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Wagner, Simon

Work-Life-Balance am modernen Arbeitsplatz – psychologische Prozesse und technologische Einflussfaktoren, die Person-Environment-Fit-Perspektive und Implikationen für die Praxis in Unternehmen

Wagner, Simon (2023) Work-Life-Balance am modernen Arbeitsplatz – psychologische Prozesse und technologische Einflussfaktoren, die Person-Environment-Fit-Perspektive und Implikationen für die Praxis in Unternehmen. Dissertation, Universität Regensburg.

Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 01 Aug 2023 08:07
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.54445


Zusammenfassung (Deutsch)

Die Möglichkeiten, die Arbeit und das Privatleben auszubalancieren haben in den letzten zwei Jahrzehnten stetig zugenommen und durch die Corona-Pandemie eine zusätzliche Beschleunigung erfahren. Die vorliegende Dissertation widmet sich deshalb der Aufgabe, am modernen Wissensarbeitsplatz eine zufriedenstellende Balance der beiden Lebensbereiche durch eine Reduzierung von Rollenkonflikten ...

Die Möglichkeiten, die Arbeit und das Privatleben auszubalancieren haben in den letzten zwei Jahrzehnten stetig zugenommen und durch die Corona-Pandemie eine zusätzliche Beschleunigung erfahren. Die vorliegende Dissertation widmet sich deshalb der Aufgabe, am modernen Wissensarbeitsplatz eine zufriedenstellende Balance der beiden Lebensbereiche durch eine Reduzierung von Rollenkonflikten herzustellen. Hierfür wurde in vier Studien den Fragen nachgegangen welchen Einfluss technologische und psychologische Einflussfaktoren auf das Balance-Erleben haben, wie das Verhältnis von individuellen Präferenzen und organisationalen Normen im Rahmen eines Person-Environment-Fit-Ansatzes ausgestaltet ist und welche Ratschläge durch ein Berufsphasenmodell der Work-Life-Präferenz für die organisationale Praxis abzuleiten sind.

Durch die digitale Transformation haben sich nicht nur zahlreiche neue technologische Möglichkeiten aufgetan, auch die Prozesse und Einflussfaktoren, die an der Ausbalancierung beteiligt sind, unterliegen einem fortlaufenden Wandel. So zeigte sich im Rahmen der ersten Studie, dass die Nutzungsdauer des Smartphones für arbeitsrelevante Tätigkeiten außerhalb der regulären Arbeitszeiten mit erhöhtem Work-Life-Konflikt aber auch gesteigerter Arbeitszufriedenheit und Job Involvement einhergeht. Auch die beispielhafte Selbstdarstellung wurde in der dritten Studie als neuer psychologischer Faktor für erhöhten Rollenkonflikt identifiziert und durch die Persönlichkeitsmerkmale Leistungsmotivation und Karriereorientierung vorhergesagt.

Die beteiligten Ausbalancierungs-Prozesse wurden in der vorliegenden Dissertation auch als Wechselwirkung von Person und Umwelt (PE-Fit-Perspektive) betrachtet. So konnte bereits in der ersten Studie die Work-Life-Inkongruenz, also die Nicht-Übereinstimmung von individuellen Segmentationspräferenzen und den entsprechenden organisationalen Normen, als Prädiktor für Rollenkonflikt ausgemacht werden. Diese Wechselwirkung wurde in der zweiten Studie um ein experimentelles Vignetten-Design ergänzt. Auf diesem Weg konnte die herausragende Stellung der organisationalen Normen durch einen Haupteffekt auf den Rollenkonflikt verdeutlich werden.

Abschließend konnte in der vierten Studie ein neues Berufsphasenmodell anhand von sechs konsekutiven Phasen der individuellen Segmentationspräferenz identifiziert werden und um biografische Wendepunkte und kritische Entwicklungsaufgaben innerhalb und zwischen den Phasen ergänzt werden. Zudem wurden Unterschiede zwischen den einzelnen Haupt-Phasen im erlebten Rollenkonflikt und für die Anfälligkeit für psychische Erkrankungen entdeckt.

Die theoretischen Schlussfolgerungen dieser Arbeit wurden diskutiert und eingeordnet und die vielfältigen Auswirkungen auf die organisationale Praxis herausgestellt.

Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)

The opportunities to balance work and personal life have steadily increased over the last two decades and have experienced an additional acceleration due to the Corona pandemic. This dissertation is therefore dedicated to the task of achieving a satisfactory balance between the two spheres of life in the modern knowledge workplace by reducing role conflicts. For this purpose, four studies were ...

The opportunities to balance work and personal life have steadily increased over the last two decades and have experienced an additional acceleration due to the Corona pandemic. This dissertation is therefore dedicated to the task of achieving a satisfactory balance between the two spheres of life in the modern knowledge workplace by reducing role conflicts. For this purpose, four studies were conducted to investigate the influence of technological and psychological factors on the experience of balance, how the relationship between individual preferences and organizational norms is structured within the framework of a person-environment-fit approach, and what advice can be derived for organizational practice from an occupational phase model of work-life preference.

Digital transformation has not only opened up numerous new technological opportunities, but the processes and influencing factors involved in balancing are also subject to ongoing change. For example, the first study showed that smartphone use for work-related activities outside regular working hours is associated with increased work-life conflict but also increased job satisfaction and job involvement. Exemplification was also identified as a novel psychological factor for increased role conflict in the third study and was predicted by the personality traits achievement motivation and career orientation.

The balancing processes involved were also considered in this dissertation as an interaction of person and environment (PE-fit perspective). Thus, work-life incongruence, i.e., the mismatch between individual segmentation preferences and the corresponding organizational norms, could already be identified as a predictor of role conflict in the first study. This interaction was augmented by an experimental vignette design in the second study. This way, the prominent position of organizational norms could be clarified by a main effect on role conflict.

Finally, in the fourth study, a new occupational phase model could be identified based on six consecutive phases of individual segmentation preference and supplemented by biographical turning points and critical developmental tasks within and between the phases. In addition, differences between each major phase in experienced role conflict and for vulnerability to mental illness were discovered.

The theoretical conclusions of this work were discussed and classified, and multiple implications for organizational practice were highlighted.


Beteiligte Einrichtungen


Details

DokumentenartHochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation)
Datum1 August 2023
Begutachter (Erstgutachter)Prof. Dr. Peter Fischer
Tag der Prüfung19 Juni 2023
InstitutionenHumanwissenschaften > Institut für Psychologie > Lehrstuhl für Psychologie V (Sozial-, Arbeits- und Organisationspsychologie) - Prof. Dr. Peter Fischer
Stichwörter / Keywordswork-life-balance; modern workplace; PE-Fit; organizational norms; exemplification; occupational phase model
Dewey-Dezimal-Klassifikation100 Philosophie und Psychologie > 150 Psychologie
StatusVeröffentlicht
BegutachtetJa, diese Version wurde begutachtet
An der Universität Regensburg entstandenJa
URN der UB Regensburgurn:nbn:de:bvb:355-epub-544450
Dokumenten-ID54445

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