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Wassermann, Ulrike

Mangelernährung im Krankenhaus - Erhebung und Analyse der Prävalenz mittels Nutritional Risk Screening 2002

Wassermann, Ulrike (2015) Mangelernährung im Krankenhaus - Erhebung und Analyse der Prävalenz mittels Nutritional Risk Screening 2002. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 18 Dez 2015 12:13
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.33064


Zusammenfassung (Deutsch)

Zielsetzung: Das Ziel dieser Arbeit bestand in der Erhebung der Prävalenz an Mangelernährung in einem deutschen Krankenhaus. Methoden: Hierfür wurde ein Kollektiv von 221 Patienten der Klinik und Polyklinik für Chirurgie des Universitätsklinikums Regensburg auf ein Ernährungsdefizit untersucht. Der Ernährungszustand wurde mit Hilfe des „Nutritional Risk Screening 2002“ festgestellt. Des Weiteren ...

Zielsetzung: Das Ziel dieser Arbeit bestand in der Erhebung der Prävalenz an Mangelernährung in einem deutschen Krankenhaus.
Methoden: Hierfür wurde ein Kollektiv von 221 Patienten der Klinik und Polyklinik für Chirurgie des Universitätsklinikums Regensburg auf ein Ernährungsdefizit untersucht. Der Ernährungszustand wurde mit Hilfe des „Nutritional Risk Screening 2002“ festgestellt. Des Weiteren wurden soziodeskriptive und laborchemische Daten sowie etwaige Vorerkrankungen analysiert, wodurch Risikofaktoren für eine Mangelernährung eruiert werden konnten.
Ergebnisse: Mit dem NRS-2002 wurde eine Prävalenz von 35,3 % an Patienten mit einem Ernährungsrisiko ermittelt. Die Aussage K. Normans, nach der die Zahlen von Mangelernährung im Krankenhaus zwischen 20 und 50 % liegen (16), stimmt mit den hier diskutierten Studien überein. Als Risikofaktoren für eine Mangelernährung haben sich das Vorliegen einer Herz-, Leber-, und Schilddrüsenerkrankung herauskristallisiert. Nicht nachgewiesen wurden in dieser Erhebung die Relation zwischen Mangelernährung und Rauchen sowie Alkoholismus. Ein weiterer Faktor war die maligne Erkrankung, welche signifikanten Einfluss zeigte. Auch das höhere Alter stand in direktem Zusammenhang mit einem Ernährungsrisiko. Ebenfalls konnten alle vier Parameter des Vorscreenings als Risikofaktoren für eine Mangelernährung ausgemacht werden: ein BMI unter 20,5kg/m², die verminderte Nahrungsaufnahme in der vergangenen Woche, ein ungewollter Gewichtslust in den letzten drei Monaten sowie das Vorliegen einer schweren Erkrankung (meist onkologischer Natur). Keinen Einfluss hatten die Faktoren Geschlecht und Nationalität.
Schlussfolgerungen: Jeder dritte Patient unterlag einem Ernährungsrisiko in dem untersuchten Patientenkollektiv. Auffallend war besonders der Zusammenhang zwischen einer malignen Erkrankung sowie höherem Alter und einer Mangelernährung.
Die Zahlen der Prävalenz von Mangelernährung im Krankenhaus unterscheiden sich im internationalen Vergleich nicht nur weltweit stark, sondern auch in Europa unter ähnlichen ökonomischen und methodischen Bedingungen. Als Gründe der divergierenden Zahlen können mehrere Aspekte ausgemacht werden: Unterschiedliche Definitionen von Mangelernährung, sozioökonomische Faktoren sowie differente Untersuchungsmethoden spielen eine Rolle. Inwiefern die jeweilige Fachabteilung Einfluss auf das Ausmaß der Prävalenz nimmt, kann mit der vorliegenden Arbeit nicht geklärt werden, da ausschließlich Patienten der Viszeralchirurgie teilnahmen. In vielen Studien wurden speziell Patienten der Inneren Medizin mit Patienten der Chirurgie verglichen. Die Ergebnisse dazu fallen widersprüchlich aus, weshalb für die Beantwortung dieser Frage weitere Untersuchungen nötig sein werden.
Trotz der Kenntnis einfacher Screeningmethoden und der Präsenz in Aufnahmebögen werden sie Untersuchungen zufolge nur selten im Klinikalltag angewandt und dokumentiert. Das Ergebnis des NRS-2002 in Regensburg zeigt, dass in der chirurgischen Fachabteilung eines Klinikums der dritten Versorgungsstufe die Prävalenz von Patienten mit einem Ernährungsrisikos hoch ist. Die primäre Konsequenz aus dieser Erkenntnis sollte die standardisierte Durchführung eines einfachen Screenings im Rahmen der Aufnahme sein. Durch die frühe Erfassung ernährungsbedingt gefährdeter Patienten könnten diese vermutlich bereits von einer einfachen und kurzzeitigen Ernährungsberatung bzw. der jeweils notwendigen Ernährungstherapie profitieren.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

Background & aims: Malnutrition in hospital is a little regarded and underestimated disease in industrialized countries like Germany. The aim of this study was to ascertain the prevalence of malnutrition in a German hospital. Methods: A cohorte of 221 patients of the clinic and polyclinic of surgery of the university hospital in Regensburg was examined for nutritional deficiency. Furthermore, ...

Background & aims: Malnutrition in hospital is a little regarded and underestimated disease in industrialized countries like Germany. The aim of this study was to ascertain the prevalence of malnutrition in a German hospital.
Methods: A cohorte of 221 patients of the clinic and polyclinic of surgery of the university hospital in Regensburg was examined for nutritional deficiency. Furthermore, social and laboratory parameters as well as pre-existing illnesses were recorded and analyzed. Consequently, risk factors for malnutrition could be detected.
Results: Malnutrition was diagnosed in 35,3 % of patients according to Nutritional Risk Screening 2002. This result corresponds with a study of K. Norman which indicates the prevalence of malnutrition in hospital between 20 and 50 %. Patients with cardiac, liver and thyroid diseases were exposed to a higher risk for malnutrition. The correlation between malnutrition and smoking or alcoholism was not confirmed. Further nutritional risk factors were malignant disease and higher age. At last, the four parameters of the initial screening were risk factors for malnutrition: BMI lower 20,5kg/m², diminished food intake in the preceding week, unvoluntary weight loss during the last three months and the presence of a severe disease. The parameters sex and nationality showed no influence on nutritional risk.
Conclusions: Every third patient was exposed to a nutritional risk. The correlation between malignant disease as well as higher age and malnutrition was remarkable. The prevalence of malnutrition in European hospitals varies strongly despite of similar economic and methodical conditions. Reasons can be found in different definitions of malnutrition, different social economic standards or varying study methods. How far the various wards take influence on the prevalence could not be clarified because exclusively surgery patients were examined. Despite of the knowledge of simple screening tools, they are rarely used in clinical routine according to studies. Primary consequence of the results should be standardized screening of patients for malnutrition during admission. After having identified patients at nutritional risk, they could already benefit from a simple nutrition consultation or therapy.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum18 Dezember 2015
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Marc-Hendrik Dahlke
Tag der Prüfung9 Dezember 2015
InstitutionenMedizin > Lehrstuhl für Chirurgie
Stichwörter / KeywordsMangelernährung, Krankenhaus, Nutritional Risk Screening 2002
Dewey-Dezimal-Klassifikation600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-330647
Dokumenten-ID33064

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