Im Zentrum des Graduiertenkollegs steht das Relief als Grenzfläche zwischen der Atmosphäre/Hydrosphäre und der Pedosphäre/Lithosphäre. Prozesse in Grenzflächensystemen sind in starkem Maße von der räumlichen Charakteristik der Komponenten des Systems abhängig. Die Empirie zeigt, dass diese Komponenten auf allen räumlichen Skalen des Reliefs in strukturierten Anordnungen vorherrschen, d.h., dass reliefbildende und -verändernde Prozesse eher zu strukturiertenGefügen der Grenzfläche führen als zu zufallsbedingten Mustern. Weiterhin ist die Reliefstruktur ein entscheidender Parameter für an der Grenzfläche wirkende Prozesse und damit für die räumliche Differenzierung von Geofaktoren.Die übergeordnete Zielsetzung liegt in den Forschungsschwerpunkten der rechnergestützten Relieferfassung, -speicherung und -darstellung, derParameterisierung der Reliefstruktur sowie in der Untersuchung derReliefstruktur als Produkt und Regler von Prozessen wie z.B. Prozesse der Vegetationsentwicklung, der oberflächennahen Wasserflüsse und desRegionalklimas sowie die Prozesse der nacheiszeitlichen Bodenentwicklung und der langzeitigen Entwicklung geomorphologischer Grundformen. Das Forschungsprogramm wird in den Relieftypgebieten des Flachlandes, des Mittel- und des Hochgebirges bearbeitet, so dass sowohl eine hohe Variabilität der Reliefstruktur vorliegt als auch enge Bezüge zu den Arbeiten des Sonderforschungsbereichs 350 bestehen.