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Schasnaya, Maryia

Politische Opposition in autoritären Systemen: Belarus und die Ukraine im Vergleich

Schasnaya, Maryia (2026) Politische Opposition in autoritären Systemen: Belarus und die Ukraine im Vergleich. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 29 Jan 2026 12:11
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.78530


Zusammenfassung (Deutsch)

Die Dissertation untersucht die politische Opposition in Belarus und in der Ukraine, um die Ursachen ihres unterschiedlichen politischen Erfolgs zu analysieren. Während in Belarus selbst umfassende Massenmobilisierungen keinen Machtwechsel bewirkten, gelang es der ukrainischen Opposition bereits mehrfach, Regierungsverantwortung zu übernehmen. Der empirische Vergleich zeigt, dass die ...

Die Dissertation untersucht die politische Opposition in Belarus und in der Ukraine, um die Ursachen ihres unterschiedlichen politischen Erfolgs zu analysieren. Während in Belarus selbst umfassende Massenmobilisierungen keinen Machtwechsel bewirkten, gelang es der ukrainischen Opposition bereits mehrfach, Regierungsverantwortung zu übernehmen.
Der empirische Vergleich zeigt, dass die gesellschaftlichen Strukturbedingungen in beiden Ländern – etwa die Schwäche des Bürgertums, das geringe institutionelle Vertrauen oder die personenorientierte politische Loyalität – in vielerlei Hinsicht ähnlich sind. Auch die personelle Zusammensetzung, die Geschlossenheit und die Strategien der Opposition erweisen sich für einen Machtwechsel als nicht ausschlaggebend.
Vielmehr hängen ihre Chancen auf eine Machtübernahme vom Handeln der Regierenden innerhalb des jeweiligen politischen Systems ab. Dieses setzt die Rahmenbedingungen, die darüber entscheiden, ob oppositionelle Akteure überhaupt Ressourcen mobilisieren und als politische Alternative auftreten können. Die Offenheit des Systems, das heißt der Grad des Pluralismus, ist somit entscheidend für den politischen Wettbewerb. Belarus unter Aljaksandr Lukaschenka steht insofern exemplarisch für ein hochrepressives, alternativloses autoritäres System, das der Opposition keine institutionellen Spielräume bietet und eine Machtübernahme auf legalem wie auch auf revolutionärem Weg unmöglich macht. Die Ukraine hingegen lässt sich als kompetitiver Autoritarismus charakterisieren, in dem ein höherer Grad an politischem Pluralismus einen Regierungswechsel selbst dann ermöglicht, wenn autoritäre Machthaber versuchen, ihn mithilfe von Manipulation und Machtmissbrauch zu verhindern.
Interessant ist zudem die Erkenntnis, dass ausländische Förderung der Opposition umso sinnvoller erscheint, je offener und freier das politische System ist.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

The dissertation examines political opposition in Belarus and Ukraine in order to analyze the causes of their differing political success. While even extensive mass mobilizations in Belarus failed to bring about a change in power, the Ukrainian opposition has repeatedly succeeded in assuming governmental responsibility. The empirical comparison shows that the societal structural conditions in ...

The dissertation examines political opposition in Belarus and Ukraine in order to analyze the causes of their differing political success. While even extensive mass mobilizations in Belarus failed to bring about a change in power, the Ukrainian opposition has repeatedly succeeded in assuming governmental responsibility.
The empirical comparison shows that the societal structural conditions in both countries—such as the weakness of the middle class, low levels of institutional trust, and the personalization of political loyalty—are similar in many respects. The composition, cohesion, and strategies of the opposition also prove not to be decisive factors for a change in power.
Instead, their chances of taking power depend on the actions of those in government within the respective political systems. These actions shape the framework conditions that determine whether opposition actors are able to mobilize resources at all and present themselves as a political alternative. The openness of the system, that is, the degree of pluralism, is therefore crucial for political competition. Belarus under Alyaksandr Lukashenka thus serves as an exemplary case of a highly repressive, non-competitive authoritarian system that offers no institutional space for the opposition and makes a transfer of power impossible by either legal or revolutionary means. Ukraine, by contrast, can be characterized as a case of competitive authoritarianism, in which a higher degree of political pluralism allows for a change in government even when authoritarian incumbents attempt to prevent it through manipulation and abuse of power.
It is also noteworthy that foreign support for opposition actors appears to be more effective the more open and free the political system is.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum29 Januar 2026
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Jerzy Maćków
Tag der Prüfung2 Februar 2023
InstitutionenPhilosophie, Kunst-, Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften > Institut für Politikwissenschaft
Philosophie, Kunst-, Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften > Institut für Politikwissenschaft > Lehrstuhl für Vergleichende Politikwissenschaft (Mittel- und Osteuropa) - Prof. Dr. Jerzy Maćków
Stichwörter / KeywordsOpposition, politische Opposition, Autoritarismus, Ukraine, Belarus, Opposition in autoritären Systemen, defekte Demokratie, Scheinopposition, Osteuropa, Wettbewerb, Massenmobilisierung, Repression, Pluralismus, Autokratie, Revolution, Machtwechsel/ opposition, authoritarianism, Belarus, Ukraine, pseudo-opposition, political opposition, Eastern Europe, authocracy, revolution, pluralism, mass mobilization
Dewey-Dezimal-Klassifikation300 Sozialwissenschaften > 300 Sozialwissenschaften, Soziologie
300 Sozialwissenschaften > 320 Politik
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-785300
Dokumenten-ID78530

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