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Hechenrieder, Lena

Befundvergleich von Röntgenuntersuchung des abführenden Schenkels und Anorektalmanometrie bezüglich der Aussagekraft zur Stuhlkontinenz bei Patienten vor Stomarückverlagerung

Hechenrieder, Lena (2017) Befundvergleich von Röntgenuntersuchung des abführenden Schenkels und Anorektalmanometrie bezüglich der Aussagekraft zur Stuhlkontinenz bei Patienten vor Stomarückverlagerung. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 09 Mrz 2017 08:14
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.35312


Zusammenfassung (Deutsch)

In unserer Studie verglichen wir bei 48 Patienten die Befunde von Anorektalmanometrie und Röntgenuntersuchung des abführenden Schenkels vor Stomarückverlagerung zur Beurteilung der Stuhlkontinenz. Außerdem wurden bei 38 Patienten die Befunde und die Kontinenzfunktion nach Stomarückverlagerung gegenübergestellt. Im Vergleich von Manometriebefund mit der Kontinenzfunktion nach Rückverlagerung ...

In unserer Studie verglichen wir bei 48 Patienten die Befunde von Anorektalmanometrie und Röntgenuntersuchung des abführenden Schenkels vor Stomarückverlagerung zur Beurteilung der Stuhlkontinenz. Außerdem wurden bei 38 Patienten die Befunde und die Kontinenzfunktion nach Stomarückverlagerung gegenübergestellt.
Im Vergleich von Manometriebefund mit der Kontinenzfunktion nach Rückverlagerung zeigte sich mit 44 % ein niedriger negativ prädiktiver Wert und mit 39 % eine hohe Rate an falsch-negativen Befunden. Auch wenn die Spezifität bei 94 % lag waren die Manometriebefunde bei einer Sensitivität von 0 % zur Einschätzung der Kontinenzfunktion nach Stomarückverlagerung nicht verwertbar.
Auch die Aussagekraft der Durchleuchtungsbefunde erwies sich im Vergleich mit dem Outcome bei einem negativ und positiv prädiktiven Wert von je 50 %, einer Sensitivität von 39 % und einer Spezifität von 69 % als gering.
In 52 % der Fälle zeigte sich eine übereinstimmende Beurteilung der Kontinenzfunktion durch Manometrieuntersuchung und Röntgenuntersuchung des abführenden Schenkels. Davon lag bei 44 % eine Übereinstimmung mit dem postoperativen Outcome vor. Bei 20 % der Patienten, bei denen in Manometrie- und Röntgenuntersuchung das Inkontinenzrisiko übereinstimmend als gering eingeschätzt worden war, lag nach Rückverlagerung eine Stuhlinkontinenz vor. Also können auch bei übereinstimmenden Untersuchungsbefunden nur schwer Aussagen zur Kontinenzfunktion nach Stomarückverlagerung getroffen werden. Dies spiegelt sich auch in dem niedrigen negativ prädiktiven Wert von 53 % und der Sensitivität von 0 % wider.
In 27 % der Fälle lieferten Anorektalmanometrie und Kontrasteinlauf des abführenden Schenkels gegensätzliche Ergebnisse. Hiervon stimmte in 38 % der Fälle der Manometriebefund mit der Kontinenzfunktion nach Rückverlagerung überein, in 46 % der Fälle der Röntgenbefund. Hierbei zeigte sich, dass die Anorektalmanometrie das Inkontinenzrisiko eher zu gering und die Röntgenuntersuchung des abführenden Schenkels das Risiko eher zu hoch einschätzt.
Grundsätzlich spiegeln die Untersuchungen nur den aktuellen Status der Sphinkterfunktion wider. Über den langfristigen Verlauf der Kontinenzfunktion nach Stomarückverlagerung kann durch keine der beiden Untersuchungen eine Aussage gemacht werden. Vor Rückverlagerung kommt es mit zunehmender Dauer der Ausschaltung des Sphinkterapparates zu einem vermehrten Trainingsverlust, welcher längerfristig durch Sphinktertraining wieder ausgeglichen werden kann.
Bei bestimmten Fragestellungen zur Genese einer Inkontinenz, beispielsweise zur Differenzierung sensorischer und motorischer Pathologien, hat die Anorektalmanometrie jedoch durchaus ihre Berechtigung. Dasselbe gilt für den Kontrasteinlauf des abführenden Schenkels zur Beurteilung der Darmpassage.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

In our study we compared the results of anorectal manometry and contrast enema through the ileostomy in 48 patients in order to evaluate stool continence. Further, in 38 patients the outcome after stoma reversal was opposed to the examination results. The comparison of manometric results and stool continence after stoma closure revealed a poor negative predictive value (44 %) and a high rate of ...

In our study we compared the results of anorectal manometry and contrast enema through the ileostomy in 48 patients in order to evaluate stool continence. Further, in 38 patients the outcome after stoma reversal was opposed to the examination results.
The comparison of manometric results and stool continence after stoma closure revealed a poor negative predictive value (44 %) and a high rate of false-negative results (39 %). Though the specifity was 94 %, the manometric results were due to a sensitivity of 0 % not applicable to assess continence function after stoma reversal.
Likewise, the validity of the results of contrast enema proved to be little when compared to the outcome, showing a negativ and positive predictive value of each 50 %, a sensitivitiy of 39 % and a specivity of 69 %.
In 52 % of cases we found corresponding results in manometry and contrast enema. 44 % of those also had a concordant outcome after reversal. 20 % of the patients, in which both manometry and contrast enema estimated the risk of stool incontinence as low, presented with stool incontinence after stoma closure. Therefore, there can't be any prediction made concerning stool continence after stoma reversal, even if both examinations concur. This also reflects in a low negativ predicitve value (53 %) and sensitivity (0 %).
In 27 % of the cases we found oppositional results in manometry and contrast enema. In 38 % of those, the manometric result matched the continence function after reversal, in 46 %, the result of the contrast enema did. We noticed, that the risk of stool incontinence tends to be estimated too low by anorectal manometry and too high by contrast enema.
Generally, both examinations only reflect the actual status of sphincter function. Neither of both examinations can predict the long-term development of continence function after stoma closure. With increasing period between ileostomy and stoma reversal a loss of training is observed, which can be adjusted by sphincter training in the long view.
To identify the genesis of stool incontinence, for example by differentiating sensoric from motoric dysfunctions, the anorectal manometry is by all means eligible, just as well as the contrast enema to evaluate intestinal transit.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum9 März 2017
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Andreas Schreyer und Prof. Dr. Marcus Scherer
Tag der Prüfung15 Februar 2017
InstitutionenMedizin > Lehrstuhl für Röntgendiagnostik
Stichwörter / KeywordsStuhlinkontinenz, Ileostoma, Manometrie, abführender Schenkel, Kontrasteinlauf
Dewey-Dezimal-Klassifikation600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-353120
Dokumenten-ID35312

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