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Beck, Stefan Rudolf

Ferrum est quod amant - Das Amphitheater in der lateinischen Literatur des ersten und zweiten Jahrhunderts unter politischen und gesellschaftskritischen Aspekten

Beck, Stefan Rudolf (2016) Ferrum est quod amant - Das Amphitheater in der lateinischen Literatur des ersten und zweiten Jahrhunderts unter politischen und gesellschaftskritischen Aspekten. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 27 Apr 2016 12:03
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.33718


Zusammenfassung (Deutsch)

In den literarischen Zeugnissen Suetons, Martials, Juvenals und Senecas wird besonders deutlich, welch bedeutende Stellung das Amphitheater innerhalb der römischen Gesellschaft des ersten und frühen zweiten Jahrhunderts n. Chr. einnahm. Abhängig von der Intention, Gattung, Zeit und Stellung des jeweiligen Autors und Werkes stehen in den untersuchten Amphitheaterdarstellungen entweder der ...

In den literarischen Zeugnissen Suetons, Martials, Juvenals und Senecas wird besonders deutlich, welch bedeutende Stellung das Amphitheater innerhalb der römischen Gesellschaft des ersten und frühen zweiten Jahrhunderts n. Chr. einnahm. Abhängig von der Intention, Gattung, Zeit und Stellung des jeweiligen Autors und Werkes stehen in den untersuchten Amphitheaterdarstellungen entweder der (kaiserliche) Spielegeber, die in der Arena auftretenden Akteure oder das Publikum im Fokus der Betrachtung. Die Spielebeschreibungen leisten einen wichtigen Beitrag zur Charakterisierung der römischen Herrscher. Die Spanne reicht hierbei von kritischen Äußerungen über die Grausamkeit (saevitia) oder Verschwendungssucht (luxuria) bestimmter Kaiser bis hin zu Lobpreisungen mit panegyrischem Charakter; dabei spielen vor allem Herrschertugenden wie Freigebigkeit (munificentia bzw. liberalitas), Milde (clementia), Gerechtigkeit (iustitia) und Bürgernähe (civilitas) eine wichtige Rolle. Ob einzelne spectacula die Wertschätzung eines Autors genießen oder von diesem abgelehnt werden, zeigt sich oftmals an der Beschreibung des Publikums. Das Verhältnis der Autoren zu den infamen Akteuren des Amphitheaters ist in ähnlicher, beinahe paradoxer Weise ambivalent, wie dies überhaupt in der römischen Gesellschaft der Fall war: Während einige Amphitheaterveranstaltungen als charakterschädliche Form der Massenunterhaltung verurteilt werden, stilisiert besonders Seneca Gladiatoren und Tierkämpfer zu Vorbildern für Tugend und Todesverachtung. Massenkämpfe und öffentliche Hinrichtungen sind hingegen sowohl in den Spielebeschreibungen Suetons als auch vor allem bei Seneca negativ besetzt. Naumachien wirkten aufgrund ihrer enormen Dimensionen sowie der dabei aufgewendeten technischen Raffinessen auf die Zeitgenossen beeindruckend, wie sich in den Spielebeschreibungen Suetons und Martials zeigt.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

The literary works of Suetonius, Martialis, Iuvenalis and Seneca clearly show the great significance of the amphitheatre in the Roman society of the first and early second century A.D. In the amphitheatre scenes discussed in this thesis the focus of attention is either on the (imperial) editor, the men fighting in the arena or the spectators, depending on the intention, genre, time and position ...

The literary works of Suetonius, Martialis, Iuvenalis and Seneca clearly show the great significance of the amphitheatre in the Roman society of the first and early second century A.D. In the amphitheatre scenes discussed in this thesis the focus of attention is either on the (imperial) editor, the men fighting in the arena or the spectators, depending on the intention, genre, time and position of the respective authors and works. The game descriptions make an important contribution to the Roman rulers’ characterisation. On the one hand we can find critical statements of specific emperors which deal with cruelty (saevitia) or extravagance (luxuria), on the other hand there is panegyric glorification. Especially imperial virtues such as munificence (munificentia or liberalitas), benignity (clementia), justice (iustitia) and affability (civilitas) play an important role in this glorification. The description of the spectators often shows whether single kinds of spectacula are appreciated or condemned by an author. The authors’ relationship to the infamous men of the amphitheatre is as paradoxically ambivalent as the Roman society’s. While some arena shows are condemned to be a danger to public morale, Seneca in particular praises gladiatores and animal fighters as examples for virtue and defiance of death. In contrast to that, mass struggles and public executions have a negative connotation for both Suetonius and Seneca. Naval combats impressed the contemporaries mainly due to their enormous dimension and technical refinement, as referred to by Suetonius and Martialis.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum27 April 2016
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Jan-Wilhelm Beck
Tag der Prüfung14 Oktober 2015
InstitutionenSprach- und Literatur- und Kulturwissenschaften > Institut für Klassische Philologie > Lehrstuhl für Lateinische Philologie (Prof. Dr. Jan-Wilhelm Beck)
Stichwörter / KeywordsAmphitheater, öffentliche Spiele, Spielegeber, Gladiatoren, Tierhetzen, öffentliche Hinrichtungen, römische Kaiserzeit, munera gladiatoria, editor muneris, naumachia, damnatio ad bestias, damnatio ad ferrum, lanista, liber spectaculorum, amphitheatre, public games, gladiators, venationes, public executions, Roman empire
Dewey-Dezimal-Klassifikation800 Literatur > 870 Lateinische Literatur
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-337181
Dokumenten-ID33718

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