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Effizienz von Fluoridlacken in der Prävention von White-Spot-Läsionen und Gingivitis während kieferorthopädischer Behandlung mit festsitzenden Apparaturen
Christl, Jan-Joachim (2016) Effizienz von Fluoridlacken in der Prävention von White-Spot-Läsionen und Gingivitis während kieferorthopädischer Behandlung mit festsitzenden Apparaturen. Dissertation, Universität Regensburg.Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 22 Dez 2016 11:15
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.35003
Zusammenfassung (Deutsch)
Die Entwicklung von WSL und die plaqueinduzierte Gingivitis sind allgegenwärtige Probleme in der kieferorthopädischen Behandlung mit festsitzenden Multibracketapparaturen. Diese prospektive randomisiert-klinische Studie untersuchte die präventive Effektivität einer Einmalapplikation zweier häufig verwendeter Fluoridlackpräparate bei Patienten mit niedrigem bis moderatem Kariesrisiko. 90 ...
Die Entwicklung von WSL und die plaqueinduzierte Gingivitis sind allgegenwärtige Probleme in der kieferorthopädischen Behandlung mit festsitzenden Multibracketapparaturen. Diese prospektive randomisiert-klinische Studie untersuchte die präventive Effektivität einer Einmalapplikation zweier häufig verwendeter Fluoridlackpräparate bei Patienten mit niedrigem bis moderatem Kariesrisiko.
90 jugendliche Patienten einer niedergelassenen kieferorthopädischen Praxis wurden prospektiv-randomisiert und in drei Gruppen mit je 30 Patienten zugelost. Die Studie wurde doppelt-verblindet durchgeführt, sodass weder der Untersucher noch der Patient Kenntnis über das verwendete Präparat hatten. Bei allen Gruppen wurde eine zuvor standardisierte häusliche Mundhygienetechnik mit fluoridhaltiger Erwachsenenzahnpasta etabliert und reevaluiert und zusätzlich in Gruppe (1) eine einmalige Applikation eines Placebolackes (70% w/v Ethanol), in Gruppe (2) von elmex® fluid als Fluoridlack und in Gruppe (3) von Fluor Protector S als fluoridhaltigem Lack untersucht. Die Einmalapplikation erfolgte auf allen mit einem Bracket beklebten Zahnflächen. Das Ausmaß der Demineralisierung wurde mittels des ICDAS-Index und der Grad der gingivalen Entzündung durch den Gingivitisindex (GI) jeweils zu Beginn der Studie (T0) sowie nach vier Wochen (T1), nach zwölf Wochen (T2) und schließlich nach zwanzig Wochen (T3) evaluiert.
Als Ergebnis der vorliegenden Studie zeigte sich, dass jede der untersuchten Studiengruppen einen signifikanten Anstieg des ICDAS-Index im zeitlichen Verlauf aufwies. Die Ausprägung der Gingivitis ließ hingegen keine signifikanten Unterschiede im Verlauf der Studie erkennen. Zu keinem der vier Untersuchungszeitpunkte konnten bezüglich des ICDAS-Index und des Gingivitis-Index signifikante Unterschiede zwischen den Therapiearmen festgestellt werden.
Eine einmalige Applikation eines Fluoridlackes zu Beginn einer kieferorthopädischen Behandlung scheint daher keinen zusätzlichen protektiven Nutzen gegenüber einer suffizient durchgeführten häuslichen Mundhygiene mit fluoridierter Erwachsenenzahnpasta in Bezug auf die Entwicklung von WSL und Gingivitis bei Patienten mit niedrigem bis moderatem Kariesrisiko zu haben.
Die häufig praktizierte einmalige Fluoridlackapplikation zu Beginn einer kieferorthopädischen Behandlung mit einer Multibracketapparatur scheint nicht bei allen Patientengruppen bei derzeit empfohlenen Applikationsintervallen einen nachhaltigen Nutzen zu haben. Weitere Studien sind nötig, um zu klären, ob dieser bei Patienten mit hohem Kariesrisiko und/ oder schlechter Mundhygiene gegeben ist. Zudem ist zu klären, ob durch eine Verkürzung des empfohlenen Applikationsintervalls bei Patienten mit geringem bis moderatem Kariesrisiko von derzeit sechs Monaten auch in dieser Gruppe bei guter Mundhygiene ein zusätzlicher kariesprotektiver Effekt bei festsitzender kieferorthopädischer Therapie erzielt werden kann.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
The outcome of this study accounted that even professional products provided by the dental industry are not able to offer absolute security for the orthodontist in preventing WSL. Patients need to be informed intensively towards oral hygiene and nutrition behaviour at home to reduce amount and formation of the cariogenic biofilms adjacent to brackets. Results show clearly that the development of ...
The outcome of this study accounted that even professional products provided by the dental industry are not able to offer absolute security for the orthodontist in preventing WSL. Patients need to be informed intensively towards oral hygiene and nutrition behaviour at home to reduce amount and formation of the cariogenic biofilms adjacent to brackets. Results show clearly that the development of WSL cannot be solved in offices alone. The increment especially of ICDAS index among all groups confirms that WSL can occur and extend fast, as shown in the short surveillance period of 20 weeks in this study. The gingivitis index seemed not to be significantly influenced by specialized fluoride products in comparison to control group with ordinary oral hygiene methods.
Beteiligte Einrichtungen
Details
| Dokumentenart | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
| Datum | 22 Dezember 2016 |
| Begutachter (Erstgutachter) | Prof. Dr. Dr. Peter Proff |
| Tag der Prüfung | 15 Dezember 2016 |
| Institutionen | Medizin > Lehrstuhl für Kieferorthopädie |
| Stichwörter / Keywords | fluoride, varnish, orthodontic, white spot lesion, WSL, gingivitis, prevention |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin |
| Status | Veröffentlicht |
| Begutachtet | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden | Ja |
| URN der UB Regensburg | urn:nbn:de:bvb:355-epub-350032 |
| Dokumenten-ID | 35003 |
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