar. Dennoch finden sich in der Literatur zum Teil deutliche Abweichungen bezüglich der Häufigkeit von Vorhofflatterrezidiven sowie dem Neuauftreten von Vorhofflimmern nach Ablation. Letzteres erweist sich im klinischen Alltag als große Herausforderung, da es bei einer nicht zu vernachlässigenden Anzahl von Patienten auftritt und es dennoch keine offiziellen Leitlinien für eine Langzeit-Antikoagulation nach Ablation von typischem Vorhofflattern gibt. Die aktuellen Empfehlungen und die Durchführung in der klinischen Praxis basieren vor allem auf klinischen Beobachtungen, sind jedoch weniger von evidenzbasierten Studien gestützt. Dadurch sind manche Patienten einer erhöhten Gefahr für Komplikationen durch thrombembolische Ereignisse ausgesetzt.
Deshalb sollte die vorliegende Arbeit darauf abzielen, die Häufigkeit für das Auftreten von Vorhofflatterrezidiven und anderer Arrhythmien – insbesondere Vorhofflimmern – im Langzeitverlauf nach Katheterablation des Cavotrikuspidalen Isthmus am Universitätsklinikum Regensburg zu ermitteln. Ein wichtiges Ausschlusskriterium war bereits vorbekanntes Vorhofflimmern, da dies mit einer höheren Wiederauftrittsrate in den ersten fünf Jahren nach Vorhofflatterablation assoziiert wird und dennoch in vorangegangenen Studien selten ein Ausschlusskriterium darstellte. Zudem wurde erhoben, ob seit der Katheterablation ein Schlaganfall oder andere thromboembolische Ereignisse aufgetreten sind und wie lange die orale Antikoagulation letztendlich eingenommen wurde.
Die Ergebnisse der Studie zeigen einen dringenden Handlungsbedarf auf. Nur etwa die Hälfte der Patienten blieb im Verlauf komplett arrhythmiefrei, die andere Hälfte und damit ein erheblicher Anteil des Patientenkollektivs erlitt im Beobachtungszeitraum thrombembolie-gefährdende Arrhythmierezidive. Es zeigte sich im Studienvergleich, dass nicht alle Patienten mit Schlaganfall im Verlauf adäquat antikoaguliert waren. Vor allem Frauen und Patienten mit einem CHA2DS2-VASc-Score > 2 scheinen gefährdet zu sein, eine thromboembolische Komplikation zu erleiden. Deshalb ist das derzeit auch bei diesen Patienten übliche Procedere infrage zu stellen, die Antikoagulation vier Wochen nach einer Vorhofflatterablation nach unauffälligem Langzeit-EKG abzusetzen.
Somit ist es unerlässlich, größer angelegte, prospektive Studien durchzuführen, bei denen idealerweise mithilfe implantierbarer Devices eine lückenlose Dokumentation des Herzrhythmus erfolgen sollte. Dadurch könnten verlässliche Zahlen generiert werden, um daraus eine risikoadaptierte klinische Empfehlung zum weiteren Procedere bezüglich der Antikoagulation nach Vorhofflatterablation – analog zum Vorhofflimmern – ableiten zu können.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
Although the catheter ablation of the cavotricuspid isthmus is an effective first line treatment for patients with typical isthmus-dependent atrial flutter, significant deviations for the prevalence of atrial flutter recurrence as well as new occurrence of atrial fibrillation after ablation can be found in the literature. Latter proves as a major challenge in clinical practice because it occurs ...
Although the catheter ablation of the cavotricuspid isthmus is an effective first line treatment for patients with typical isthmus-dependent atrial flutter, significant deviations for the prevalence of atrial flutter recurrence as well as new occurrence of atrial fibrillation after ablation can be found in the literature. Latter proves as a major challenge in clinical practice because it occurs for a not to be neglected number of patients and still there are no official guidelines for a long-term anticoagulation after ablation of atrial flutter. The current advices and clinical practices are based on clinical observations but are less proven by evidence-based studies. As a result, some patients are exposed to an increased risk for complications through thromboembolic events.
Therefore, this study aimed to determine the prevalence of the occurrence of atrial flutter recurrence and other arrhythmias – especially atrial fibrillation – in the long-term follow-up after catheter ablation of the cavotricuspid isthmus at the university hospital of Regensburg. Patients with pre-known atrial fibrillation were excluded due to higher recurrence rates up to five years following ablation. Furthermore, the occurrence of stroke and other thromboembolic events was observed as well as the duration of the anticoagulation treatment.
The results of this study indicate urgent need for action. Only about half of the patients stayed completely free of arrhythmias, the other half and thus a major part of the patient cohort suffered a potentially thromboembolic-causing arrhythmia recurrence during follow-up. Also, the comparative studies showed that not all of the stroke patients were anticoagulated appropriately. Especially women and patents with a CHA2DS2-VASc-Score > 2 appeared to be endangered by suffering a thromboembolic complication. Therefore, the typical procedure for these patients to discontinue the anticoagulation four weeks after atrial flutter ablation after long-term electrocardiogram has to be questioned.
Hence it is essential to conduct further prospective studies in which in ideal circumstances the heart rhythm is documented continuously using implantable devices. As a result, more reliable numbers can be generated to derive a risk-adapted clinical advice for the further procedure regarding anticoagulation after atrial flutter ablation analogous to atrial fibrillation.
Beteiligte Einrichtungen
Details
| Dokumentenart | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
| Datum | 18 Dezember 2025 |
| Begutachter (Erstgutachter) | Prof. Dr. Sabine Fredersdorf-Hahn |
| Tag der Prüfung | 9 Dezember 2025 |
| Institutionen | Medizin > Lehrstuhl für Innere Medizin II |
| Stichwörter / Keywords | typisches Vorhofflattern, Ablation, cavo-trikuspidaler Isthmus, Arrhythmierezidive, typical atrial flutter, cavo-tricuspid isthmus ablation |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin |
| Status | Veröffentlicht |
| Begutachtet | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden | Ja |
| URN der UB Regensburg | urn:nbn:de:bvb:355-epub-783511 |
| Dokumenten-ID | 78351 |
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