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Vogt, Silke

Neuronale Korrelate moralischer Urteile bei forensischen Suchtpatienten: eine fMRT Studie

Vogt, Silke (2012) Neuronale Korrelate moralischer Urteile bei forensischen Suchtpatienten: eine fMRT Studie. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 17 Feb 2012 09:18
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.23342


Zusammenfassung (Deutsch)

Bildgebende Studien mit gesunden Probanden oder mit Versuchspersonen mit hirnorganischen Läsionen konnten zeigen, dass moralische Entscheidungen mit verstärkten Gehirnaktivierungen des präfrontalen Cortex (PFC), des anterioren Temporalpols (aTP), des superioren temporalen sulcus (STS), des anterioren cingulären Cortex (ACC), sowie Bereichen des limbischen Systems in Verbindung stehen. Die ...

Bildgebende Studien mit gesunden Probanden oder mit Versuchspersonen mit hirnorganischen Läsionen konnten zeigen, dass moralische Entscheidungen mit verstärkten Gehirnaktivierungen des präfrontalen Cortex (PFC), des anterioren Temporalpols (aTP), des superioren temporalen sulcus (STS), des anterioren cingulären Cortex (ACC), sowie Bereichen des limbischen Systems in Verbindung stehen. Die vorliegende Studie untersucht erstmalig, inwieweit sich diese Forschungsergebnisse auch auf ein suchtmittelabhängiges, forensisches Patientenkollektiv übertragen lassen.
Dazu wurden alltägliche moralische Konflikte generiert, bei denen die Probanden zwischen der Erfüllung eines persönlichen Bedürfnisses und einer ethischen Norm wählen mussten.
Verglichen mit gesunden Kontrollprobanden zeigen die forensischen Patienten signifikante Minderaktivierungen in Bereichen des Temporal- (BA 21, 22, 38) und Frontallappens (BA 8, 9, 10). Auf behavioraler Ebene können keine Unterschiede zwischen den beiden Probandengruppen abgebildet werden.
Die Ergebnisse weisen auf neuronale Defizite hin, die vermutlich in Zusammenhang mit einer Substanzmittelabhängigkeit stehen. Die verminderten frontalen Aktivierungen deuten auf eine geringere emotionale Einbindung und introspektive Wahrnehmung der forensischen Probanden bei moralischen Entscheidungen hin. Zudem könnten die Minderaktivierungen auf eine gewisse Prädisposition für aggressive und impulsive Verhaltensauffälligkeiten der forensischen Versuchspersonen hinweisen.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

Recent neuroimaging studies focus on the neural correlates of moral decision making in healthy subjects or patients with cerebral lesions. The studies revealed that moral reasoning shows increased activity in several brain areas, including the prefrontal Cortex (PFC), the anterior temporal cortex (aTP), the superior temporal sulcus (STS), the anterior cingulate cortex (ACC) and parts of the ...

Recent neuroimaging studies focus on the neural correlates of moral decision making in healthy subjects or patients with cerebral lesions. The studies revealed that moral reasoning shows increased activity in several brain areas, including the prefrontal Cortex (PFC), the anterior temporal cortex (aTP), the superior temporal sulcus (STS), the anterior cingulate cortex (ACC) and parts of the limbic system. The aim of the present study is to examine to what extend those findings holds for forensic, non-psychopathic patients. Therefore the study investigates moral reasoning in everyday moral conflicts in which a hedonistic behavior competes against the fulfilling of a morally guided decision.
Compared with healthy controls, the forensic patients showed decreased activity in parts of the temporal (BA 21, 22, 38) and frontal cortex (BA 8, 9, 10). The behavioral data showed no significant differences between the two groups.
The findings suggest that addiction is an essential influencing factor on impaired decision making. The decreased activation in frontal areas may also suggest that the forensic patients are less emotionally involved. It may also indicate a certain susceptibility to aggressive and impulsive behavior.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum17 Februar 2012
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Göran Hajak und Prof. Dr. Wilhelm Schulte-Mattler
Tag der Prüfung3 Februar 2012
InstitutionenMedizin > Lehrstuhl für Psychiatrie und Psychotherapie
Stichwörter / KeywordsfMRT, forensische Suchtpatienten, Suchtmittel, Moral, bildgebende Verfahren, moralische Entscheidungen, moralische Konflikte, neuronale Korrelate, PFC, Theory of Mind
Dewey-Dezimal-Klassifikation600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-233422
Dokumenten-ID23342

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