Ziel des Projektes ist eine Untersuchung des mittelalterlichen Krieges als kulturelles Phänomen. Dabei soll das komplexe Verhältnis zwischen empirisch nachweisbarem kriegerischen Verhalten und der kulturellen Deutung und Verarbeitung dieses Verhaltens in Bildern mit modernen kulturwissenschaftlichen Methoden analysiert werden. Unter Kriegsbildern werden die Widerspiegelungen der Realität in den kollektiven Vorstellungen der Zeitgenossen, d.h. vor allem die sozialen Wahrnehmungsformen des Krieges, verstanden. Mentalitäts- und erfahrungsgeschichtliche Betrachtungsweisen stehen dabei im Vordergrund. Die einzelnen Teilprojekte untersuchen folgende Themen: 1. Auto- und Heterostereotypen im Mittelalter (Teilprojekt Kortüm I)2. Alltagsgeschichte der Hussitenkriege (TP Fuchs)3. Formen und Funktionen der Darstellung des Krieges als Metapher für den geistigen Kampf (pugna spiritualis) in der Kunst des Mittelalters (TP Stein-Kecks)4. Sprachliche Rituale in feindlichen Auseinandersetzungen des späten Mittelalters (TP Greule/Janich)5. Stiftsfehden innerhalb des Reichsgebietes im 15. Jht. (TP Becker)6. Krieg und Frieden als spekulative Metaphern in der Philosophie des Mittelalters (TP Schönberger)7. Die Schädel-Traumatologie in kriegschirurgischen Texten des Spätmittelalters (TP Keil)8. Krieg im Visier: Literatur im Deutschen Orden als Modell korporativer Identitätsbildung (TP Feistner)9. Die Kreuzfahrer und ihre muslimischen Gegner. Feindbild und Krieg im Mittelalter (TP Kortüm II)