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Ngu, Anthony

Retrospektive MRT-basierte Analyse subkortikaler Strukturen bei Tinnituspatienten und gesunden Kontrollen: Volumenunterschiede und Korrelationen mit Hörverlust

Ngu, Anthony (2024) Retrospektive MRT-basierte Analyse subkortikaler Strukturen bei Tinnituspatienten und gesunden Kontrollen: Volumenunterschiede und Korrelationen mit Hörverlust. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 19 Aug 2024 07:44
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.58899


Zusammenfassung (Deutsch)

Der Terminus „Tinnitus“ leitet sich vom Lateinischen „tinnire“ (dt. klingeln, klirren) ab und bezeichnet eine abnorme auditive Wahrnehmung, deren Ursache eine Störung des auditorischen Systems bzw. der im Umfeld liegenden Strukturen sein kann (Boenninghaus & Lenarz, 2007). Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist die kritische Analyse zweier Hypothesen. Zum einen sollte geprüft werden, ob zwischen ...

Der Terminus „Tinnitus“ leitet sich vom Lateinischen „tinnire“ (dt. klingeln, klirren) ab und bezeichnet eine abnorme auditive Wahrnehmung, deren Ursache eine Störung des auditorischen Systems bzw. der im Umfeld liegenden Strukturen sein kann (Boenninghaus & Lenarz, 2007). Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist die kritische Analyse zweier Hypothesen. Zum einen sollte geprüft werden, ob zwischen Tinnituspatienten und gesunden Kontrollen ein Volumenunterschied an subkortikalen Substrukturen des Hippocampus oder Thalamus besteht. Zum anderen sollte untersucht werden, ob bei Tinnitus- oder Kontrollprobanden eine Korrelation zwischen der Volumengröße subkortikaler Hippocampus- sowie Thalamussubstrukturen und der audiometrischen Hörschwelle nachweisbar ist. Das Probandenkollektiv umfasste insgesamt 2 Stichprobengruppen, die auf Alter- und Geschlechtsverteilung gematcht wurden. Es wurden insgesamt 28 Tinnituspatienten (4 weiblich, 24 männlich) und 13 Kontrollprobanden (2 weiblich, 11 männlich) rekrutiert, welche einer magnetresonanztomographischen und audiometrischen Datenerhebung unterzogen wurden. Die Datensätze wurden mittels FreeSurfer-Analyse bzgl. ihrer Hippocampus- und Thalamussubstrukturvolumina untersucht und ausgewertet. Die Ergebnisse der ersten Hauptfragestellung deuten darauf hin, dass zwischen Kontroll- und Tinnitusgruppe keine signifikanten Unterschiede im Volumen der Hippocampus- oder Thalamussubstrukturen bestehen. Für die zweite Fragestellung konnten einige statistisch signifikante Korrelationen nachgewiesen werden. So wurden für die Kontrollgruppe eine positive Korrelation des Sulcus hippocampalis mit der Hörschwelle als auch negative Korrelationen des Ncl. pulvinaris anterior mit der Hörschwelle festgestellt. Für die Tinnitusgruppe konnten negative Korrelationen für den Ncl. anteroventralis thalami mit der Hörschwelle sowie negative Korrelationen des Ncl. pulvinaris anterior thalami und des Ncl. pulvinaris medialis thalami mit der Hörschwelle nachgewiesen werden. Unsere Ergebnisse werfen die Frage auf, ob nicht andere Faktoren, wie z.B. altersbedingter Hörverlust, doch einen höheren Einfluss auf die Struktur des Hippocampus oder Thalamus haben als die Tinnituserkrankung an sich. Allerdings wären weitere Forschungsanstrengungen in diesem Gebiet von großer Bedeutung, um die komplexe Natur der Mechanismen, die der Entstehung und Wahrnehmung von Tinnitus zugrunde liegen zu verstehen.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

The term “tinnitus” is derived from the latin word “tinnire” (ringing) and refers to an abnormal auditory perception that can be caused by a malfunction of the auditory system or the surrounding structures (Boenninghaus & Lenarz, 2007). The subject of this study is the critical analysis of two hypotheses. On the one hand, the study aimed to examine whether there is a difference in the volume of ...

The term “tinnitus” is derived from the latin word “tinnire” (ringing) and refers to an abnormal auditory perception that can be caused by a malfunction of the auditory system or the surrounding structures (Boenninghaus & Lenarz, 2007). The subject of this study is the critical analysis of two hypotheses. On the one hand, the study aimed to examine whether there is a difference in the volume of subcortical substructures of the hippocampus or thalamus between tinnitus patients and healthy controls. On the other hand, the aim was to investigate whether there is a correlation between the volume size of subcortical hippocampal and thalamic substructures and the audiometric hearing threshold in tinnitus or control subjects. The study population comprised a total of 2 sample groups, which were matched for age and gender distribution. A total of 28 tinnitus patients (4 female, 24 male) and 13 control subjects (2 female, 11 male) were recruited, who underwent magnetic resonance imaging and an audiometric test. The data sets were examined and analyzed using FreeSurfer in terms of their hippocampal and thalamic substructure volumes. The results of the first main question indicate that there are no significant differences in the volume of hippocampal or thalamic substructures between the control and tinnitus group. Some statistically significant correlations were found for the second research question. A positive correlation between the hippocampal sulcus and the hearing threshold as well as negative correlations between the anterior thalamic pulvinar nucleus and the hearing threshold were found for the control group. For the tinnitus group, negative correlations were found for the anteroventral thalamic nucleus with the hearing threshold as well as negative correlations of the anterior thalamic pulvinar nucleus and the medial thalamic pulvinar nucleus with the hearing threshold. Our results raise the question of whether other factors, such as age-related hearing loss, may have a greater influence on the structure of the hippocampus or thalamus than tinnitus itself. However, further research efforts in this area would be of great importance in order to understand the complex nature of the mechanisms underlying the development and perception of tinnitus.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum19 August 2024
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Martin Schecklmann
Tag der Prüfung1 August 2024
InstitutionenMedizin > Lehrstuhl für Psychiatrie und Psychotherapie
Stichwörter / KeywordsVBM, FreeSurfer, Hippocampus, Thalamus, MRT, Voxel-basierte Morphometrie, subkortikal, Substrukturen, Volumen, Hörverlust, Hörschwelle, Tinnitus, Kontrollen, Unterschiede, Korrelationen, MRI, voxel-based morphometry, subcortical, substructures, volume, hearing loss, audiometric threshold, tinnitus, controls, differences, correlations
Dewey-Dezimal-Klassifikation600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-588998
Dokumenten-ID58899

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