Direkt zum Inhalt

Irga, Serkan

Die prognostische Bedeutung der anatomischen Lokalisation, histologischer und
klinischer Parameter für die Vorhersage von Lymphknotenmetastasen und das
Gesamtüberleben bei Kopf-Hals-Melanomen

Irga, Serkan (2016) Die prognostische Bedeutung der anatomischen Lokalisation, histologischer und
klinischer Parameter für die Vorhersage von Lymphknotenmetastasen und das
Gesamtüberleben bei Kopf-Hals-Melanomen.
Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 22 Jan 2016 06:48
Hochschulschrift der Universität Regensburg


Zusammenfassung (Deutsch)

Die Inzidenz des malignen Melanoms hat in den letzten Jahren zugenommen, die Mortalität jedoch vergleichsweise abgenommen. Als Ursache können hierfür eine verbesserte Aufklärung sowie die entsprechenden Früherkennungsprogramme angeführt werden. Die erhöhte UV-Exposition fördert nachgewiesenermaßen die Entstehung von Melanomen, weshalb der Kopf-Hals-Bereich relativ zur Körperoberfläche als ...

Die Inzidenz des malignen Melanoms hat in den letzten Jahren zugenommen, die Mortalität jedoch vergleichsweise abgenommen. Als Ursache können hierfür eine verbesserte Aufklärung sowie die entsprechenden Früherkennungsprogramme angeführt werden.
Die erhöhte UV-Exposition fördert nachgewiesenermaßen die Entstehung von Melanomen, weshalb der Kopf-Hals-Bereich relativ zur Körperoberfläche als Prädilektionsstelle gilt.In der Literatur wurde für Kopf-Hals-Melanome eine schlechtere Prognose im Vergleich zu anderen Lokalisationen beschrieben.
In der vorliegenden Studie wurden 246 Patienten mit einem malignen Melanom im Kopf-Hals-Bereich eingeschlossen, welche im Zeitraum von 1998 bis 2011 in der Klinik für Dermatologie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie des Universitätsklinikums in Regensburg behandelt wurden.
Das Augenmerk der Auswertung lag in der Bestimmung von prognostische Faktoren, welche das Überleben der betroffenen Patienten beeinflussen. Dabei stellten die zervikale lymphogene Metastasierung und die Tumorulzerationen die stärksten negativen Prädiktoren für die
Überlebensprognose des Patienten dar. Weitere prognostisch wichtige Faktoren waren die Tumordicke, der Subtyp und das Auftreten von Rezidiven.
Eine weitere wichtige Erkenntnis im Bezug auf die Überlebensprognose des Patienten stellt die Lokalisation im Kopf-Hals-Bereich dar. So zeigte die vorliegende Studie, dass Melanome im Gesichtsbereich eine deutlich bessere Prognose haben als Melanome des restlichen Kopf-Hals-Bereichs. Die schlechteste Prognose wiesen Melanome der Schleimhaut auf.
Patienten mit einem hohen Clark Level (IV-V), hohen T-Stadium (T3-T4) und Patienten unter 70 Jahren wiesen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für zervikale Lymphknotenmetastasen auf. Eine Ulzeration des Primärtumors zeigte sich ebenfalls signifikant mit einer Lymphknotenmetastasierung
assoziiert.
Als Therapie der ersten Wahl des Primärtumors gilt nach wie vor die operative Exzision in tumorfreien Grenzen. Ein Sicherheitsabstand von mindestens 1cm scheint im Kopf-Hals-Bereich entsprechend den eigenen Ergebnissen sowie der aktuellen Literatur ausreichend.
Bei positivem Lymphknotenbefund ist eine Ausräumung der befallenen Lymphabflusswege nach wie vor sinnvoll. Eine elektive Lymphadenektomie kann bei aggressiven Formen des malignen Melanoms, bei hohem T-Stadien, vorliegenden Ulzerationen sowie bei fortgeschrittenem Clark-Level, insbesondere bei jungen Patientengruppen, als Alternative zur Sentinel node-Biopsie in Betracht gezogen werden.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

The incidence of malignant melanoma has increased in recent years, however comparatively the mortality decreased. As reason for this can be given an improved awareness and the corresponding screening programs. The increased UV exposure promotes proven the development of melanoma, which is why the head and neck area is relative to the body surface more predestinated. In the literature a poorer ...

The incidence of malignant melanoma has increased in recent years, however comparatively the mortality decreased. As reason for this can be given an improved awareness and the corresponding screening programs.
The increased UV exposure promotes proven the development of melanoma, which is why the head and neck area is relative to the body surface more predestinated.
In the literature a poorer prognosis was described for head and neck melanomas in comparison to other locations.
The present study includes 246 patients with a malignant melanoma in the head and neck region, which were treated in the period from 1998 to 2011 in the Department of Dermatology, Otorhinolaryngology and oral and maxillofacial surgery at the University Hospital in Regensburg.
Cervical lymph node metastasis and the ulceration of the tumor were illustrated as the strongest negative predictors of survival prognosis of the patient. Other prognostically important factors were the tumor thickness, the histological subtype and the occurrence of relapses.
Another important finding in terms of the survival prognosis of patients represents the localization in the head and neck area. Melanomas in the facial area have a significantly better prognosis than melanoma of the remaining head and neck region. The worst prognosis showed mucosal
melanomas.
Patients with a high Clark-Level (IV-V), high T-Stage (T3-T4) and those younger than 70 years had an increased likelihood of cervical lymph node metastases. An ulceration of the primary tumor was also significantly associated with lymph node metastasis.
As a first-line therapy of the primary tumor the surgical excision in tumor-free limits is considered. A resection margin of at least 1cm seems sufficient in the head and neck area according to our own results as well as the current literature.
In case of lymph node metastasis a lymph node dissection is still useful. An elective lymphadenectomy can be considered in aggressive forms of melanoma, with a high T-stage, ulcerations or an advanced Clark level, especially in young patients groups, as an alternative to sentinel node biopsy.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum22 Januar 2016
Begutachter (Erstgutachter)PD. Dr. Dr Tobias Ettl
Tag der Prüfung18 Januar 2016
InstitutionenMedizin > Lehrstuhl für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Stichwörter / KeywordsMelanom, Kopf und Hals , Prognose, Resektionsabstand, Neck-Dissection
Dewey-Dezimal-Klassifikation600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-331757
Dokumenten-ID33175

Bibliographische Daten exportieren

Nur für Besitzer und Autoren: Kontrollseite des Eintrags

nach oben