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Kimmerling, Viktoria Luise Maria

Schlüsselloch zum Erfolg: Einfluss der Gruppendynamik auf ein Basistraining in der minimal-invasiven Chirurgie für Medizinstudentinnen und Assistenzärztinnen der Chirurgie

Kimmerling, Viktoria Luise Maria (2022) Schlüsselloch zum Erfolg: Einfluss der Gruppendynamik auf ein Basistraining in der minimal-invasiven Chirurgie für Medizinstudentinnen und Assistenzärztinnen der Chirurgie. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 17 Jan 2022 08:18
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.51257


Zusammenfassung (Deutsch)

Die minimal-invasive Chirurgie ist in den letzten Jahren ein fester Bestandteil des chirurgischen Alltags geworden. So hat sich diese Art des Operierens als besonders schonend für den Patienten herausgestellt, birgt jedoch für den Operierenden einige Schwierigkeiten, wie das begrenzte zweidimensionale Arbeitsfeld, den Fulcrum-Effekt oder die verminderte Haptik. Diese lassen sich allerdings gut ...

Die minimal-invasive Chirurgie ist in den letzten Jahren ein fester Bestandteil des chirurgischen Alltags geworden. So hat sich diese Art des Operierens als besonders schonend für den Patienten herausgestellt, birgt jedoch für den Operierenden einige Schwierigkeiten, wie das begrenzte zweidimensionale Arbeitsfeld, den Fulcrum-Effekt oder die verminderte Haptik. Diese lassen sich allerdings gut und patientensicher an diversen Simulatoren üben. Da die Anzahl an Medizinstudentinnen und folglich auch Ärztinnen immer weiter zunimmt, gilt es auf die Bedürfnisse und Ansprüche dieser neuen Zielgruppe in der chirurgischen Ausbildung einzugehen um somit auch dem Nachwuchsmangel in der Chirurgie entgegenzuwirken.
Ziel der Arbeit war es, mögliche Einflussfaktoren auf ein MIC-Basistraining an einem Simulator zu erkennen und anhand der Ergebnisse einen optimalen Kurs zum Erlernen minimal-invasiver Fähigkeiten zu entwickeln. Dieser soll in das chirurgische Curriculum der Universität Regensburg eingebaut werden, um so Medizinstudentinnen früh für die Chirurgie zu begeistern.
100 Novizinnen auf dem Gebiet der MIC absolvierten ein vierstufiges Training an einem D-Box-Simulator. Der Erfolg des Trainings wurde anhand der zeitlichen Verbesserung definiert. Analysierte Einflussfaktoren waren beispielsweise Gruppenzusammensetzung, Fehleranzahl, Umgreifen der Instrumente oder geistig anstrengende Tätigkeit vor dem Training. Als statistisches Verfahren wurde für die gesamte Studie die Kovarianzanalyse (ANCOVA) verwendet.
Die Gruppenzusammensetzung bezüglich des Geschlechts hatte keinen signifikanten Einfluss auf die zeitliche Verbesserung der Teilnehmerinnen, ebenso nicht die Gruppengröße. Es gab einen signifikanten Unterschied hinsichtlich Fehleranzahl, der ideale Bereich lag bei ein bis fünf Mal. Die Anzahl des Umgreifens war im Bereich von 10 – 19 mal mit einer signifikanten Verbesserung verknüpft. Teilnehmerinnen, die ihren Teampartner beim Training beobachteten, haben sich zeitlich mehr verbessert als diejenigen, die kein Interesse am anderen zeigten. Probandinnen, die eine geistig anstrengende Tätigkeit vor dem Training ausgeführten, erreichten eine größere zeitliche Verbesserung als ihre Kolleginnen, die sich mit einer solchen Tätigkeit nicht befasst hatten.
Es gibt verschiedene Faktoren, die in der Planung eines MIC-Trainings für Frauen berücksichtigt werden sollten. Die Vorbereitung mittels eines theoretischen Kurzvortrags über Technik und Teamwork vor dem Training sowie Beobachten des Teampartners beim Training scheinen das Trainingsprogramm positiv zu beeinflussen. Die Ergebnisse lassen sich gut im Rahmen eines medizinischen Curriculums implementieren. Da viele Studierenden ihr Interesse an der Chirurgie im Laufe des klinischen Abschnitts des Medizinstudiums verlieren bzw. erst gar kein Interesse entwickeln, ist es wichtig, dieses Klientel anzusprechen und ihm eine möglichst reale und praktische Erfahrung zu bieten. Dazu bietet sich ein MIC-Training während des Blockpraktikums Chirurgie an.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

Many surgical curriculums at medical schools and surgical residency programs still lack a structured, hands-on training in minimally-invasive-surgery (MIS). While minimally-invasive surgical procedures have been constantly on the rise, MIS-technique knowledge is still sparse even though MIS entails a lot of challenges, i.e. the fulcrum effect, working in a two-dimensional environment and the lack ...

Many surgical curriculums at medical schools and surgical residency programs still lack a structured, hands-on training in minimally-invasive-surgery (MIS). While minimally-invasive surgical procedures have been constantly on the rise, MIS-technique knowledge is still sparse even though MIS entails a lot of challenges, i.e. the fulcrum effect, working in a two-dimensional environment and the lack of haptic feedback. In addition, the field of surgery itself suffers a severe shortage of young, ambitious surgeons. Therefore, it is essential to create a curriculum that not only increases medical students’ interest in a surgical career, but also enhances MIS-skills amongst them.
The study included hundred women with no prior experience in the field of MIS. Participants were randomized into subgroups, completing the training alone or in pairs. They completed a four-step basic MIS-training on a D-box-simulator. Performance was assessed through completion time improvement. Analysis of covariance (ANCOVA) was used for statistical evaluation. Statistical significance was defined as p<0.05.
Subgroup composition concerning the participants’ gender and group size had no effect on completion time improvement. There were significant differences in the training results among subgroups divided by the number of errors and number of changes between hands. Female participants watching their team partner completed their task advanced significantly more than females who showed no interest in their teammate’s work.
The study showed that there are certain factors that need to be recognized when planning a MIS-training for female medical students or doctors in order for them to improve their MIS-skills in the best way possible. The results led to creating a MIS-training for the surgical curriculum of the University of Regensburg Medical School.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum13 Januar 2022
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Matthias Hornung
Tag der Prüfung13 Dezember 2021
InstitutionenMedizin > Lehrstuhl für Chirurgie
Stichwörter / Keywordsminimally-invasive-surgery, simulation training, surgical training
Dewey-Dezimal-Klassifikation600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-512571
Dokumenten-ID51257

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