Stress ist ein zentrales Forschungsthema in verschiedenen Teildisziplinen der Psychologie. Trotz gleichem Forschungsgegenstand besteht bislang eine Kluft zwischen den Methoden zur psychobiologischen Stressdiagnostik und arbeitspsychologischen Ansätzen zur Belastungsanalyse. Mit dem vorliegenden Forschungsvorhaben soll eine Integration verschiedener Methoden geleistet werden. Als Modell für chronischen Stress am Arbeitsplatz wird der Lehrerberuf gewählt. In dem vorliegenden Forschungsprojekt geht es um die Untersuchung der Frage, ob (a) Burnout (=Erschöpfung) als Folge von chronischem Stress am Arbeitsplatz im Kontrast zu (b) hoher Stressbelastung am Arbeitsplatz ohne Burnout-Symptomatik und (c) geringer Arbeitsbelastung ohne Burnout durch unterscheidbare psychobiologische Aktivitäts- und Reaktivitätsmuster charakterisiert ist. Eine Beschreibung von chronischem Stress über psychobiologische Parameter könnte zur Erklärung spezifischer Beschwerden bei hohem Arbeitsstress und Burnout beitragen. Es soll eine arbeitspsychologisch ausgerichtete psychometrische sowie umfangreiche psychobiologische Stress-Diagnose der Regulation der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden Achse (HHNA) und Sympathikus-Nebennierenmark Achse (SNA) bzw. von Parametern des kardiovaskulären Systems, eines erweiterten Allostatic Load -Konzeptes und des Immunsystems durchgeführt werden. Berücksichtigt werden dabei basale Aktivitäts- und stimulierte Reaktivitätswerte unter sowohl kontrollierten Labor- als auch real-life -Bedingungen in quer- und längsschnittlichen Untersuchungsdesigns. Den grundlagenorientierten Studien soll sich ein Interventionsteil mit psychometrischer und psychobiologischer Evaluation anschließen.