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Frieling, Sebastian

Untersuchungen zur Eignung der zentralvenösen Sauerstoffsättigung (ScvO 2) als Weaning-Prädiktor nach Langzeitbeatmung

Frieling, Sebastian (2010) Untersuchungen zur Eignung der zentralvenösen Sauerstoffsättigung (ScvO 2) als Weaning-Prädiktor nach Langzeitbeatmung. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 11 Okt 2010 14:22
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.16619


Zusammenfassung (Deutsch)

Die mechanische Beatmung birgt zahlreiche Risiken für den Patienten. Neben einer Ventilator-assoziierten Pneumonie (VAP) kann die mechanische Beatmung per se zu einer Lungenschädigung führen. Eine unnötig verlängerte Beatmung als auch eine Reintubation nach zu früher Beatmungsentwöhnung sind mit einer erhöhten Mortalität assoziiert. Unsere Studie hatte zum Zweck, die zentralvenöse ...

Die mechanische Beatmung birgt zahlreiche Risiken für den Patienten. Neben einer Ventilator-assoziierten Pneumonie (VAP) kann die mechanische Beatmung per se zu einer Lungenschädigung führen. Eine unnötig verlängerte Beatmung als auch eine Reintubation nach zu früher Beatmungsentwöhnung sind mit einer erhöhten Mortalität assoziiert.

Unsere Studie hatte zum Zweck, die zentralvenöse Sauerstoffsättigung als Weaning-Prädiktor in der Spontanatmungsphase zu prüfen sowie ihren Aussagewert als Überwachungsparameter nach erfolgter Extubation in der Nachbeobachtungsphase (48 h) zu untersuchen. Unsere Hypothese lautete, dass im Falle eines Weaning-Versagens ein rascher Abfall der ScvO2 zu erwarten wäre, da sich einerseits die Sauerstoffaufnahme verschlechtern und andererseits der Sauerstoffverbrauch infolge vermehrter Atemarbeit zunehmen sollte.

Wir konnten zeigen, dass ein pathologisch hoher ScvO2-Wert isoliert betrachtet keinen Aussagewert bezüglich der Entwöhnbarkeit eines Patienten im Spontanatmungsversuch besitzt. Gleiches gilt für die Patienten mit pathologisch niedrigen ScvO2-Absolutwerten, wie sie z.B. bei schwerwiegenden kardiopulmonalen Grunderkrankungen vorkommen. Der Absolutwert der ScvO2 ist nach unseren Erkenntnissen nicht als Weaning-Prädiktor geeignet.

Bei den meisten Weaning-Versagern ließ sich kein allgemeiner ScvO2-Abwärtstrend feststellen. Hingegen konnte eine Tendenz beobachtet werden, dass Weaning-Versager (in 70%) im Vergleich mit den Erfolgreichen (in 25 %) bereits im Spontanatmungsversuch vermehrt ScvO2-Schwankungen aufwiesen.

Jedoch kann ein kontinuierliches ScvO2-Monitoring auf ein respiratorisches Versagen hindeuten, bevor konventionelle Überwachungsparameter wie Herzfrequenz, arterielle Sauerstoffsättigung oder der arterielle Sauerstoffpartialdruck auffällig werden. Insbesondere bei Patienten, die zu schwach oder somnolent sind, um klinische Zeichen der ventilatorischen Erschöpfung zu bieten, erscheint dies sinnvoll.

Jedoch sind weitere Studien nötig, um den klinischen Nutzen einer kontinuierlichen ScvO2-Messung während der Nachbeobachtungsphase zu bewerten.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

Mechanical ventilation is associated with numerous risks for the patient, among others ventilator associated pneumonia (VAP) or damage to the lung by mechanical ventilation itself. Unnecessarily prolonged ventilation as well as reintubation after too early extubation can lead to higher mortality. Therefore the right moment of weaning from mechanical ventilation has a great impact on patient ...

Mechanical ventilation is associated with numerous risks for the patient, among others ventilator associated pneumonia (VAP) or damage to the lung by mechanical ventilation itself. Unnecessarily prolonged ventilation as well as reintubation after too early extubation can lead to higher mortality. Therefore the right moment of weaning from mechanical ventilation has a great impact on patient outcome.

The study was to test central venous oxygen saturation as weaning predictor and as early warning parameter for weaning failure during post extubation period (48 h). We hypothesized that in the case of weaning failure lower oxygen uptake and higher oxygen consumption due to growing breathing effort and impaired ventilation would lead to a quick decrease of central venous oxygen saturation.

We found that without clinical context pathologically high ScvO2 during spontaneous breathing trial provides no information on the success of weaning. The same was found in patients presenting pathologically low ScvO2 as it occurs in severe chronic pulmonary and cardiac diseases. Therefore ScvO2, as an isolated value, does not qualify as weaning predictor.

Most failure patients did not show decreasing ScvO2 trends. However, a tendency to significantly fluctating ScvO2 was observed in 70 % of failure patients vs. 30 % in successfully weaned patients during spontaneous breathing.

However, during post extubation period continuous monitoring of ScvO2 may detect respiratory failure earlier than conventional parameters as heart rate, arterial oxygen saturation or arterial oxygen partial pressure. Especially in patients who are too weak or unresponsive to show clinical signs of respiratory fatigue this may be helpful.

More studies are necessary to evaluate the clinical use of a continuous monitoring of ScvO2 during post extubation period.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum11 Oktober 2010
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Michael Pfeifer und Prof. Dr. Thomas Bein
Tag der Prüfung1 September 2010
InstitutionenMedizin > Lehrstuhl für Innere Medizin I
ThemenverbundNicht ausgewählt
Stichwörter / KeywordsWeaning, mechanische Beatmung, Weaning-Prädiktor, Entwöhnung, zentralvenöse Sauerstoffsättigung, ScvO2, gemischtvenöse Sauerstoffsättigung, SvO2
Dewey-Dezimal-Klassifikation600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-166191
Dokumenten-ID16619

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