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Anwendungsbeobachtung einer Triple Antikoagulationstherapie hinsichtlich möglicher Blutungskomplikationen und Auswirkungen auf die Nierenfunktion
Drachsler, Karin (2017) Anwendungsbeobachtung einer Triple Antikoagulationstherapie hinsichtlich möglicher Blutungskomplikationen und Auswirkungen auf die Nierenfunktion. Dissertation, Universität Regensburg.Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 09 Mrz 2017 08:45
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.35232
Zusammenfassung (Deutsch)
In der vorliegenden Beobachtungsstudie wurden insgesamt 108 Patienten über einen Zeitraum von 6 Monaten beobachtet, bei denen aus klinischen Gründen die Indikation zu einer Triple-Therapie gestellt wurde. Ziel der Studie war es herauszufinden, in welchem Ausmaß die Triple-Therapie mit einem erhöhten Blutungsrisiko einhergeht und inwieweit sich die Nierenfunktion der Patienten unter dieser ...
In der vorliegenden Beobachtungsstudie wurden insgesamt 108 Patienten über einen Zeitraum von 6 Monaten beobachtet, bei denen aus klinischen Gründen die Indikation zu einer Triple-Therapie gestellt wurde. Ziel der Studie war es herauszufinden, in welchem Ausmaß die Triple-Therapie mit einem erhöhten Blutungsrisiko einhergeht und inwieweit sich die Nierenfunktion der Patienten unter dieser speziellen
Antikoagulationstherapie durch mögliche Mikroblutungen in der Niere verschlechtert.
Bei der Auswertung der Daten dieses Regensburger Triple-Registers sowie bei der Sichtung zahlreicher anderer Studien zu diesem Thema wurde deutlich, dass es noch keine abschließende und eindeutige Therapieempfehlung für Patienten mit einer Indikation zur TT gibt. Je nach Risikoprofil der einzelnen Patienten sollte individuell zwischen dem Thrombose- und Restenoserisiko einerseits und dem
Blutungsrisiko andererseits abgewogen werden und so der passende Stenttyp sowie die optimale Medikamentenkombination und Therapiedauer ausgewählt werden.
Ein wesentliches Ziel dieser Arbeit war die Erfassung aller Blutungskomplikationen über einen Zeitraum von 6 Monaten, die unter der Triple-Therapie auftraten. Erwartungsgemäß
zeigte sich, dass das Risiko für Majorblutungen in der Triple-Therapie-Gruppe deutlich höher war als bei anderen Medikamentenkombinationen.
Das zweite wesentliche Ziel war die Beobachtung der Nierenfunktion. Es wurde untersucht, ob es durch die Triple-Therapie zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion
kam. Mehreren Studien zufolge, in denen die Auswirkungen einer Marcumartherapie analysiert wurden, scheinen glomeruläre Blutungen und tubuläre Obstruktionen durch Erythrozytenzylinder im Rahmen von Marcumarüberdosierungen dafür verantwortlich zu sein. Bei der Auswertung der Daten des Regensburger
Triple-Registers konnte eine Verschlechterung der Nierenfunktion unter Triple-Therapie bisher nicht eindeutig nachgewiesen werden. Jedoch fiel auf, dass in der
Patientengrupe mit Triple-Therapie neben Majorblutungen auch häufiger eine Mikrohämaturie vorlag als in der Vergleichsgruppe. Ein eindeutiger Zusammenhang
zwischen erhöhten INR-Werten und einer sich verschlechternden Nierenfunktion konnte in unserem Kollektiv nicht nachgewiesen werden. Als bisher einziger signifikanter
Prädiktor für eine Verschlechterung der Nierenfunktion konnte eine bereits zuvor vorhandene chronische Niereninsuffizienz festgestellt werden.
Abschließend lässt sich festhalten, dass unbedingt größere, randomisierte Studien erforderlich sind, um diese aus medizinischer Sicht interessante und sehr vielschichtige
Thematik Triple-Therapie genauer und hinsichtlich verschiedenster Fragestellungen zu untersuchen. Ziel für die Zukunft muss es sein, den häufig multimorbiden
Patienten eine optimale Therapie in Bezug auf Sicherheit, Wirksamkeit, Lebensqualität und Lebenserwartung anbieten zu können.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
108 patients with an indication for triple therapy have been monitored in this observational study for six months. The present study assesses whether triple therapy causes an increased bleeding risk and an accelerated aggravation of chronic kidney disease (glomerular hemorrhage). Analysis of the present study „Regensburger Triple-Register“ and previous similar studies show that there is not yet a ...
108 patients with an indication for triple therapy have been monitored in this observational study for six months. The present study assesses whether triple therapy causes an increased bleeding risk and an accelerated aggravation of chronic kidney disease (glomerular hemorrhage).
Analysis of the present study „Regensburger Triple-Register“ and previous similar studies show that there is not yet a final recommendation for patients with an indication for triple therapy. Depending on the risk profile of each individual patient the risk of thromboembolism / stent thrombosis and the bleeding risk should be balanced to find the optimal type of stent, the ideal combination of drugs and the optimal duration.
One important aim of this study was to detect all the bleeding complications which have occured during a six month-period while taking triple therapy. As expected the risk of major bleeding during triple therapy was significantly increased compared to other combinations of drugs.
The second aim was to monitor the renal function during triple therapy. Previous studies have shown that overanticoagulation with warfarin can cause glomerular hematuria, resulting in tubular obstruction by red blood cell casts. Analysis of the present study „Regensburger Triple-Register“ did not prove any impairment of the renal function during triple therapy. However, there was more often microhaematuria in the triple therapy group than in the comparison group. A definite correlation between an increased INR and an impairment of the renal function could not be proved. The only significant predictor for an impairment of the renal function is a chronic kidney disease.
In conclusion, we have to wait for the results of the ongoing large randomized trials which are analysing the interesting and complex topic triple therapy. An important goal for the future is to offer an optimal therapy concerning safety, efficacy, health-related quality of life and an increased expectation of life to the patients who are often multimorbid.
Beteiligte Einrichtungen
Details
| Dokumentenart | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
| Datum | 9 März 2017 |
| Begutachter (Erstgutachter) | Prof. Dr. Marcus Fischer |
| Tag der Prüfung | 8 Februar 2017 |
| Institutionen | Medizin > Lehrstuhl für Innere Medizin II |
| Stichwörter / Keywords | Triple; Antikoagulation; Stent; Vorhofflimmern; TAVI; Nierenfunktion; Blutungskomplikationen |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin |
| Status | Veröffentlicht |
| Begutachtet | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden | Ja |
| URN der UB Regensburg | urn:nbn:de:bvb:355-epub-352327 |
| Dokumenten-ID | 35232 |
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