Die Siedlungsentwicklung im Suburbium von Rom in republikanischer Zeit ist gerade durch neuere Forschungen etwa zur sog. Villa am Auditorium und andere Funde zu einem wichtigen Thema der stadtrömischen Archäologie geworden. Was aber fehlt, sind gesicherte Daten für ländliche Besiedlungen vor allem aus der mittleren Republik (4. - 2. Jh. V. Chr.). Die Untersuchung einer aus Quadern errichteten republikanischen villa rustica in der Nähe der modernen Metro-Station Anagnina, die bei Meliorationsarbeiten zutage gekommen ist, bietet dafür eine große Chance. Im September 2010 wurde eine erste Ausgrabungskampagne durchgeführt. Die dabei erzielten Resultate haben die Voraussetzungen dafür geschaffen, ein dreijähriges Forschungsprojekt in Gang zu setzen, welches mit vergleichsweise geringem Aufwand eine ganze Reihe von für die architektonische Ausgestaltung und Nutzung des ländlichen Umlands des republikanischen Rom wegweisenden Aufschlüssen erwarten lässt. Neben der vollständig erhaltenen mittelrepublikanischen Villa sind auch die weiteren Bauphasen - bis hin zu einer frühkaiserzeitlichen Otiumvilla - einer Erforschung zugänglich. Über eine detaillierte Phasenabfolge kann somit ein wichtiger chronologischer Referenzpunkt geschaffen werden, an dem sich künftige Arbeiten orientieren können.