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Grellner, Eva Marie

Erstmanifestationsalter und Erstdiagnose der Multiple Sklerose Patienten der Neurologischen Klinik und Poliklinik der Universität Regensburg - eine retrospektive Datenanalyse

Grellner, Eva Marie (2019) Erstmanifestationsalter und Erstdiagnose der Multiple Sklerose Patienten der Neurologischen Klinik und Poliklinik der Universität Regensburg - eine retrospektive Datenanalyse. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 07 Nov 2019 10:53
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.40982


Zusammenfassung (Deutsch)

Ziel der vorgestellten Arbeit war, anhand des Kollektivs der pädiatrischen MS-Patienten der Neurologischen Klinik und Polikinik der Universität Regensburg die Art der Erstmanifestation, den genauen Erkrankungsbeginn sowie den Zeitpunkt der Diagnosestellung herauszufinden. Die Patienten wurden bis zu einem Alter von 18 Jahren bei Ersterkrankung in die Studie eingeschlossen. Besonders wichtig bei ...

Ziel der vorgestellten Arbeit war, anhand des Kollektivs der pädiatrischen MS-Patienten der Neurologischen Klinik und Polikinik der Universität Regensburg die Art der Erstmanifestation, den genauen Erkrankungsbeginn sowie den Zeitpunkt der Diagnosestellung herauszufinden. Die Patienten wurden bis zu einem Alter von 18 Jahren bei Ersterkrankung in die Studie eingeschlossen. Besonders wichtig bei der Analyse der Patientendaten war die genaue Beschreibung der ersten Symptome und ob sich dabei Besonderheiten zeigten. Zusätzlich erfolgte der Vergleich mit anderen adulten und pädiatrischen Kollektiven. Die verwendeten Daten stammen aus drei verschiedenen Archiven der Neurologischen Klinik und Poliklinik der Universität Regensburg.

Zu den herausragenden Ergebnissen dieser Arbeit zählen (1) der besonders hohe Anteil an Frauen im Kollektiv, (2) die signifikante Häufung sensorischer und visueller Erstmanifestationen sowie (3) die Dominanz der rechten Seite bei visuellen Symptomen zum Zeitpunkt der Erstmanifestation und des ersten Arztbriefes.

(1) Das allgemeine Geschlechterverhältnis wird auf etwa 2,73:1 (Frauen : Männer) geschätzt, mit steigender Tendenz, wobei die angegebenen Quoten in Abhängigkeit vom jeweiligen Breitengrad schwanken. In ausschließlich pädiatrischen Populationen liegt der durchschnittliche Quotient hingegen bei 2,39:1 (Frauen : Männer), im vorliegenden Kollektiv bei 7,4:1 (Frauen : Männer). Betrachtet man die Altersstruktur, fällt eine Umkehr des Geschlechterverhältnisses von 1:2 (Frauen : Männer) im Alter von 0 – 10 Jahre zu 7,3:1 (Frauen : Männer) im Alter von 11 – 16 Jahre beziehungsweise 9,4:1 (Frauen : Männer) im Alter von 17 – 18 Jahre auf. Neben diesem Umschlagspunkt konnte auch die überwiegende Anzahl betroffener Mädchen in anderen pädiatrischen Untersuchungen festgestellt werden.

(2) In der Literatur wird die klinische Präsentation unter anderem hinsichtlich prä- und postpubertärem Zeitpunkt bei Erstmanifestation sowie mono- und polysymptomatische Verläufe unterteilt. Eine einheitliche Einteilung findet jedoch nicht statt, je nach Quelle unterscheiden sich die Angaben. Trotzdem fällt eine Häufung visueller Erkrankungen, vor allem der ON, zu Beginn der pädiatrischen MS auf.

(3) Die Dominanz der rechten Seite ist in bisherigen Studien nicht beschrieben. In anderen Untersuchungen konnte ein Zusammenhang zwischen okulärer Dominanz und diverser Augenerkrankungen hergestellt werden. Inwiefern die Gewichtung eines Auges Einfluss auf die visuelle Manifestation der MS hat, bleibt ungeklärt. Um die Ursache der Seitendifferenz zu erkunden, sind weiterführende Studien mittels multizentrischer Analysen notwendig.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

Background Multiple sclerosis (MS) is rare in childhood. Only two to ten percent of all MS patients are under 18 years old. Despite increasing incidence worldwide, the course of childhood-onset multiple sclerosis has not been well described so far. Methods Database for identification of paediatric MS-patients were the files of the neurological clinic and polyclinic of the University of ...

Background
Multiple sclerosis (MS) is rare in childhood. Only two to ten percent of all MS patients are under 18 years old. Despite increasing incidence worldwide, the course of childhood-onset multiple sclerosis has not been well described so far.
Methods
Database for identification of paediatric MS-patients were the files of the neurological clinic and polyclinic of the University of Regensburg, Germany. Main inclusion criteria was diagnosed MS before or with 18 years of age. A total number of 117 patients fulfilling this criterion were retrospectively included into this study. Most important was the first clinical presentation with MS-specific symptoms as well as the description of the study population.
Results
The pool of patients stands out by a very high proportion of women with 88 % (103), reflected in a sex ratio of 7.1:1 (women:men). Only 12 % (14) are male. Mean age at onset is 16 years (± 2.1 years) with a minimum of seven years. Due to including criteria the maximum age at onset was 18 years. In this study the documented course of disease is based on the latest medical record available. This is why the course of disease is not representative for the time of clinical onset. With 76.1 % (89) RRMS is the most common sub type. Most frequent symptoms at onset were sensory (49, p˂0.000, multiple comparisons) and visual (37, p˂0.000, multiple comparisons) impairment. Visual manifestations have been compared with regard of a side difference at two times: first clinical presentation and time of first medical report. At clinical onset, 37 patients suffered from visual impairment. Optic neuritis on the right side is in comparison significantly more frequent (p=0.005, multiple comparisons). 19 patients report about visual impairment at time of first medical report. Reduction of vision on the right side is significantly more frequent (p=0.004, group comparison, t-test).

Conclusions
After the data analysis and comparison with other paediatric and adult MS populations three main specifics were noticed in this study population. First, there was an enormous high proportion of women. Second, a significant frequency of visual and sensory impairment at clinical onset was recognised. Third, a predominance of the right side concerning visual symptoms at clinical onset and at time of first medical report was examined. This fact has not been described so far.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum7 November 2019
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Dr. Robert Weißert
Tag der Prüfung16 Oktober 2019
InstitutionenMedizin > Lehrstuhl für Neurologie
Stichwörter / KeywordsMultiple Sklerose, Kinder, Erstmanifestation
Dewey-Dezimal-Klassifikation600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-409822
Dokumenten-ID40982

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