Einigen speziellen Aspekten der bisher verfolgten Projektfragestellung wird vertieft nachgegangen. Über die mittels quantitativer Methode erhobene Datengenerierung zum Ist-Zustand literarischer Sozialisation wird hinausgegangen, indem der Fragefocus verstärkt retrospektiv auf Genesezusammenhänge bestimmter Sozialisationsverläufe gerichtet wird. Einen Schwerpunkt wird die Frage nach dem Stellenwert der Schule und des Unterrichts innerhalb des Prozesses der Lesesozialisation bilden: Zum Einen hinsichtlich leseförderungsrelevanter Grundbedingungen der schulischen Situation (Schulbibliothek, Klassenbücherei, Buchrezensionen in Schülerzeitung etc.), zum Anderen bezogen auf das unterrichtliche Geschehen (Methoden des Literaturunterrichts, Art der Lektüre etc.). Insbesondere wird der Frage nachgegangen, inwieweit es der Schule ge- oder misslingt, etwaige Defizite der primären Sozialisation (Elternhaus) zu kompensieren. Die Untersuchung gliedert sich in drei methodisch aufeinander abgestimmte empirische Untersuchungsteile, in denen unterschiedliche Methoden eingesetzt werden. Die Schülererhebung findet innerhalb der bisher schon untersuchten Alterskohorte statt. Der Konnex von Lehrer- und Schüleruntersuchung wird aufrechterhalten; wiederum werden westdeutsche (Bayern) sowie ostdeutsche Schulen (Sachsen) untersucht.