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Präoperative Quantifizierung der Sarkopenie und Relevanz für den postoperativen Verlauf nach anatomischer Resektion eines Lungenkarzinoms
Kaltenhauser, Simone (2024) Präoperative Quantifizierung der Sarkopenie und Relevanz für den postoperativen Verlauf nach anatomischer Resektion eines Lungenkarzinoms. Dissertation, Universität Regensburg.Veröffentlichungsdatum dieses Volltextes: 21 Okt 2024 10:58
Hochschulschrift der Universität Regensburg
DOI zum Zitieren dieses Dokuments: 10.5283/epub.59337
Zusammenfassung (Deutsch)
In der vorliegenden retrospektiven Studie wurde die Sarkopenie anhand der präoperativen thorakalen CT-Standardbildgebung sowie ihre prognostische Relevanz für das klinische Outcome nach anatomischer Resektion eines Lungenkarzinoms bestimmt. Der CT-basierte, auf die Körpergröße normierte Skelettmuskelindex in Verbindung mit der Muskeldichte ermöglicht ein Assessment von Sarkopenie, basierend auf ...
In der vorliegenden retrospektiven Studie wurde die Sarkopenie anhand der präoperativen thorakalen CT-Standardbildgebung sowie ihre prognostische Relevanz für das klinische Outcome nach anatomischer Resektion eines Lungenkarzinoms bestimmt. Der CT-basierte, auf die Körpergröße normierte Skelettmuskelindex in Verbindung mit der Muskeldichte ermöglicht ein Assessment von Sarkopenie, basierend auf einer einzigen Modalität. Dabei wird den Empfehlungen zu den Diagnosekriterien und Referenzwerten des weithin akzeptierten europäischen Konsensus entsprochen. Der bisherige Goldstandard, die Quantifizierung der Skelettmuskulatur auf Höhe des dritten Lendenwirbelkörpers (LWK 3), ist für bestimmte Patienten nur eingeschränkt geeignet. So erhalten Lungenkarzinom-Patienten leitliniengemäß ein CT Thorax mit Oberbaucheinschluss im Rahmen der Diagnosesicherung, das LWK 3 nicht inkludiert. Als Alternative dazu wurde in dieser Studie die Sarkopenie bei Lungenkrebs-Patienten, die in operativ-kurativer Absicht behandelt wurden, auf Höhe des 10. Brustwirbelkörpers (BWK 10) bewertet. Bei knapp einem Drittel der Kohorte wurde Sarkopenie diagnostiziert. Skelettmuskelfläche, -index und -dichte auf Höhe von BWK 10 korrelierten sehr gut mit den jeweiligen Parametern auf Höhe von LWK 3. Die Sarkopenie war ein unabhängiger prognostischer Faktor für das kurz- und langfristige Outcome (postoperative Komplikationen, Gesamt- und karzinomspezifisches Überleben). Die Ergebnisse indizieren weiterhin, dass sarkopenisches Übergewicht ungünstiger ist als das Vorliegen der einzelnen Risikofaktoren Sarkopenie und Übergewicht, wobei die Interaktion von Sarkopenie und Übergewicht bzw. Adipositas in zukünftigen Studien genauer analysiert werden muss. Diese Arbeit unterstreicht, dass die Sarkopenie allein mittels Computertomographie in Übereinstimmung mit den europäischen Konsensempfehlungen diagnostiziert werden kann. Dadurch lässt sich die Methodik leicht in die klinische Routineversorgung übertragen und hat das Potenzial, die präoperative Risikostratifizierung von Lungenkrebs-Patienten zu verbessern. Darüber hinaus existieren bereits vielversprechende Interventionen (Ausdauer- und Kraftsport, Proteinsupplementierung, mediterrane Diät, etc.), die die Sarkopenie verbessern und dadurch das klinische Outcome beeinflussen können.
Übersetzung der Zusammenfassung (Englisch)
Computer tomography-derived skeletal muscle index normalized for height in conjunction with muscle density enables single modality-based sarcopenia assessment that accounts for all diagnostic criteria and cutoff recommendations as per the widely accepted European consensus. Yet, the standard approach to quantify skeletal musculature at the third lumbar vertebra (L3) is limited for certain patient ...
Computer tomography-derived skeletal muscle index normalized for height in conjunction with muscle density enables single modality-based sarcopenia assessment that accounts for all diagnostic criteria and cutoff recommendations as per the widely accepted European consensus. Yet, the standard approach to quantify skeletal musculature at the third lumbar vertebra (L3) is limited for certain patient groups, such as lung cancer patients who receive chest CT for tumor staging that does not encompass this lumbar level. As an alternative, this retrospective study assessed sarcopenia in lung cancer patients treated with surgical-curative intent at the tenth thoracic vertebral level (T10) using appropriate cutoffs. Sarcopenia was detected in almost a third of the study cohort. We showed that skeletal muscle area, index and radiation attenuation at level T10 correlate well with those at level L3. Sarcopenia was an independent prognostic factor for worse short- and long-term outcomes (postoperative complication rate, overall and cancer specific survival) of lung cancer patients following anatomic resection. The results also indicate that sarcopenic overweight is detrimental compared to the presence of the individual risk factors sarcopenia and overweight, whereby the interaction of sarcopenia and overweight or obesity must be analyzed in more detail in future studies. This study highlights the feasibility to diagnose sarcopenia solely by thoracic CT in accordance with the European consensus recommendations. The straightforward methodology offers easy translation into routine clinical care and potential to improve preoperative risk stratification of lung cancer patients scheduled for surgery. Moreover, there already exist promising interventions (aerobic resistance and strength training, protein supplementation, Mediterranean diet, etc.) that can alleviate sarcopenia and thus impact clinical outcome.
Beteiligte Einrichtungen
Details
| Dokumentenart | Hochschulschrift der Universität Regensburg (Dissertation) |
| Datum | 21 Oktober 2024 |
| Begutachter (Erstgutachter) | Prof. Dr. Hans-Stefan Hofmann |
| Tag der Prüfung | 1 Oktober 2024 |
| Institutionen | Medizin > Abteilung für Thoraxchirurgie |
| Stichwörter / Keywords | Sarkopenie, Lungenkarzinom, Computertomographie |
| Dewey-Dezimal-Klassifikation | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin |
| Status | Veröffentlicht |
| Begutachtet | Ja, diese Version wurde begutachtet |
| An der Universität Regensburg entstanden | Ja |
| URN der UB Regensburg | urn:nbn:de:bvb:355-epub-593375 |
| Dokumenten-ID | 59337 |
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