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Götz, Thomas

KARL BRATER (1819-1869) - Betrachtungen zur Biographik eines bürgerlichen Liberalen

Götz, Thomas (2018) KARL BRATER (1819-1869) - Betrachtungen zur Biographik eines bürgerlichen Liberalen. Working Paper. (Unveröffentlicht)

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 08 Mrz 2018 14:58
Monographie
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.36826


Zusammenfassung

Das historiographische Interesse am nationalbewegten bürgerlichen Liberalismus und der ihn einbettenden Teilepoche zwischen Vormärz und kleindeutscher Reichsgründung ist zuletzt geradezu „kollabiert“ (Paul Nolte). Der nunmehr diskurshegemoniale (De-)Konstruktivismus hat die letzten Reste unreflektiert-affirmativen Schreibens über die am nation-building arbeitenden 'toten weißen Männern' abgeräumt ...

Das historiographische Interesse am nationalbewegten bürgerlichen Liberalismus und der ihn einbettenden Teilepoche zwischen Vormärz und kleindeutscher Reichsgründung ist zuletzt geradezu „kollabiert“ (Paul Nolte). Der nunmehr diskurshegemoniale (De-)Konstruktivismus hat die letzten Reste unreflektiert-affirmativen Schreibens über die am nation-building arbeitenden 'toten weißen Männern' abgeräumt und damit auch einem vielfach in der Landesgeschichte immer noch gepflegten fröhlichen Positivismus die Grundlage entzogen. Es führt demnach, ob man dies nun goutiert oder nicht, kein Weg zurück zu liebevoll gepflegten „Lebensbildern“ in Zeiten eines postmodernen Anti-Essenzialismus – insbesondere in der Biographik nicht.

Die vorliegende Studie über Karl Brater, den weithin unbekannten, aber wohl wirkungsmächtigsten bayerischen Liberalen des „Reichsgründungsjahrzehnts“, tastet sich daher in eine andere Richtung vor. Ausgehend vom Ansatz einer durchaus schon seit Längerem geforderten „strukturellen Biographie“ werden jenseits des Linear-Chronologischen nicht unbedingt neue, aber in der Praxis eher wenig ausgetretene Pfade im Epochen-Terrain betreten. So erlaubt die Quellenüberlieferung zum einen den inneren Zusammenhang von Lebensführung, Ehe und Familie sowie liberal-nationalem politischen Engagement individuell-epochenerschließend durchzudeklinieren. Zum anderen zeigt Braters Scheitern als liberal-oppositioneller Bürgermeister von Nördlingen in der Revolution von 1848/49 wie im Brennspiegel das Bild einer lokalen politischen Kultur, in der ein „Populismus“ avant la lettre den Ton angab. Ausgehend von diesem Befund könnte mittels weiter zu vertiefender Historisierung eine mit weniger ira et studio geführte Diskussion über dieses aktuell politmoralisch so aufgeladene Phänomen geführt werden.

Die Potenziale der strukturellen Biographik liegen in ihrer enormen kontexterschließenden Kraft. Die Stollen, die mit ihr in die Zeit-Schichten getrieben werden, führen hierbei durchaus zu bekannten, aber eben auch einmal mit anderen Techniken abbaubaren Flözen.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartMonographie (Working Paper)
Datum7 März 2018
InstitutionenPhilosophie, Kunst-, Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften > Institut für Geschichte > Europäische Geschichte (19. und 20. Jahrhundert) - Prof. Dr. Rainer Liedtke
Stichwörter / KeywordsKarl Brater, Liberalismus, Bürgertum, Nationalbewegung, Bayern, 19. Jahrhundert, Biographik, (De-)Konstruktivismus, biographische Methode, Populismus
Dewey-Dezimal-Klassifikation900 Geschichte und Geografie > 900 Geschichte
900 Geschichte und Geografie > 943 Geschichte Deutschlands
StatusUnveröffentlicht
BegutachtetUnbekannt / Keine Angabe
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-368266
Dokumenten-ID36826

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