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Vollath, Veronika Elisabeth

Kapseldehiszenz, Patella Shift und Tilt nach Knietotalendoprothese. Measured-resection vs. Ligament-balanced. Klinische und radiologische Ergebnisse.

Vollath, Veronika Elisabeth (2016) Kapseldehiszenz, Patella Shift und Tilt nach Knietotalendoprothese. Measured-resection vs. Ligament-balanced. Klinische und radiologische Ergebnisse. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 31 Aug 2016 09:53
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.34502


Zusammenfassung (Deutsch)

Der nach Implantation einer Knietotalendoprothese auftretende vordere Knieschmerz stellt eine viel diskutierte postoperative Komplikation dar. Im Gegensatz zur Sporttraumatologie wurde bisher die Rolle eines durchtrennten Lig. patellofemorale mediale (MPFL) im Rahmen einer K-TEP-Implantation (Knietotalendoprothesen-Implantation) mit medial parapatellarem Zugang noch nicht näher untersucht. Wir ...

Der nach Implantation einer Knietotalendoprothese auftretende vordere Knieschmerz stellt eine viel diskutierte postoperative Komplikation dar. Im Gegensatz zur Sporttraumatologie wurde bisher die Rolle eines durchtrennten Lig. patellofemorale mediale (MPFL) im Rahmen einer K-TEP-Implantation (Knietotalendoprothesen-Implantation) mit medial parapatellarem Zugang noch nicht näher untersucht. Wir stellten die Hypothese auf, dass der Versuch einer Wiederherstellung dieses Bandkomplexes durch einen einfachen Verschluss der Faszie in einigen Fällen nicht ausreicht und ein typisch postoperativer vorderer Knieschmerz die Folge ist. Zudem gingen wir davon aus, dass der Erfolg der Wiederherstellung des MPFL von der Rotation der femoralen Komponente beeinflusst wird.
Bei 35 Patienten wurde die Knietotalendoprothese bandspannungsadaptiert navigiert (ligament-balanced), bei weiteren 35 Patienten in einer konventionellen Vorgehensweise (measured-resection) eingesetzt. Nach der Implantation des künstlichen Kniegelenkes bei medial parapatellarem Zugang wurden nach jedem Kapselverschluss 2 Titanclips im Bereich der Naht der Gelenkkapsel eingebracht. Drei Tage und drei Monate postoperativ erfolgte die Bestimmung der Dehiszenz der beiden Clips mittels röntgenologischer Kontrolle (Patellatangentialaufnahme). Zusätzlich wurden Patella Tilt, Patella Shift sowie Knee Society Score und Feller Score ermittelt.
48 Patienten zeigten eine Zunahme der Dehiszenz der Kapselnaht. Patienten mit einer Abweichung >4mm wiesen drei Monate p.o. eine geringere Verbesserung des Feller Scores auf, verglichen mit Patienten, deren Dehiszenz bei ≤4mm lag.
Hinsichtlich der radiologischen Messergebnisse und des klinischen Ergebnisses war kein signifikanter Unterschied zwischen der navigierten „ligament-balanced“- und der konventionellen „measured-resection“-Gruppe festzustellen.
Die gegenwärtig gewonnenen Ergebnisse deuten an, dass eine erfolgreiche Wiederherstellung des MPFL bei K-TEP-Implantation mittels medial parapatellarem Zugang den hohen Prozentsatz des postoperativen vorderen Knieschmerzes reduzieren könnte. Darüber hinaus scheint das Auftreten von Kapseldehiszenz und vorderem Knieschmerz nicht von der gewählten operativen Technik abhängig zu sein.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

Anterior knee pain after total knee arthroplasty (TKA) remains a widely discussed postoperative complication. In contrast to sports traumatology, the role of the dissected medial patellofemoral ligament (MPFL) using a medial parapatellar approach in TKA has not been discussed so far. We hypothesized, that the attempted repair of the MPFL in TKA by simple closure of the fascia may not be ...

Anterior knee pain after total knee arthroplasty (TKA) remains a widely discussed postoperative complication. In contrast to sports traumatology, the role of the dissected medial patellofemoral ligament (MPFL) using a medial parapatellar approach in TKA has not been discussed so far. We hypothesized, that the attempted repair of the MPFL in TKA by simple closure of the fascia may not be successful in some cases, causing anterior knee pain. We further hypothesized, that the success of repair might be influenced by femoral component rotation.
35 patients received their TKA in a ligament-balanced and 35 patients in a conventional measured-resection technique. After implantation of the TKA using a medial parapatellar approach 2 titan clips were attached on both sides of the capsule incision. 3 days and 3 months after surgery, the dehiscence of the 2 clips was measured on skyline patella radiographs, additionally patellar tilt, shift, the Knee Society Score and the Feller Score were obtained.
48 patients showed an increase of capsule dehiscence. Patients with a capsule dehiscence of more than 4mm showed significantly less improvement in the Feller score 3 months postoperatively than patients with a capsule dehiscence ≤4mm. Regarding the radiological measurements and the clinical outcome, no significant difference between the ligament-balanced and the measured-resection group was found.
The present results suggest, that successful repair of the MPFL using a medial parapatellar approach in TKA could reduce the high rate of postoperative anterior knee pain. Furthermore, the appearance of capsule dehiscence and anterior knee pain seems not dependent on the used operative technique.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum31 August 2016
Begutachter (Erstgutachter)PD Dr. Ernst Sendtner
Tag der Prüfung8 August 2016
InstitutionenMedizin > Lehrstuhl für Orthopädie
Stichwörter / KeywordsKnietotalendoprothese; Kapseldehiszenz; Patella Shift; Patella Tilt; vorderer Knieschmerz; Measured-resection; Ligament-balanced.
Dewey-Dezimal-Klassifikation600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-345020
Dokumenten-ID34502

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