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Das visuell Ästhetische im Web:
eine experimentelle Untersuchung zum Einfluss der affektiven Bewertungsebene auf das Annäherungs- und Vermeidungsverhalten
Strebe, Rita
(2015)
Das visuell Ästhetische im Web:eine experimentelle Untersuchung zum Einfluss der affektiven Bewertungsebene auf das Annäherungs- und Vermeidungsverhalten. Dissertation, Universität Regensburg.
Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 04 Sep 2015 10:39
Hochschulschrift der Universität Regensburg
Zusammenfassung (Deutsch)
Das Ästhetische im Web ist in den letzten Jahren zu einem zunehmend beachteten Forschungsgegenstand geworden. Hintergrund könnte ein steigendes Interesse an emotionalen Aspekten der Techniknutzung sein, die vor allem innerhalb der User Experience Aufmerksamkeit finden. Die enge Beziehung zwischen dem ästhetischen Eindruck und emotionalen Reaktionen wird in einer Analyse der Begriffsverwendung des ...
Das Ästhetische im Web ist in den letzten Jahren zu einem zunehmend beachteten Forschungsgegenstand geworden. Hintergrund könnte ein steigendes Interesse an emotionalen Aspekten der Techniknutzung sein, die vor allem innerhalb der User Experience Aufmerksamkeit finden. Die enge Beziehung zwischen dem ästhetischen Eindruck und emotionalen Reaktionen wird in einer Analyse der Begriffsverwendung des Ästhetischen in der Philosophie, Psychologie und Mensch-Maschine-Interaktion deutlich. Auch die Verortung des Ästhetischen innerhalb der User Experience zeigt, dass es insbesondere in den emotionsbezogenen Ansätzen thematisiert wird. Zwei Verarbeitungsebenen des Ästhetischen deuten sich an. Zum einen könnte der ästhetische Eindruck über eine unmittelbare affektive Evaluationsebene entstehen. Ergebnisse im Webkontext legen nahe, dass hier ästhetische Bewertungsprozesse bereits innerhalb von 50ms stattfinden. Im Web könnte dem unmittelbaren affektiven ästhetischen Eindruck vor dem Hintergrund der sehr flüchtigen Interaktionsmuster eine besondere Bedeutung zukommen. Die Beziehung zwischen dem Sinneseindruck und dem Erleben von ästhetischem Gefallen und Missfallen kann jedoch auch über weitere Verarbeitungsprozesse vermittelt werden. Dies ist die reflektive ästhetische Verarbeitungsebene. Die vorliegende Arbeit erforscht den Einfluss des ästhetischen Eindrucks auf die Intensität der weiteren Interkation. Mit wenigen Ausnahmen haben Studien zum Ästhetischen als Wirkungsfaktor im Web Befragungsinstrumente als vorherrschende Datenerhebungsmethode eingesetzt. Im vorliegenden Experiment wurde die ästhetische Wirkung auf die Intensität der weiteren Interaktion über Verhaltensvariablen wie Verweildauer, Anzahl aufgerufener Webunterseiten und Leseanteil untersucht, die während der Interaktion erhoben wurden. Siebzig Versuchspersonen nahmen an dem Experiment teil und erkundeten zehn reale Webseiten. Ergebnisse zeigen, dass Versuchspersonen länger auf Webseiten blieben, mehr Webunterseiten aufriefen und mehr Zeit mit Lesen verbrachten auf Webseiten, die sie in ihrem ästhetischen Eindruck bevorzugten. Auch schon der erste affektive visuelle Eindruck wirkt sich auf die Intensität der weiteren Interaktion aus. Weiterer Forschungsbedarf könnte sich auf visuelle Merkmale richten, die insbesondere auf affektiver Ebene den ästhetischen Eindruck beeinflussen. Bisherige Untersuchungen, die bereits die visuelle Komplexität und Balance als unmittelbar affektiv wirksam herausgestellt haben, sollten erweitert werden. Insgesamt bestätigen die Ergebnisse die Relevanz des Ästhetischen als Wirkungsfaktor im Web.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
Aesthetics on the Web has become a more and more considered research topic in recent years. This development can be seen in context of a growing interest in emotional aspects in the use of technology, which mainly find attention within the user experience. The close connection between the aesthetic impression and emotional reactions becomes obvious in an analysis of the use of the term ...
Aesthetics on the Web has become a more and more considered research topic in recent years. This development can be seen in context of a growing interest in emotional aspects in the use of technology, which mainly find attention within the user experience. The close connection between the aesthetic impression and emotional reactions becomes obvious in an analysis of the use of the term ‘aesthetic’ within philosophy, psychology and human-computer interaction. Furthermore, the location of aesthetics within the user experience shows, that it is mainly considered in the emotion oriented approaches. Two levels of aesthetic processing can be derived from these analyses. On the one hand, the aesthetic impression can form from an immediate affective level of processing. Results in the Web context show, that here aesthetic evaluation processes take place within 50ms. On the Web, this level of aesthetic processing could be the most relevant because of the fugacious character of web navigation patterns. On the other hand, the relation between the sensory impression and the experience of aesthetic pleasure or displeasure can be mediated through conscious evaluations. This is the reflective level of aesthetic processing. The present work explores the impact of the aesthetic impression of websites on the intensity of further interaction. With few exceptions, studies on aesthetics as a driver on the Web have relied on surveys as the primary data collection method. In the present experiment, the aesthetic impact on the intensity of further interaction was investigated through behavioural variables, such as dwell time, number of retrieved web pages and reading time proportion collected during interaction. Seventy participants took part in the experiment and explored ten real websites. Results show, that participants stayed longer, retrieved more web pages and spent more time reading on websites, that they preferred in their aesthetic impression. Even the first affective visual impression has an effect on the intensity of the further interaction. Future research could investigate the visual properties of websites that mainly influence the affective level of aesthetic processing. Recent studies showing visual complexity and balance as effective on the affective aesthetic processing level could be further advanced. Overall results confirm the relevance of aesthetics as a driver on the Web.
Beteiligte Einrichtungen
Details
| Dokumentenart | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
| Datum | 4 September 2015 |
| Begutachter (Erstgutachter) | Prof. Dr. Rainer Hammwöhner |
| Tag der Prüfung | 29 September 2014 |
| Institutionen | Sprach- und Literatur- und Kulturwissenschaften > Institut für Information und Medien, Sprache und Kultur (I:IMSK) > Lehrstuhl für Informationswissenschaft (Prof. Dr. Udo Kruschwitz) Informatik und Data Science > Fachbereich Menschzentrierte Informatik > Lehrstuhl für Informationswissenschaft (Prof. Dr. Udo Kruschwitz) |
| Stichwörter / Keywords | Ästhetik, Web, Webseiten, Mensch-Maschine Interaktion, Emotion, affektives Priming |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation | 000 Informatik, Informationswissenschaft, allgemeine Werke > 020 Bibliotheks- und Informationswissenschaft |
| Status | Veröffentlicht |
| Begutachtet | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden | Ja |
| URN der UB Regensburg | urn:nbn:de:bvb:355-epub-323811 |
| Dokumenten-ID | 32381 |
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