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Untersuchungen zur Schlafwahrnehmung bei Insomniepatienten, Hypersomniepatienten, Narkolepsiepatienten und Gesunden
Crönlein, Tatjana (2006) Untersuchungen zur Schlafwahrnehmung bei Insomniepatienten, Hypersomniepatienten, Narkolepsiepatienten und Gesunden. Dissertation, Universität Regensburg.Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 27 Apr 2006 07:44
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.10429
Zusammenfassung (Deutsch)
Die bisherigen Daten zur Schlafwahrnehmung sind heterogen, rudimentär und entbehren einer metaanalytischen Ordnung. Insomniepatienten unterschätzen bekanntermaßen ihren Schlaf. Über das Schlafwahrnehmungsverhalten anderer Gruppen von Schlafgestörten ist kaum etwas bekannt. Dabei sind insbesondere die Angaben von hypersomnischen Gruppen wichtig für die klinische Einschätzung ihrer Einschlafneigung ...
Die bisherigen Daten zur Schlafwahrnehmung sind heterogen, rudimentär und entbehren einer metaanalytischen Ordnung. Insomniepatienten unterschätzen bekanntermaßen ihren Schlaf. Über das Schlafwahrnehmungsverhalten anderer Gruppen von Schlafgestörten ist kaum etwas bekannt. Dabei sind insbesondere die Angaben von hypersomnischen Gruppen wichtig für die klinische Einschätzung ihrer Einschlafneigung am Tage, zum Beispiel beim Autofahren. Wie schätzen hypersomnische Patienten ihren Schlaf ein? Unterscheiden sie sich von Insomniepatienten? Wie lassen sich Unterschiede erklären?
Vier diagnostische Gruppen: 35 Gesunde, 40 Insomniepatienten, 36 Hypersomniepatienten und 22 Narkolepsiepatienten wurden hinsichtlich ihrer Schlaferinnerung, der Schlafeinschätzung und der Schlafbeurteilung untersucht. Die methodischen Grundlagen bildeten der Mehrfach-Schlaf-Latenz-Test30 mit fünf standardisierten 30-minütigen polysomnographischen Registrierzeiten an einem Tag und die vorangegangene nächtliche Polysomnographie. Die subjektiven Daten wurden jeweils im Anschluss an die Polysomnographie mittels eines eigenen Schlaffragebogens erhoben.
Die Insomniepatienten zeigen beim MSLT30 die schlechteste Erinnerung an Schlaf mit nur der Hälfte der objektiven Schlafereignisse. Die hypersomnischen Gruppen können den registrierten Schlaf überwiegend erinnern. In den Schlafeinschätzungsparametern am Tag unterscheiden sich die Stichproben nur geringfügig. Die Schlaflatenzen werden überschätzt. Insgesamt ist die Schlafeinschätzung schlechter, wenn Schlafstadium 1 zum objektiven Schlaf dazugezählt wird. In der Nachtableitung zeigen sich Diagnosegruppenunterschiede: Im Gegensatz zu den hypersomnischen Gruppen zeigen die Insomniepatienten eine deutliche Unterschätzung des Schlafes. Hypersomniepatienten überschätzen zwar ebenfalls die Schaflatenz, unterschätzen jedoch die nächtliche Wachzeit. Die Narkolepsiepatienten können ihren Schlaf nicht einschätzen, signifikante Korrelationen zwischen den objektiven und den subjektiven Schlafdaten fehlen.
Eine Schlafwahrnehmungsverzerrung im Sinne einer systematischen Unterschätzung des Schlafes zeigen nur die Insomniepatienten, was als Hauptergebnis dieser Arbeit gewertet wird. Diese Unterschätzung wird mit einer Insomnietypisch ängstlichen Erwartungshaltung gegenüber dem Schlaf erklärt. Die Schlafwahrnehmungsverzerrung der Insomniepatienten ist somit ein Teil deren Psychopathologie. Bei Hypersomniepatienten ist vor allem morgens die Einschätzung des Tagschlafes schlecht. Dies sollte im klinischen Umgang mit ihnen berücksichtigt werden. Narkolepsiepatienten können den objektiven Schlaf zwar erinnern, aber nicht einschätzen. Besonders bei der letzteren Gruppe ergibt sich noch erheblicher Forschungsbedarf.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
Objective and Methods: It is well known that insomniacs underestimate their sleep. There is little information about the perception of sleep in patients with other sleep disorders, such as hypersomnia or narcolepsy. Subjective and objective sleep parameters of patients with psychophysiological insomnia (N= 40), primary hypersomnia (N= 36), narcolepsy (N= 22) and a group of normals (N= 35) were ...
Objective and Methods: It is well known that insomniacs underestimate their sleep. There is little information about the perception of sleep in patients with other sleep disorders, such as hypersomnia or narcolepsy. Subjective and objective sleep parameters of patients with psychophysiological insomnia (N= 40), primary hypersomnia (N= 36), narcolepsy (N= 22) and a group of normals (N= 35) were compared. Data were obtained from an all-night polysomnography and a subsequent Multiple Sleep Latency Test (MSLT30). Immediately after each test period, subjects were asked, whether they had slept at all and about their subjective sleep latency, sleep duration and time awake after sleep onset. Results: Comparison of subjective and objective parameters of the MSLT30 showed little differences between the four groups. The estimation of night sleep revealed differences between the diagnostic groups. Insomnia patients underestimated sleep time and overestimated wake after sleep onset. Hypersomnia patients also overestimated sleep latency but underestimated wake after sleep onset. Patients with narcolepsy showed no correlations between subjective and objective sleep parameters. Conclusion: Insomniac patients consistently underestimate their sleep, while this is not true for patients with narcolepsy or hypersomnia. Psychopathological aspects of a disturbed sleep perception are discussed.
Beteiligte Einrichtungen
Details
| Dokumentenart | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
| Datum | 26 April 2006 |
| Begutachter (Erstgutachter) | Prof. Dr. Helmut Lukesch |
| Tag der Prüfung | 8 Februar 2006 |
| Institutionen | Humanwissenschaften > Institut für Psychologie > Entpflichtete oder im Ruhestand befindliche Professoren > Lehrstuhl für Psychologie VI (Pädagogische Psychologie und Medienpsychologie) - Prof. Dr. Helmut Lukesch |
| Stichwörter / Keywords | Schlafstörung , Hypersomnie , Narkolepsie , Schlafwahrnehmung , Sleep perception , insomnia , hypersomnia , narcolepsy |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation | 100 Philosophie und Psychologie > 150 Psychologie |
| Status | Veröffentlicht |
| Begutachtet | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden | Ja |
| URN der UB Regensburg | urn:nbn:de:bvb:355-opus-6505 |
| Dokumenten-ID | 10429 |
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